«Jugend forscht»

30. März 2018 14:45; Akt: 30.03.2018 14:45 Print

Maturand spielt in der Liga der Physik-Professoren

von T. Mathis - Ein Programm hilft den Studenten, die Relativitätstheorie zu verstehen. Erstellt wurde es von einem 18-jährigen Aargauer.

Das Phänomen «Interstellar» kurz erklärt. (Video: tam)
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Im Hollywood-Blockbuster «Interstellar» dreht sich alles um das Weltall. Die Menschheit ist auf der Suche nach einem bewohnbaren Planeten, weil die Erde so stark geschädigt ist, dass ein Überleben schwierig geworden ist. Abhilfe könnte ein schwarzes Loch bieten, durch das man zu einem anderen Planetensystem gelangen kann.

Damit die komplexen physikalischen Bedingungen richtig abgebildet werden, engagierte die Film-Crew den amerikanischen Nobelpreisträger Kip Thorne. Er bestimmte unter anderem, wie das schwarze Loch aussehen soll. Dabei konnte er auf sein grosses Wissen im Bereich der Physik zurückgreifen.

Damit befassen sich normalerweise Professoren

Der 18-jährige Maturand Sébastien Garmier aus Villmergen AG war fasziniert von diesem Film und wollte wissen, wie man das Bild eines schwarzen Lochs berechnet. Er hat im Rahmen seiner Maturarbeit deshalb ein Script geschrieben, das genau das kann. Dazu musste er sich allerdings mit der Relativitätstheorie von Einstein auseinandersetzen. Er bewegte sich damit in der komplexen Welt der theoretischen Physik, mit der sich normalerweise Professoren und Doktoren beschäftigen.

Entsprechend gross war die Ehre, die ihm zuteil wurde. Seine Arbeit wurde 2017 nicht nur als beste Abschlussarbeit der Kantonsschule Wohlen geehrt, sondern gewann auch in der kantonalen Ausscheidung einen Preis. Derzeit bereitet sich Garmier auf den Wettbewerb «Jugend forscht» vor, der Ende April stattfinden wird.

«Gutes Hilfsmittel für Studenten»

Durch die starke Gravitation des schwarzen Lochs wird das Licht abgelenkt. Das führe zu einer besonderen Konstellation: Befindet sich eine Kugel hinter dem schwarzen Loch, kann man sowohl die Vorder- als auch die Rückseite sehen. Garmier: «Bisher gab es kein handliches Tool, mit dem man die Relativitätstheorie so einfach darstellen konnte.»

Sein Programm sei deshalb besonders für Studenten nützlich, um die Theorie zu verinnerlichen. Das hätten ihm auch die Experten bestätigt: «Der Doktorand, der mich bei den Vorbereitungen auf den Wettbewerb im April unterstützt, findet das Tool ein gutes Hilfsmittel.» Wenn Garmier also im Herbst mit seinem Physik-Studium an der ETH Zürich beginnt, kann er seinen Mitstudenten ein nützliches Script präsentieren.