Pionierprojekt

22. Februar 2018 10:56; Akt: 22.02.2018 10:56 Print

Zürcher Muslime erhalten Seelsorge

Der Kanton Zürich beteiligt sich an einer Trägerschaft für muslimische Seelsorge. Ziel ist der Aufbau einer Organisation, die selbstständig ist.

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Die muslimischen Seelsorger werden vom Kanton Zürich geprüft, bevor sie zugelassen werden. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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In Notfallsituationen wünschen sich viele Menschen spirituellen Beistand. Für die 100'000 Muslime im Kanton Zürich gibt es bisher kein geregeltes Seelsorge-Angebot. Diese Lücke will der Kanton zusammen mit der Vereinigung der Islamischen Organisationen (VIOZ) schliessen. «Das ist das erste verbindliche Projekt in der Schweiz», sagt SP-Regierungsrätin Jaqueline Fehr an der Medienkonferenz.

Eine gemeinsame Trägerschaft von Kanton und VIOZ soll sicherstellen, dass ausreichend muslimische Seelsorger eingesetzt werden können. Die Trägerschaft besteht aus Vertretern von muslimischen Organisationen sowie der Direktion der Justiz und des Innern. Die muslimischen Seelsorger sollen nach einer Eignungsabklärung mit einer Sicherheitsüberprüfung zugelassen werden.

«Es geht darum, bekannt zu werden»

Wichtiger Teil dieses Projektes ist es, die Seelsorger weiterzubilden. Diesen Auftrag haben der Kanton und die VIOZ an das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg vergeben. Der Kanton Zürich unterstützt das Projekt bis Ende 2018 mit 325'000 Franken. Die VIOZ beteiligt sich mit 60'000 Franken.

Das Ziel ist, dass die muslimische Gesellschaft ab 2020 selbst für die Notfallseelsorge aufkommt. «Jetzt geht es darum, ein Netzwerk aufzubauen und bekannt zu werden», sagt Muris Begovic von der Trägerschaft für muslimische Seelsorge.

(tam/sda)