Bezirksgericht Zürich

09. März 2016 20:10; Akt: 09.03.2016 20:10 Print

Konzertveranstalter als Betrüger verurteilt

von A. Szenogrady - Der langjährige Konzertveranstalter Harry Sprenger kassiert wegen Betrugs eine bedingte Freiheitsstrafe. Er hatte die Suisa um rund eine halbe Million Franken geprellt.

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Konzertveranstalter Harry Sprenger aufgenommen im Jahr 2008 (Bild: Sophie Stieger)

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Es war im Oktober 2011, als mit der Free & Virgin group GmbH eine bekannte Zürcher Konzertveranstalterin Konkurs ging. Heute ist klar, dass hinter dem finanziellen Zusammenbruch auch kriminelle Machenschaften steckt. Dabei geriet der heute 66-jährige Geschäftsführer Harry Sprenger aus Urdorf ins Visier der Behörden. Der langjährige Konzertveranstalter von Heavy-Metal-Anlässen in der Schweiz kam im Sommer 2011 in die Schlagzeilen, weil sich das Sonisphere-Festival von Basel als Flop erwiesen hatte.

Finanzielle Probleme hatte der Beschuldigte laut Anklage aber bereits mehrere Jahre vor dem Konkurs. Er versuchte, seine Gruppe zu retten – gemäss Staatsanwalt Manfred Welti auch mit illegalen Methoden zu Lasten der Urhebergesellschaft Suisa, welche mit dem Limmattaler Konzertveranstalter schon seit rund 30 Jahren zusammenarbeitete.

Falsch gemeldete Konzerte

Laut Anklage führte Sprenger die Suisa mit falsch gemeldeten Konzerten hinters Licht, indem er wiederholt diverse Ticket-Einnahmen arglistig verschwieg. Womit die geschädigte Gesellschaft alleine beim Sonisphere-Festival um über 125'000 Franken geprellt wurde. Zudem soll sich Sprenger in Rahmen eines widerrechtlichen Geschäfts ein Darlehen von über 220'000 Franken gewährt haben.

Der Beschuldigte und sein Verteidiger wiesen die Betrugsvorwürfe am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich zurück und verneinten jegliche Arglist. Sprenger machte auch komplexe Geschäftsabläufe, Fehler und Erinnerungslücken geltend.

Allerdings ohne Erfolg, da das Gericht zum Schluss in weiten Teilen – so auch wegen mehrfachen Betrugs – zu Schuldsprüchen kam und anklagegemäss eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten festlegte. Bei einer verlängerten Probezeit von drei Jahren.

Deliktsbetrag eine halbe Million Franken

Der Gerichtspräsident Sebastian Aeppli bezifferte den gesamten Deliktsbetrag auf rund eine halbe Million Franken und sprach von einem nicht mehr leichten Verschulden Sprengers. Der Beschuldigte habe das Vertrauen der Suisa missbraucht, erklärte er. Der Verurteilte wurde verpflichtet, den Schaden der Privatklägerin zurückzuzahlen. Sprenger kann das Urteil anfechten und an das Obergericht weiterziehen.