Schweizer Premiere

22. August 2014 06:12; Akt: 22.08.2014 11:11 Print

Im Tattoo-Studio gibts Chips für unter die Haut

Gechipt wie ein Hund – ein Zürcher Tattoo-Studio implantiert Kunden neu Microchips unter die Haut. Damit kann man etwa sein Handy entsperren. Das ist nicht unumstritten.

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Im Tattoo-Studio Mitico Bodycult in Zürich-Oerlikon kann man sich ab Ende August für 150 Franken einen kleinen Chip implantieren lassen. Dieser lässt sich danach mit Daten oder Anwendungen via NFC-Kommunikation beschreiben: «Die Möglichkeiten sind unbegrenzt», sagt Eigentümer Deady Leemann. «Man kann damit das Handy entsperren oder auch nur die Blutgruppe, einen Notfallkontakt oder den Namen des Partners darauf vermerken.» Sie seien die ersten in der Schweiz, die das anbieten würden.

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Ursprünglich hatte Leemann die Idee von einer Freundin, die für den Tierschutz Arche Noah Schweiz arbeitet. «Sie kam vor ein paar Wochen zu mir, weil sie wissen wollte, wie sich dieses Chip-Implantat beim Menschen anfühlt», so Leemann. Darauf habe er diesen Chip extra in Asien anfertigen lassen. Der Chip besteht aus Bioglas, das keine abstossende Wirkung auf den Körper hat. Er habe auch schon mehrere Interessenten für das Implantat: «Die Zielgruppe besteht aus Leuten aus der Bodymodification-Szene, die ein exklusives Gadget im Körper haben möchten, und aus Computerbegeisterten, die den Trend von Anfang an mitmachen möchten.»

Geringes Risiko für Missbrauch

Allerdings sind solche Chips nicht unumstritten. In Internetforen befürchten User, dass dies der Beginn der totalen Kontrolle über den Menschen sein wird. Das sieht Leemann aber anders: «Es ist kein batteriebetriebener Chip – man braucht das NFC-Gerät als Gegenpart.» Zudem sei die Reichweite sehr klein und man müsse das Gerät direkt auf die Hand legen, um die Daten abrufen zu können. Auch entscheide der Kunde selber, was er darauf speichern möchte.

Dies bestätigt auch Heinz Mathis, Leiter des Instituts für Kommunikationssysteme (ICOM) in Rapperswil: «Die Risiken von Missbrauch sind relativ gering.» Neben der geringen Reichweite könne man die Daten auch verschlüsseln. Grundsätzlich sei diese Technologie auch keine Neuerscheinung in unserem Alltag: «Der biometrische Schweizer Pass, die Kreditkarten mit Paypass-Funktion oder unsere Haustiere sind bereits damit ausgestattet.»

Am 31. August findet ab 12 Uhr der Kick-Off-Event statt, bei dem man den Chip zu einem Spezialpreis von 100 Franken implantieren kann. Sämtliche Einnahmen von diesem Tag werden an die Tierschutzorganisation Arche Noah gespendet.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Habangst am 22.08.2014 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Vor Jahren

    Vor JAHREN hat mir jemand gesagt ich solle aufpassen, falls mal jemand von mir verlangt mir einen Chip einpflanzen zu lassen. Der käme dann entweder auf den Handrücken oder die Stirn. Damals musste ich lachen aber heute ist mir eher zum weinen zu mute!!!!

  • ;-/ am 22.08.2014 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    To much

    Das geht jetzt ein bisschen zu weit. Name, geb.Datum und AHV Nr. nicht vergessen...

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  • Lindo Anjo am 22.08.2014 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Zuwenig durchdacht!

    Es würde mich mal interessieren, welche Auswirkungen der Chip bei Flugreisen (Körperscanner) hat, auch bei Operationen oder Untersuchungen (CTO, MRT, Röntgen)?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli N. am 23.08.2014 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die ersten! Naja...

    Ich hatte mir schon ca. 2008 einen solchen RFID Chip implantieren lassen, also vor über 5 Jahren. Letztes Jahr habe ich ihn rausschneiden lassen, weil ich ihn nicht mehr gebraucht habe und er mich störte. Also,von wegen die ersten in der Schweiz ;-)

  • Claude mattiazzo am 23.08.2014 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chip

    Hr. Leemann mag ja für dieses Projekt recht haben. Jeder der die technische Entwicklung der letzten Jahre beobachtet hat, weiss das es kein Problem mehr ist heute einen Chip mit GPS Tracking unter die Haut zu Pflanzen! Man mag jetzt einwenden, dass jeder der nichts zu verbergen hat auch nichts zu befürchten hat. Dem sag ich, dass es noch noch lange her, dass hinter dem eisernen Vorhang (Ehem. Ostblockstaaten) Millionen von Bürger mit viel Aufwand total überwacht wurden! Nur zu gerne hätten diese Staaten ein solches System gehabt hätten! Für politisch/Religiös Andersdenkende wird's sehr eng!

  • Willy D. am 23.08.2014 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das geflügelte Wort des 21. Jahrhunderts

    Ob der junge Herr, wenn er einmal nicht mehr so jung sein wird, nicht etwas bedauern wird, was er auf den Kopf hat schreiben lassen? Mit einem "Tintengummi" wird man das Wort "F..." nicht ausradieren können! Ja richtig, es ist ja sein Kopf, geht mich also nichts an...

    • leser am 23.08.2014 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      am ziel vorbei

      haare drüber wachsen lassen??!! übrigens falls sie es nicht mitbekommen haben, im bericht geht es um ein microchip implantat und nicht um den kopf des jungen herrn......

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  • Markus H. am 23.08.2014 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    nur bei Tieren OK?

    Bei den Hunden und Katzen ist es völlig ok; diese werden sogar in einer Datenbank gespeichert, welche online abrufbar ist.. Aber beim Menschen, welcher selber entscheiden kann, was auf dem Chip gespeichert wird und nirgends in einer Datenbank auftaucht, ist es "das grosse Böse", "Humbug", "totale Kontrolle"?? Also bitte: es ist ein lustiges Gadget und kommt (zumindest am Charity-Day 31.8) dem Tierschutz zugute!

  • Trucker am 23.08.2014 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft ( muss das sein???)

    kann ich mir jetzt einen Rundfunk-Empfänger mit Kommunikationsmöglichkeiten implantieren lassen? Der ewige Handywechsel bei Aboverlängerung nervt langsam ;-)