Zürich

22. Mai 2018 10:22; Akt: 22.05.2018 10:22 Print

Droht im Letzigrund ohne Fussball die grosse Leere?

Die Zürcher Fussballclubs könnten bald im neuen Hardturm-Stadion spielen. Im Letzigrund gäbe es dann wohl nur noch wenige Grossveranstaltungen.

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Noch finden im Letzigrund regelmässig Fussballspiele statt. Ziehen die Clubs allerdings ins Hardturm-Stadion, droht im Letzigrund die grosse Leere. Daneben gab es in den letzten Jahren nur noch sieben bis zehn Grossanlässe pro Jahr. Hauptsächlich waren das grosse Konzerte, das Leichtathletikmeeting Weltklasse Zürich, ein Wohltätigkeitsevent und ein Leichtathletikwettkampf für Kinder. Blick auf das künftige Hardturm-Areal mit den beiden Hochhäusern. Die HRS Investment AG und Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse realisieren hier ein neues Stadion sowie zwei Wohn- und Geschäftshochhäuser. Das Team hat den Investorenwettbewerb mit dem Projekt Ensemble gewonnen. Die Architekten sind Pool Architekten (ZH), Caruso St John Architects (London) und Boltshauser (ZH). Die beiden Hochhäuser werden 137 Meter hoch ... ... und damit elf Meter höher als der 126 Meter hohe Prime Tower – zurzeit das höchste Gebäude der Stadt. Aber zurück zum Hardturm-Projekt: Hier eine Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her. Der Platz vor dem Stadion als Begegnungszone. Blick unter die (obere) Tribüne ... ... und ins Stadioninnere. In diesen Häusern werden die Genossenschaftswohnungen realisiert – und zwar von der Allgemeinen Baugenossenschaft (ABZ). Die Wettbewerbsprojekte aller fünf Bieterteams sind vom 13. bis 23. Juli 2016 in den Wettbewerbsräumen des Amts für Hochbauten im Pavillon Werd, Morgartenstrasse 40 in Zürich, ausgestellt. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 16 bis 20 Uhr; Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr; am 13. Juli 2016 nur von 18 bis 20 Uhr. Nun folgen die vier unterlegenen Projekte: Zwei Hochhäuser hatten auch das Projekt Portal Hardturm Team 1, PSP Swiss Property AG mit den Architekten Adrian Streich (ZH), Bob Gysin (ZH) sowie Burkard und Meyer (Baden). Letztere hatten bereits das 2013 abgelehnte Stadion entworfen. Es sieht denn auch bei der Neuauflage ziemlich ähnlich aus. Das Mi-ca-do-Kollektiv (Team 3) begnügte sich mit einem Turm, der dafür 150 Meter hoch geworden wäre. Dahinter stecken die Anlagestiftung Turidomus/Anlagestiftung Adimora vertreten durch Pensimo Management AG mit den Architekten Baumschlager Eberle (ZH), Chabanne (Lyon) und BIG Group aus Dänemark. Weit weniger hoch wäre das Projekt Jalkapallo (Team 4) der Schweizerischen Lebensversicherungsgesellschaft AG geworden. Entworfen hatten dieses die Architekten Theo Hotz Partner (ZH), Burkhalter Sumi (ZH) und Philippe Cabane (BS). Und so hätte dieses Projekt von oben ausgesehen. Schliesslich noch das vierte Projekt, das unterlegen ist. Es heisst Blau Weiss (Team 5) und stammt vom Konsortium Helvetic/Berninvest AG mit den Architekten Huggenbergfries (Limmat-Tower Dietikon), Schwaar + Partner sowie Maier Hess. Im obersten Stockwerk des höchsten Hochhauses war eine Sky-Bar eingezeichnet. Fast so imposant wie die beiden geplanten Hochhäuser beim Zürcher Stadion war der Aufmarsch der Redner anlässlich der Medienkonferenz am 12. Juli 2016, bei der die Stadt das Ergebnis des Investorenwettbewerbs präsentiert hat. Es sprachen Zürichs Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) ... ... Hochbauvorstand André Odermatt (SP) ... ... Stadtrat Gerold Lauber (CVP) als Schul- und Sportvorsteher ... ... Stadtbaumeister Patrick Gmür ... ... GC-Präsident Stephan Anliker ... ... und FCZ-Geschäftsführer Thomas Schönenberger. Vorderhand bleibt das Hardturm-Areal aber eine Brache. Wann das Stadion und die Hochhäuser gebaut werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Sicher ist: Das Stadtparlament muss sich auch noch damit befassen – und ziemlich sicher auch das Stimmvolk. Und eben genau an der Urne war das vorherige Stadionprojekt am 22. September 2013 gescheitert. Diese Miniausgabe in Tortenform, am selben Tag vor dem Match GC – Thun im Letzigrund präsentiert, konnte das Nein nicht abwenden. Das waren noch Zeiten: Blick ins Hardturm-Stadion während des spektakulären Meisterschaftsfinales gegen Sion am 8. Juni 1991. 3:2 gewannen die Grasshoppers und konnten damit eine Runde vor dem Meisterschaftsende den Pokal entgegennehmen. Sie wurden damit zum 22. Mal Schweizer Meister. Zwei Hochhäuser sind übrigens auch das Markenzeichen des Luzerner Fussballstadions.

