Bundesgericht

08. März 2018 12:59; Akt: 11.03.2018 00:50 Print

Mann, der Baby vergiften wollte, bleibt in Haft

Ein Pflegefachmann, der 2011 seine neugeborene Tochter vergiften wollte, bleibt im vorzeitigen Strafvollzug. Das Bundesgericht hat die Ablehnung eines Haftentlassungsgesuchs bestätigt.

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Das Bundesgericht in Lausanne hat die Ablehnung eines Haftentlassungsgesuchs des Mannes bestätigt. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Ein heute 45-jähriger Pflegefachmann aus dem Kanton Zürich befindet sich seit dem Januar 2012 in Haft. Das Zürcher Obergericht verurteilte ihn Mitte Dezember 2015 zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren. Es sprach ihn des mehrfach versuchten Mordes und der qualifizierten einfachen Körperverletzung schuldig.

Der Mann hatte seinem Baby 2011 und 2012 insgesamt vier mal heimlich das Beruhigungsmittel Temesta und ein Mal Insulin verabreicht beziehungsweise injiziert. Das Bundesgericht hob die Verurteilung des Obergerichts im November 2017 auf. Grund: Der Sachverhalt wurde nicht genügend abgeklärt. Die Zürcher Justiz muss neu über den Fall entscheiden.

Nun hatte das Bundesgericht über ein abgelehntes Haftentlassungsgesuch zu entscheiden. Die bisher erstandene Haft von rund sechs Jahren ist laut Urteil noch nicht in grosse Nähe der zu erwartenden Freiheitsstrafe gerückt. Daher bleibt der Mann in Haft. Dies geht aus dem am Donnerstag publizierten Entscheid hervor.

Das Bundesgericht hält fest, dass eine Freiheitsstrafe von zumindest acht oder mehr Jahren nicht ausgeschlossen sei. Das Bundesgericht hält in seinen Erwägungen fest, dass bei der Prüfung der zulässigen Haftdauer die Möglichkeit einer bedingten Entlassung aus dem ordentlichen Strafvollzug nur in Ausnahmefällen Rechnung zu tragen sei.

(sda)