Regensdorf ZH

21. November 2017 13:08; Akt: 21.11.2017 13:51 Print

Mit einem Knall startet der Bau der 3. Gubriströhre

Bauarbeiter haben am Dienstag die erste Sprengung für die dritte Tunnelröhre am Gubrist ausgelöst. Bis 2022 wird der Nordring von vier auf sechs Spuren ausgebaut.

Feierlich wurde die erste Sprengung für die neue Gubriströhre zelebriert. (Video: sda)
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Die rund zehn Kilometer lange Nordumfahrung von Zürich gehört mit täglich bis zu 120'000 Fahrzeugen zu den am häufigsten befahrenen Autobahnabschnitten. Ein Viertel aller Staustunden auf Schweizer Autobahnen fallen beim Gubristtunnel zwischen dem Limmattalerkreuz und der Verzweigung Zürich Nord an.

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Eine dritte Röhre soll nun die Situation nachhaltig entspannen. Per Knopfdruck lösten die Gemeindepräsidenten von Regensdorf und Weiningen, Max Walter und Hanspeter Haug, am Dienstag die erste Sprengung für den drei Kilometer langen Tunnel aus. Der Durchbruch ist für 2019 geplant, die Inbetriebnahme im Sommer 2022.

Erste Sprengung für 3. Gubrist-Röhre

«Nach dem Baustart des Gesamtprojekts im letzten Sommer können wir nun mit dem Bau des Herzstücks beginnen», sagte Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen (ASTRA). Der 600 Meter hohe Hügel zwischen Regensdorf und Weiningen habe wegen des Staus in den letzten Jahren eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt.

Erleichterung weit über Zürich hinaus

«Das Projekt bringt eine Erleichterung für die Verkehrsteilnehmenden im ganzen Kanton Zürich und weit darüber hinaus», sagte die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Der Ausbau sei auch wichtig für die Wirtschaftsförderung. «Die Unternehmen sind auf gute Verkehrswege angewiesen.»


Flug über die Baustelle Zürcher Nordring im letzten Sommer.

Die Nordumfahrung wurde 1985 eröffnet. Jetzt wird sie durchgehend auf drei Streifen pro Fahrtrichtung ausgebaut. Die dritte Tunnelröhre soll - wie am Baregg im Aargau - den Verkehr in Richtung Bern, Basel, Luzern und Chur aufnehmen. Die beiden bestehenden Röhren werden in Richtung St. Gallen und Flughafen befahren.

Für den sechsspurigen Ausbau der Nordumfahrung ist gemäss ASTRA von Gesamtkosten im Umfang von 1,55 Milliarden Franken auszugehen. Während der Bauzeit sollen jeweils in beide Richtungen zwei Spuren dem Verkehr zur Verfügung stehen.

Temporärer Bahnhof am Gubrist

In verschiedenen Gemeinden im Limmattal, im Furttal, im Glatttal sowie im Raum Zürich Nord sind rund 70 kleinere und grössere Einzelmassnahmen vorgesehen. Unter anderem mit Änderungen von Kreuzungen und Verengungen von Fahrbahnen soll der Verkehr von den Dörfern auf die Autobahn verlagert werden.

Das Grossprojekt erhält sogar einen eigenen Bahnanschluss. Auf der östlichen Seite des Gubrists bei Zürich-Affoltern wird für drei Jahre ein Verladebahnhof eingerichtet. Dieser wurde geschaffen, um die rund 600'000 Kubikmeter Ausbruchsmaterial umweltverträglich abzutransportieren.

Damit lassen sich gemäss ASTRA rund 130'000 Lastwagenfahrten vermeiden. Der Gubrist werde beim Tunnelbau schonend gesprengt. Sprengladungen und Schallimmissionen seien verhältnismässig gering. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit rund 6000 Sprengungen. Dafür braucht es über ein Million Kilogramm Sprengstoff.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T.T am 21.11.2017 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh wunder

    Wow... hätte nie gadacht, daß ich das noch erlebe... und ich bin erst 30 ;)

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  • Sehnsucht 6 7 am 21.11.2017 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlagerung.

    Ich bin gespannt wo den der Verkehr sich dann verlagern wird. Beim Baregg konnte man den verkehrsfluss deutlich verringern am Anfang jetzt herrscht immer noch Chaos beim Feierabendverkehr vor dem Baregg und es staut sich immer noch. Wenn die sechs Spuren fertig sind wird der Verkehr ins Limmataler Kreuz verschoben und da stehen sie wieder die Autos.

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  • K.P am 21.11.2017 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3te Kloröhre

    Übrigens, unser Klo im Geschäft nennen wir Gubrist. Permanent Stau. Vielleich brauch wir auch eine 3 Röhre :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland S. am 22.11.2017 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verblendet

    Bei einer 12 Millionen Schweiz werden auch diese zusätzlichen Spuren nichts nützen. Für solch eine Schlussfolgerung brauche ich keinen Hochschulabschluss.

  • Basti,22,11,17 am 22.11.2017 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nei au, ein Wunder

    ja und deshalb gab das Mini Beben , ein Witz, bis 23 Dauert das, und nur 3 Km, lang, und vor 30 Jahren Geplant, ja die Liebe Demokratische Saubere CH, Kam im Tele ZH,

  • petered am 22.11.2017 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Lösung

    10 jahre nach Eröffnung wird aucv der 3. im Bund gestopft sein. mehr spuren=mehr autos. die einzige lösung ist automenge reduzieren!

  • Alumdria841 am 21.11.2017 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U-Bahn Zürich

    Und wann wird die Zürcher U-Bahn gebaut? Die Stadt mit Agglo wäre genug gross. Von der Fläche her aber auch von den Einwohner. Man sieht in Lausanne ja auch dass es bei der Bevölkerung sehr beliebt ist. Und Lausanne hat vier mal weniger Menschen.

    • Kondüktör am 22.11.2017 08:33 Report Diesen Beitrag melden

      S-Bahn statt U-Bahn funktioniert bestens

      Die Schweizer Städte sind allesamt zu klein für ein echtes U-Bahn-System. Zürich hat mit seiner S-Bahn allerdings ein System geschaffen, das im Kernbereich bzgl. Haltestellenabstand, Zugfrequenz und Reisezeiten einem grossstädtischen U-Bahnsystem recht nahe kommt. Grosser Vorteil gegenüber der U-Bahn: die meisten Haltestellen sind ebenerdig und man kann sich den zeitaufwändigen Gang in den Untergrund und wieder heraus sparen. Feinverteiler sind übrigens die Trams und Busse.

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  • Sehnsucht 6 7 am 21.11.2017 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlagerung eines Problem

    Ja genau sechs Spuren sollen den Verkehr flüssiger machen. Die Erfahrung beim Baregg zeigt aber ein ganz anderes Bild. Drei Tunnel sechs Spuren und letzten Freitag fast 15 km Stau. Normalerweise staut sich der Verkehr 20 bis 30 Min vor dem Baregg am Freitag waren es knapp ne Std. Klar es hatte drei Unfälle aber das Problem mit dem Stau hat sich in keinster Weise gelöst. Nach dem Bau des Gubrist wird sich der Verkehr einfach ans Limmataler Kreuz verschieben . E Voila da ist er wieder der Stau. x Millionen an Gelder um den Stau zu verschieben . ob das schlau ist wage ich zu bezweifeln.

    • U.G am 21.11.2017 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sehnsucht 6 7

      Und in 10 Jahren haben wir wieder eine Million mehr Einwohner. Mir graut es jetzt schon.

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