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Im Letzigrund-Stadion finden regelmässig Fussballspiele statt. Noch. Denn wenn das Hardturmstadion tatsächlich gebaut wird, ziehen GC und FCZ in einigen Jahren dorthin. Im Letzigrund droht dann gemäss NZZ die grosse Leere, denn die Fussballspiele machen einen Grossteil der Veranstaltungen aus.

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Daneben gab es in den letzten Jahren nur noch sieben bis zehn Grossanlässe pro Jahr. Hauptsächlich waren es grosse Konzerte, das Leichtathletikmeeting Weltklasse Zürich sowie ein Wohltätigkeitsevent und ein Leichtathletik-Wettkampf für Kinder. Sofern die Stadt keine andere Grossveranstaltung ins Stadion holen kann, wird es die meiste Zeit über ungenutzt sein.

Gibt es genug Ideen?

Wie das Sportdepartement zur Zeitung sagt, hat man ein Konzept für die Zeit ohne GC und FCZ. Dieses wurde bereits für die Abstimmung 2013 entwickelt, als die Bevölkerung das vorherige Hardturm-Projekt ablehnte. Allerdings besteht dies aus dem heutigen Programm ohne Fussball, so die Zeitung.

Laut dem Sportamt könnte der Leichtathletikklub Zürich zudem die Anlage häufiger für Trainings und Veranstaltungen nutzen. Weiter sollen viele kleine und mittlere Veranstaltungen stattfinden, etwa Firmen- oder Vereinsanlässe. Nur gibt es dies im Letzigrund schon heute und die Konkurrenz in diesem Geschäft ist gross.

Weniger Einnahmen

Auch kann die Zahl der grossen Konzerte nicht so einfach erhöht werden. Derzeit dürfen laut Gestaltungsplan nur vier pro Jahr und alle drei Jahre ein fünftes Konzert dort stattfinden. Um dies zu ändern, muss der Gemeinderat grünes Licht geben.

Die Stadt müsste wohl noch mehr finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. Schon heute subventioniert sie das Stadion mit 10 Millionen Franken pro Jahr. Drei Millionen Franken Einnahmen fallen weg, wenn die Fussballclubs wegziehen. Trotzdem rechnet die Stadt nicht mit einem höheren Defizit. Durch den Wegfall der Fussballspiele würden auch die Betriebskosten zurückgehen. Gemäss der Zeitung hat sich aber der Subventionierungsgrad erhöht, der schon heute 60 Prozent beträgt.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marko 33 sein Sohn am 22.05.2018 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in die Höhe

    Der gösste Grund warum ich für den Hardturm bin ist das gleich zwei mal massiv in die Höhe gebaut wird. Das sollte noch viel häufiger geschehen, unserer Unwelt zu liebe.

  • Major Grubert am 22.05.2018 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Panik

    Bis der neue Hardturm gebaut wird, vergehen sicher noch 20 Jahre bis dahin kann man den Rosthaufen sowieso sanieren oder abbrechen

  • Zürich am 22.05.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Neues Stadion

    Das Letzigrund Station wurde aber ursprünglich auch nicht für Fussball-Veranstaltungen gebaut...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Grigo Fakalaya am 22.05.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    GC braucht gar kein Stadion

    für seine 3 Fans und ist in der Stadt Zürich ohnehin nicht zuhause. Ab nach Niederhasli!

  • kurt am 22.05.2018 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    andere Städte

    es gibt in der Schweiz wirklich genug Stadien welche. je voll sind. die könnten nun wirklich in den grossen Stadien spielen die es bereits gibt. er Gallen hat ein neues. Luzern und Bern. sie sollen da spielen

  • peter am 22.05.2018 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso sollte

    es gibt die Leichtathik. Mann könnte dieses evtl mehrmals im Jahr machen. dann hat es auch mehr Terminen für Konzerte. das ist doch perfekt und es kommen nicht mehr diese Schläger chaoten

  • DDütsche am 22.05.2018 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverantwortlich

    Egal ob Stadion oder nicht Ihr glaubt doch nicht im Ernst daran das ich mit meiner 5jährigen Tochter ein Spiel in der Ch Bünzli Liga schaue Bengalo gegen Pyro und auf der Haupttribüne bekommt man für eine Halbzeit alle Fäkalwörter fürs Leben mit

  • Hubertus am 22.05.2018 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Andernorts, u.a. in der Bundesliga...

    wird auch in "Leichtathletik-Stadien" Profi-Fussball gespielt. Der grosse Unterschied: Dort sind die Ränge jeweils bis auf den letzten Platz besetzt, selbst wenn der Platzclub schlecht spielt. In Zürich aber rufen ein paar wenige Tausend "HOPP GC" oder "HOPP FCZ", da kann ja keine Stimmung aufkommen. Der FC Aarau plant ein Stadion für 10'000 Zuschauer, das würde auch für die Zürcher Nischen-Sportart "Fussball" vollauf genügen!