Noigass-Initiative

09. März 2018 05:51; Akt: 09.03.2018 05:51 Print

«Für die SP ist es die Stunde der Wahrheit»

von T. Mathis - Für die Initiative gegen das Projekt Neugasse der SBB sind bereits 6000 Unterschriften gesammelt. Die SP steht vor einer heiklen Entscheidung.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auf dem Areal Neugasse bei der Josefswiese im Stadtzürcher Kreis 5 plant die SBB eine Überbauung für rund 900 Einwohner. Dort, wo heute Reparaturwerkstätten stehen, soll ein komplett neuer Stadtteil mit einem Drittel gemeinnütziger Wohnungen entstehen. Die Umsetzung ist ab 2022 geplant.

Umfrage
Braucht es mehr gemeinnützige Wohnungen?

Dieses Projekt ist dem Verein Noigass ein Dorn im Auge. Statt nur ein Drittel sollen alle Wohnungen gemeinnützig sein. Die Mitglieder haben deshalb eine Initiative lanciert. In zehn Tagen konnten sie 6000 Unterschriften sammeln, nötig sind 3000 gültige Unterschriften. Damit ist die Initiative wohl zustande gekommen.

«Das Anliegen wird eine Mehrheit finden»

«Wir sind überrascht, wie viele Personen unterschrieben haben», sagt der Vereinspräsident Res Keller. Die gute Resonanz zeige, dass das Thema der Bevölkerung unter den Nägeln brenne. Viele hätten ohne Zögern ihre Unterschrift gesetzt. Er hofft, dass das Projekt nun ins Gespräch kommt. «Es ist realistisch, dass unser Anliegen im Gemeinderat eine Mehrheit finden wird», so Keller. Nach den Wahlen seien die Chancen dafür gestiegen.

Nicht viel hält man von der Initiative bei der FDP der Stadt Zürich. «Es handelt sich um ein über Jahre entwickeltes und ausgehandeltes Projekt, das nun blockiert wird», sagt der Fraktionspräsident Michael Schmid. Damit würden auch neue bezahlbare Wohnungen verhindert. Die SBB habe noch andere Areale, die sie entwickeln könne.

«Politik des Stadtrats wird unglaubwürdig»

Der Debatte im Gemeinderat blickt Schmid gespannt entgegen: «Für die SP ist es die Stunde der Wahrheit. Der SP-Stadtrat André Odermatt hat sich klar gegen 100 Prozent gemeinnützige Wohnungen ausgesprochen. Schwenkt die Partei nun auf den Kurs der Initiative um, wird die Politik des Stadtrats unglaubwürdig.»

Bei der SP der Stadt Zürich sieht man das anders. «Leider konnten wir die Initiative aufgrund der Kurzfristigkeit nicht offiziell unterstützen», sagt der Co-Präsident Marco Denoth. Unterstütze die Partei das Anliegen im Gemeinderat, heisse das nicht, dass man das Vorgehen von Odermatt kritisiere: «Der Stadtrat hat im Rahmen seiner Möglichkeiten das Maximum herausgeholt, und dafür hat er unseren Respekt. Wir als Partei finden das aber nicht genug und schöpfen unsere Möglichkeiten aus.»

«Der Druck auf die SBB ist gross»

Die SP sei der Meinung, dass die Stadt das Land kaufen solle. «Der Druck auf die SBB ist jetzt gross. Würde es zu einer Volksabstimmung kommen, ist es wahrscheinlich, dass ein Ja resultieren würde», so Denoth. Keine Stellung zur Initiative will die SBB abgegeben. Sie nehme die Mitteilung des Vereins zur Kenntnis, äussere sich aber nicht zum laufenden politischen Prozess, heisst es bei den Bundesbahnen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luki am 09.03.2018 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asoziales Verhalten

    Wenn einem nicht passt, was ein Unternehmen plant, dann wird eine Initiative gestartet...ich als SBB würde jetzt dort eine grosse Kompostieranlage planen.

    einklappen einklappen
  • Martin M am 09.03.2018 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mix macht es aus

    Der Effekt der Initiative wird sein, dass das Projekt nicht zu Stande kommt. Und so hat am Schluss niemand was davon. Ein Quartier nur mit gemeinnützigen Wohnungen ist nicht gut. Ein guter Mix ist erfolgsversprechenfer.

  • Miguel am 09.03.2018 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinnützige Wohnungen

    Das heisst nichts anderes als dass möglichst viele SP Parteigenossen mit hohem Einkommen eine günstige Wohnung bekommen sollen. So läuft es doch bisher immer. Dann noch ein paar Reichen aus den anderen Parteien so eine staatlich finanzierte Wohnung geben und Ruhe ist.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Butch am 09.03.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Was ich mich frage:

    Wenn die SBB Areale frei werden, wo werden dann die Reparaturen gemacht?

  • Martin Müller am 09.03.2018 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die SBB soll das Projekt einstampfen

    Ich bin selber Stadt Zürcher aber ich finde das absolut daneben was diese linken ... da abziehen aber das kann man halt nur in einer Stadt voller verblendeten Linken chaoten abziehen. Ich liebe diese Stadt aber was die linken mittlerweile in Zürich anrichten ist prekär. Ich hoffe die SBB bläst das Projekt ab und baut gar nix auf dem Grundstück, weil es kann nicht sein was diese Leute erzwingen wollen. Kann ich als Stadt Zürcher nicht unterstützen. Diese Menschen machen die ganze Wirtschaft in der Stadt kaputt. Immer mehr firmen verlassen die Stadt weil es immer mehr regulierungen von der linke

  • Sherlock Holmes am 09.03.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die Stunde der Wahrheit ?

    So ein Quatsch. Die SP wird schauen, woher der Wind kommt und sich dann danach ausrichten, damit sie ja am Schluss am wenigsten Wiederstand leisten muss. Ganz gleich, wie der Tenor sein wird. Die SP wird sich so ausrichten, dass sie immer gut da steht. Ob das dafür oder dagegen ist, spielt gar keine Rolle. Ich habe selten eine so rückgratlose Partei gesehen, wie die SP. Und diese wird noch gewählt. Das ist das himmeltraurigste am Ganzen !

  • Alter Sack am 09.03.2018 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrheit macht arrogant

    Gib es ein Gesetz in dem drinsteht, dass ein Eigentümer günstige Wohnungen anbieten muss? Wohl kaum. Aber jetzt wo die SP die absolute Mehrheit hat fÜhrt sie sich wohl genau so arrogant auf wie wenn die Bürgerlichen die absolute Mehrheit hat...

  • SoSos am 09.03.2018 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Gemeinnüzige Wohnung in ZH

    Also ich bin dagegen. So einen Block kann man auch 20 KM auserhalb bauen. Wenn man hier baut dan schön für leute die es sich auf leisten können. Ich fahre jeden Tag 55 KM zur Arbeit, und ich habe kein Problem. Mir als normal Arbeitender würde es nie in den Sinn kommen eine Sozialwohnungsbau zu ziehen. Ich Spare das Geld für die Wohnung und gebe es lieber für Unbezahlten Urlaub aus. SO habe ich 4 Wochen + 4 Wochen.