Tonband-Aufzeichnungen

09. November 2012 18:25; Akt: 12.11.2012 09:20 Print

Im Casino Zürich sind die Roulette-Tische verwanzt

Schon mal beim Roulette-Spielen den Croupier verflucht? Aufgepasst: Mikros an den Tischen zeichnen jedes Wort auf. Der Besucher wird nicht informiert.

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Casino-Besucher Benjamin K. ist irritiert. «In die Roulette-Tische im Casino Zürich sind Mikrofone eingebaut. Werde ich bespitzelt?», fragt sich K. Dass er gefilmt werde, sei logisch, «aber Tonaufnahmen sind schon noch einmal etwas Anderes.» Bereits bei seinem ersten Besuch ihm Casino sind im die schwarzen Knöpfe aufgefallen. Der Croupier bestätigte ihm, dass es sich dabei um Mikrofone handelt. «Ein komisches Gefühl - Ich habe mich danach fast nicht mehr getraut, mit ihm zu sprechen.»

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Michael Favrod, Direktor des Casino Zürich, beschwichigt: «Niemand hört die Gespräche am Tisch mit.» Das sei aus Kapazitätsgründen gar nicht möglich. Dass jedes Wort aufgezeichnet werde, sei eine zusätzliche Sicherheitsmassnahme. Sind die Einsätze am Roulette-Tisch gemacht, beendet der Croupier die Runde mit einer Handbewegung und einem «Rien ne va plus.» Verhört sich ein Gast in der Hitze des Gefechts, entsteht schnell Uneinigkeit.

Die Datenschutz-Beauftragte rät zu Transparenz

«Bei einem Missverständnis haben wir dann die Möglichkeit, einerseits dank den Filmaufnahmen die Handbewegung zu überprüfen, andererseits zu kontrollieren ob das «Rien ne va plus» genug deutlich war», sagt Favrod. Die Aufnahmen werden zwar nach geraumer Zeit wieder gelöscht, doch dass jedes Gespräch am Roulette-Tisch aufgenommen wird, darüber wird der Casino-Besucher im Dunkeln gelassen. «Nirgends wird darauf hingewiesen. Das müsste doch deklariert werden», sagt K.

Eliane Schmid, Sprecherin des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten klärt die Rechtslage: «Die Auflagen an die Casinos sind streng. Es ist genau vorgeschrieben, welche Daten gesammelt und wann sie verwendet werden dürfen.» Das Casino Zürich dürfe Töne aufnehmen und sei deshalb grundsätzlich nicht verpflichtet, auf die Mikrofone hinzuweisen. «Aber natürlich - Transparenz ist immer ratsam. Es wäre wohl angebracht, den Besucher darüber zu informieren.»

Diesen Input will Favrod nun prüfen. «Über die Kameras informieren wir bereits - es wäre an sich keine schlechte Idee, in einem weiteren Satz im Hausreglement auf die Mikrofone hinzuweisen.» Derweil verzichtet man bei der Konkurrenz auf Tonaufnahmen. «Wir haben die Option geprüft und sind zum Schluss gekommen, dass bei uns keine Mikrofone nötig sind», sagt Beat Lehmann, Mediensprecher des Grand Casino Baden.

(dwi)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beni am 12.11.2012 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Am besten man geht gar nicht hin

    denn wenn man raus kommt ist man eher Arm als Reich - also erst gar nicht hingehen - nur alles Abzockerei von den Abzockern

  • Sven am 12.11.2012 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ueberwachung total

    Einem Kollegen von mir wurden im Casino Baden, als er EURO in CHF wechselte, ein paar Franken zu viel ausbezahlt. Als er 3 Wochen später das Kasino wieder betratt, wurde er darauf angesprochen und musste die Differenz zurückbezahlen..........

  • Jean am 11.11.2012 00:49 Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre ade

    Da muss ich doch einmal vorbei gehen und mich so richtig austoben. Datenschutz kennen die wohl nicht!

  • insider am 10.11.2012 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Klarheit...!

    Hallo Leser... um mal klarheit zu schaffen... Mic ist nicht nur gut fürs casino sondern auch für den Spieler... stellt euch vor ihr sagt 50sfr auf 10 und der Croupier setzt auf 11 und es kommt die 10... da wäre doch der geschrei groß... so kann man auch über das micro alles nachvollziehen... also das casino ist nicht immer wie vielen denken gegen die spieler... zumal die kameras auch gut für die gäste sind... wer von euch hat mal seine karte oder geld im casino verloren? dank kamera wird zu 99% der fälle aufgelöst und das geld kommt zum rechtmässigen und solche fälle passieren min. 5mal/Tag

    • Herbert Koch am 12.11.2012 07:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja ?

      Träum weiter...kein Casino zahlt dir das aus. Viel Glück beim weiteren Geldverlieren !

    • Otto Normalverbraucher am 12.11.2012 07:45 Report Diesen Beitrag melden

      Na klar doch...

      Und wenn dieser unwahrscheinliche Fall mal eintritt, dass der Croupier auf die 11 setzt, wenn man die 10 wollte und dann wirklich die 10 kommt... dann wird bestimmt wieder ein technisches Problem an den Mikros auftreten und das Casino "leider" nicht haftbar sein...

    • Murat am 12.11.2012 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Etwas spät

      Wie wärs sich in dem Moment zu beschweren wo der Croupier auf 11 statt auf 10 setzt anstatt zu warten bis das spiel vorbei ist??

    einklappen einklappen
  • Alexander Moshe am 10.11.2012 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Dies ist eine Straftat

    Art. 179bis StGB: "Wer ein fremdes nichtöffentliches Gespräch, ohne die Einwilligung aller daran Beteiligten, mit einem Abhörgerät abhört oder auf einen Tonträger aufnimmt...wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft." Art. 179ter sagt dasselbe für Gespräche, an denen man selber teilnimmt: "Wer als Gesprächsteilnehmer ein nichtöffentliches Gespräch, ohne die Einwilligung der andern daran Beteiligten, auf einen Tonträger aufnimmt,....wird bestraft....." Die Casino-Bewilligung ändert an der Straftat nichts.

    • Tamgo53 am 11.11.2012 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte keine Rechtskunde aus der Schweiz

      Nun dann schauen Sie mal, ob der Art. 178 St`GB wirklich greifen würde, da die Casinos öffentlich sind! Somit ist auch das darin gesprochene Wort öffentlich. Nicht anfangen zu Juristeleien, wenn Sie davon nicht den Sachverstand haben.

    • Marco Vrenister am 11.11.2012 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      Super!

      Daumen hoch für Tamgo53, plötzlich sind alle Juristen!

    • Marco Polo am 12.11.2012 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Tamgo53

      Mithören ist nicht das gleiche wie aufnehmen auf einem Tonträger!! Also: mithören im öffentlichen Raum ist ok, aufnehmen jedoch nicht. Vielleicht irre ich mich auch, bin kein Jurist.

    • Der Ritter am 12.11.2012 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      Paragraphenreiter

      Gott, die Paragraphenreiter wieder- mal so ne Frage, läuft Ihr eigentlich andauernd mit den bücher rum oder was?

    einklappen einklappen
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