Kesb-Statistik

21. Dezember 2015 09:14; Akt: 21.12.2015 09:14 Print

Kinderheime haben wieder freie Plätze

Dem Ruf zum Trotz: Die Kesb halten sich bei Fremdplatzierungen zurück. So gibt es zum ersten Mal seit Jahren in Zürcher Kinderheimen keine Wartelisten mehr.

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Die Kesb scheint bei Fremdplatzierungen massvoller zu sein als frühere Laienvormundschaftsbehörden. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

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Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) mussten seit ihrer Einführung vor drei Jahren so einiges an Kritik einstecken. Vor allem von bürgerlichen Politikern kamen Vorwürfe: Es werde zu drastisch eingegriffen und Kinder würden viel zu überhastet in Heimen platziert.

Nun zeigt sich laut dem «Tages-Anzeiger», dass diese Vorwürfe ungerechtfertigt sind – denn wie eine Statistik zeigt, gibt es zum ersten Mal seit Jahren in Zürcher Kinderheimen wieder freie Plätze. Experten sprechen laut dem «Tages-Anzeiger» von einer Trendwende.

Weniger Fremdplatzierungen

So zum Beispiel André Woodtli, Leiter des Amts für Jugend- und Berufsberatung (AJB). Die Zeiten der Wartelisten seien definitiv vorbei – obwohl noch immer viele Heime zu 90 Prozent ausgelastet seien. Dass die Zahl der Kinder in Pflegefamilien gleichzeitig konstant geblieben ist, lässt jedoch den Schluss zu, dass es insgesamt weniger Fremdplatzierungen gibt.

Dietmar Bechinger, Co-Leiter des Kinderheims Inselhof beim Triemli, ist überzeugt: Die Kesb spielen dabei eine entscheidende Rolle. «Wir beobachten eine grössere Zurückhaltung bei Einweisungen», sagt er zum «Tages-Anzeiger». Ruedi Winet, Präsident der Zürcher Kesb-Präsidienvereinigung, überrascht das nicht. Er sagt, Kesb-Profis könnten Massnahmen besser abschätzen als die früheren Laienvormundschaftsbehörden.

Kritiker noch nicht verstummt

Trotz der neusten Statistik üben Kesb-Gegner weiterhin Kritik. FDP-Kantonsrat Martin Farner hält zum Beispiel an seiner Meinung fest: «Es wird zu schnell und zu viel eingegriffen.» Er achtete dabei weniger auf die Anzahl freier Plätze in Kinderheimen als vielmehr auf die Zahl der Rekurse gegen Kesb-Entscheide.

Das Hauptproblem sieht Farner jedoch bei der Kommunikation. «Mir fehlt die Menschlichkeit in der neuen Behörde», sagt er zum «Tages-Anzeiger». Genau daran wollen die Kesb nun arbeiten: Der Aufbau einer Kesb- Ombudsstelle ist geplant und man will verstärkt mit den Zürcher Gemeinden zusammenarbeiten.

(ced)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi Sorglos am 21.12.2015 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder sind IMMER die Opfer

    Und ich wünschte mir, dass die Kinder mehr angehört und dann auch ERNST GENOMMEN WERDEN!!

  • neuenschwander am 21.12.2015 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    denn wie eine Statistik zeigt...

    denn wie eine Statistik zeigt....wers glaubt wird seelig .wie können wir bürger das überprüfen. papier ist geduldig. sorry aber die KESB so was von.....zum schutz und wohle des kindes...und Kesb-Profis wie es im artikel steh.was wissen die schon??? Rechtlich sollte jedem kind das aus einer familie entrissen wird ein anwalt zur verfügung stehen wo das kind rechtlich vertritt

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  • Dude am 21.12.2015 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ;-)

    Das heisst, es müssen nächste Zeit wieder nichtexistente Problemfälle generiert werden, um die Plätze zu füllen... Sonst ist die Subvention gestrichen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beistand am 21.12.2015 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Eingreifen, wenn nötig

    Es ist und bleibt schwierig für einen Aussenstehenden abzuschätzen, ob Kinder fremdplatziert werden müssen. Das gilt auch für die KESB. Wenn Kinder jedoch Schutz brauchen, dann muss schnell und kompromisslos eingegriffen werden. Zu oft haben wir in letzter Zeit in den Medien von toten Kindern im Keller hören müssen.

  • kurt werner am 21.12.2015 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kesb

    @neuenschwander, ein Kind will immer in jeder Lage , in jeder Situation egal was die Eltern mit ihnen anstellen, bei den Eltern bleiben. hört auf immer auf der kesb herumzuhacken. es ist manchmal wirklich besser , wenn die Kinder fremdplaziert werden, leider!

  • Cartman1993 am 21.12.2015 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Objektive Kritik?

    Wenn es um die Kesb geht, sind die Meinungen immer so abartig klar und die Kesb das absolut böse. Wenn diese Familien wirklich so harmonisch wären und sie keine Fehler in der Erziehung machen würden, müsste die Kesb nicht einschreiten. Oder glaubt ihr die Kesb macht das aus Spass? Mir fehlt bei dieser Diskussion die objektive Kritik und ich wäre dafür, dass bei solchen Fällen der Datenschutz gelockert wird, damit sie sich verteidigen kann,damit beide Seiten mit gleichlangen Spiessen kämpfen können

    • S. am 21.12.2015 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman1993

      du sprichst mir aus dem Herzen. Viel zu oft wird nur einseitig berichtet. Die KESB darf sich dabei nicht zu den Fällen äussern was meiner Meinung nach sehr unfair ist!

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  • uslenderin am 21.12.2015 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elternlose Kinder

    Jedes zu unrecht heimplatziertes Kind ist zu viel. Nur Kinder die wirklich keine Eltern mehr haben und keine andere Bezugsperson sollen ins Kinderheim kommen. Andere Kinder gehören dort nicht, und sollten nicht für dieses Geschäft ausgenutzt werden. Als Ausländerin bin zutiefst geschockt, wenn ich sehe was hier abläuft. Schämen sollten sich dabei alle normalo Bürger die einfach wegschauen, die meinen jeder ist 'selber schuld', 'es gibt bestimmt andere Gründe' etc. pfui einfach pfui.

  • Les aus ZH am 21.12.2015 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist auch gut so!!!

    Und das ist auch gut so!!! Nicht die Unterbringung in Heimen ist die Lösung sondern ein Elternteil muss zu hause bleiben und die KINDERERZIEHUNG!! übernehmen: Was heisst weniger ausgebe zB mehrmals in die Ferien verreisen!!! Jeder Familienangehörige betreibt ein teures Hobby usw.

    • Maria am 21.12.2015 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      Verständnisproblem?

      Sorry, es geht hier nicht um Kinderkrippen oder -horte oder um Internate, wo arbeitstätige Eltern tagsüber ihre Kinder abgeben, sondern um Kinderheime. Hier müssen u.a. die Kinder wohnen, die ihren Eltern zwangsweise weggenommen worden sind, egal ob die Eltern berufstätig sind oder nicht.

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