Stadträtin Nielsen

11. Februar 2018 11:03; Akt: 12.02.2018 20:57 Print

Stapi Corine Mauch soll Auslöser für Rücktritt sein

Offenbar hat Zürichs Stadträtin Claudia Nielsen unter anderem wegen ihrer Parteikollegin und Stadtpräsidentin Corine Mauch ihre Kandidatur zurückgezogen.

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Nach dem Rücktritt von Zürichs Stadträtin Claudia Nielsen war völlig unklar, warum sich die SP-Politikerin so kurz vor den Wahlen am 4. März entschieden hat, nicht mehr anzutreten. In der kurzfristig anberaumten Medienkonferenz dankte sie weder ihrer Partei noch ihren Amtskollegen. Über die Gründe wurde vorerst nur spekuliert.

Nun berichtet die «NZZ am Sonntag», dass SP-Stadtpräsidentin Corine Mauch offenbar einen Anteil am Entschluss von Nielsen hat. Mauch wurde am Freitag, 2. Februar 2018, von der städtischen Finanzkontrolle informiert, dass seit Jahrzehnten im Stadtspital Triemli ärztliche Honorare nicht dem Reglement entsprechend verwendet werden. Ärzte weisen Gelder in einen Fonds, mit dem zum Beispiel Weiterbildungskurse von Untergebenen finanziert werden. Daraus können sich Ungenauigkeiten auf Steuererklärungen ergeben.

Mauch schreibt kühlen Brief an Nielsen

Daraufhin schreibt Mauch einen kühlen Brief an Nielsen: «Mit Befremden» nehme sie zur Kenntnis, dass die Finanzkontrolle die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsdepartement als «mangelhaft» bezeichnet habe. Auf den Brief folgt eine Sitzung am Dienstag, die Mauch als «offen, intensiv, aber lösungsorientiert» bezeichnet.

Am Mittwochmittag, 7. Februar 2018, zog Nielsen dann ihre Kandidatur für den Stadtrat zurück. Über ihre Sprecherin teilt die SP-Stadträtin der «NZZ am Sonntag» mit, das Gespräch mit Mauch sei «mit ein Element» für den Entscheid gewesen, nicht mehr anzutreten.

Nielsen hatte sich mehr Unterstützung erhofft

Die Zeitung weiss aus dem Umfeld von Nielsen zudem, dass sich die Politikerin mehr Unterstützung von ihrer Partei erwartet hatte. Dass die SP Mitte November in der vorberatenden Parlamentskommission mitgeholfen hatte, ihre Spitalstrategie zu beerdigen, habe Nielsen tief getroffen.

Die SP hat an einer Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen, keinen Ersatzkandidaten für Nielsen aufzustellen. Die Partei hat auf kommenden Dienstag, 13. Februar 2018, allerdings zu einer Medienkonferenz eingeladen.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • thesy am 11.02.2018 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Und ich dachte mehr Frauen in der Politik mache diese anständiger. Leider ist eher das Gegenteil der Fall.

  • Beat Meiee am 11.02.2018 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP Gemauschel

    SP sollten alle sofort jetzt aus dem Stadtrat zurücktreten. Zuallererst Mauch und Wolff. Echte Alternativen sind gesucht.

    einklappen einklappen
  • Beim Teutates am 11.02.2018 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das finde ich in Ordnung!

    Diese Regierung ist sowieso zu Rot!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elias Truttmann am 11.02.2018 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beleidigte Leberwurst

    damit verdichten sich die Anzeichen, dass Nielsen ihrer eigenen Partei bewusst schaden wollte. Hätte sie sich 1-2 Monate früher zurückgezogen, hätte die SP den Sitz noch retten können. Mitleid ist trotzdem fehl am Platz. Nielsen war von Anfang an überfordert und unterqualifiziert, daraus hätte die SP längst Konsequenzen ziehen müssen.

  • Peggy am 11.02.2018 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschütteln

    Sehr "glaubwürdige Partei ". Dass die noch so viele Anhänger haben ist mir ein Rätsel.

  • Denner3000 am 11.02.2018 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    und wieder eine Runde

    Eigentlich unfassbar, wenn man die Kommentare so liest. Alle wissen es, das ein solcher Stadtrat nicht geht. Aber trotzdem werden sie immer und immer wieder gewählt!

  • z.u. am 11.02.2018 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    !!!

    eigentlich braucht es beide nicht. Es könnten sich beide verabschieden und Herr Wolf gleich mitnehmen

  • War Um am 11.02.2018 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie will man

    mehr Frauen für politische Ämter gewinnen, wenn Frauen wie Mauch, notabene von der SP, dies selber verhindern?