Politisches Engagement

03. Mai 2018 05:43; Akt: 03.05.2018 10:44 Print

Zürcher Jungparteien haben massiven Zuwachs

von T. Mathis - Die Jungparteien im Kanton Zürich wachsen stark. Die Junge EVP musste sich deswegen gar neu organisieren.

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Erst 15 Jahre alt ist Emanuele Omusoru. Doch er hat bereits einen Vorstandsposten in der Jungen EVP Zürich, die sich im Januar wegen ihres Wachstums neu organisiert hat. Seit 2014 hat sich die Mitgliederzahl der Jungpartei auf rund 100 verdoppelt. Allein im Jahr 2017 verzeichnete man einen Zuwachs von 34 Prozent.

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«In einer Jungpartei haben auch Minderjährige die Möglichkeit, sich einzubringen», sagt der 15-jährige Schüler aus Kollbrunn. Dass er sich in so jungen Jahren für Politik interessiert, habe sein Umfeld erstaunt. «Zwar wusste man, dass ich Politik wichtig finde, aber meine Kollegen hätten nie gedacht, dass ich mich für ein Amt in einem Parteivorstand melde.»

«Partei ermöglicht Einfluss»

Für die Junge EVP hat sich Omusoru vor rund einem Jahr entschieden. Es ist ihm wichtig, dass er sich für die christlichen Werte einsetzen und so seinen Glauben in die Politik transportieren kann. «Als Einzelkämpfer hat man weniger Einfluss als in einer Partei. Man kann mehr beitragen», sagt der 15-Jährige, der auch im Zürcher Jugendparlament sitzt.

Einsetzen möchte sich der Jungpolitiker für ein neues Schulfach Politik, damit die Jugendlichen früh mit den Themen und Institutionen bekannt werden. Auch das Stimmrechtsalter 16 auf Anfrage erhält Unterstützung von ihm. «Damit bleibt der Politik-Unterricht nicht theoretisch.»

Zürcher Jungparteien wachsen

Renato Pfeffer, Präsident der Jungen EVP, spricht von einer bedeutenden Verjüngung in der Partei. «Der Anteil an Mitgliedern, die unter 20 Jahre alt sind, hat sich von knapp zehn auf knapp zwanzig Prozent verdoppelt.»

Der Trend von wachsenden Zürcher Jungparteien beschränkt sich nicht auf die Junge EVP. Die Juso etwa ist in den vergangenen zehn Jahren viermal grösser geworden. Bei den Grünen verzeichnet man seit den Nationalratswahlen 2015 einen Anstieg um rund 40 Prozent. Nach den Wahlen sei das Interesse am politischen Engagement spürbar gestiegen. Auch die Junge GLP Zürich verzeichnet ein erfreuliches Wachstum.

Frauenanteil steigt ebenfalls

Auch bürgerliche Jungparteien wie die Junge SVP wachsen. Bei den Jungfreisinnigen heisst es, dass das Wachstum in den vergangenen Jahren konstant zugenommen habe, seit 2013 um rund 20 Prozent. Und auch die Mitgliederzahl bei der Jungen CVP ist seit 2010 dreimal grösser geworden.

Doch nicht nur die Mitgliederzahl ist in den vergangenen Jahren gestiegen, sondern auch der Frauenanteil. Bei den Jungen Grünen ist er mit 54 Prozent am höchsten. Über 40 Prozent Frauen sind es auch bei der Juso und den christlichen Mitteparteien.

«Jungparteien haben klare Positionen»

Ein Grund für die massive Zunahme der Mitgliederzahl sieht Politologe Michael Hermann in der Attraktivität der Parteien: «Jungparteien spielen in jüngster Zeit generell eine wichtige Rolle. Sie werden stark wahrgenommen, weil sie klare Positionen vertreten. Dadurch treiben sie die Mutterparteien an.» Das habe sich etwa bei der No-Billag-Initiative gezeigt.

Ein zweiter Grund seien die internationalen Entwicklungen wie etwa Trump oder Brexit. Hermann: «Es entsteht der Eindruck, dass Dinge in Bewegung geraten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Addyss am 03.05.2018 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ICF lässt grüssen

    Religion ist gut und recht. Aber mit Politik sollte es nicht viel zu tun haben..

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  • D. Meier am 03.05.2018 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beweisen

    Stimmalter 16 ist zu früh!Die Jungen sollen erst mal Leistung zeigen und sich beweisen in der Gesellschaft und die Persönlichkeit festigen! Stimmrecht mit 18 muss bleiben!

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  • G.V. am 03.05.2018 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugendegangement

    Die beste Form von Engagement währe es, abstimmen und wählen zu gehen. Aber viele Leute aus meiner Generation sind sich zu schade dafür.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Neutral am 03.05.2018 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja aber ohne Religion

    Jungparteien sind begrüssenswert, aber nur wen sie keinen religiösen Hintergrund haben.

  • SlipKnot74 am 03.05.2018 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    ist so ein trend wie tatoos ... keine grosse Lebenserfahrung aber hauptsache das gefühl zur mitbestimmung ... sinnvolle Beiträge ... man wirds sehen ob dies gut kommt ?! bis jetzt kam auch von der jüngeren generation nicht viel ...

  • cris am 03.05.2018 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so!

    wenn ich sehe was die 'alten' Parteien bieten -gerade was die Vollgeld-Initiative betrifft- erstaunt es mich gar nicht dass die Jungen das korrigieren wollen.

  • P.Ragmatikus am 03.05.2018 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    EVP und CVP sind illegal..!!

    In der Schweiz sind Religion und Staat in der Verfassung getrennt. Daher sind rechtlich gesehen religiös motivierte Parteien, vor allem solche mit dem Ziel die CHer Politik nach religiösen Werten zu gestalten, illegal. Dabei spielt es keine Rolle ob es nun christilich, muslimisch, jüdish, hindu oder pastafari motivierte Parteien sind..!!

  • Nellla am 03.05.2018 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Engagement

    Ich stelle mich hinter Jedermann das für seine Idee und Rechte Bereitschaft und Engagement zeigt. Die Jugendliche sollten sich klar werden, das sonst nur Anderen über Ihre Zukunft entscheiden.