Stadtverwaltung Zürich

11. Juni 2014 18:43; Akt: 11.06.2014 18:43 Print

Nur noch Hahnenwasser für Stadt-Angestellte?

Mitarbeiter der Stadt Zürich sollen nur noch Hahnenwasser trinken und dafür auf Wasser in Flaschen verzichten. Der Gemeinderat hat einen Vorstoss der Grünen überwiesen.

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Stadtangestellte sollen künftig auf Wasser aus Flaschen verzichten - und dafür «Hahnenburger» trinken. (Bild: Keystone/AP/Steffi Loos)

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Die Stadt Zürich soll mehr Verantwortung in Sachen Wasser übernehmen und der internationalen «Blue Community» beitreten. Der Gemeinderat hat am Mittwochabend mit 60 Ja- zu 57 Nein-Stimmen knapp ein entsprechendes Postulat der Grünen überwiesen.

Mit dem Beitritt wird die Stadt unter anderem anerkennen, dass das Recht auf sauberes Wasser ein Menschenrecht ist. «Blue Communities» setzen sich weiter dafür ein, dass die Wasserversorgung Aufgabe der öffentlichen Hand ist und bleibt. Dies soll sicherstellen, dass alle Menschen ungehinderten Zugang zu Trinkwasser haben.

Gemeinde in Entwicklungsland unterstützen

Mit ihrem Bekenntnis zu den «Blauen Gemeinden» erklärt sich die Stadt bereit, in der Verwaltung auf Flaschenwasser zu verzichten. Nur noch Hahnenwasser ist angesagt. Und die Zürcher Wasserversorgung soll eine Gemeinde in einem Entwicklungsland dabei unterstützen, das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser auch dort zu realisieren.

Am 18. September 2013 haben die Stadt Bern als erste Hauptstadt weltweit und die Universität Bern als erste Uni das Label «Blue Community» beziehungsweise «Blue University» erhalten, weil sie an der internationalen Initiative teilnehmen. Übergeben wurde es von der kanadischen Wasseraktivistin Maude Barlow, Trägerin des alternativen Nobelpreises, die das Projekt lanciert hatte.

Wissen nutzbringend weitergeben

Weiter hat das Parlament am Mittwoch ebenfalls mit 60 Ja- zu 57 Nein-Stimmen ein Postulat überwiesen, das den Betritt der Zürcher Wasserversorgung zum Netzwerk «Aqua Publica Europea» fordert. Dieses vernetzt öffentlich-rechtliche Unternehmen Europas im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Mit dem Beitritt der Zürcher Wasserversorgung könne ein vorbildlich geführter, traditionell öffentlich-rechtlicher Schweizer Wasserversorger sein Wissen zum Nutzen aller aktiv einbringen, ist die Begründung der beiden Postulanten von SP und Grünen. Zu den Gründungsmitgliedern gehört neben anderen auch die Genfer Wasserversorgung.

Stadtrat lehnt beides ab

Der Stadtrat lehnt beide Postulate ab, wie der zuständige Stadtrat Andres Türler (FDP) am Mittwoch sagte. Türler sieht in den Beitritten keinen Zusatznutzen, zudem sei die Zürcher Wasserversorgung bereits heute ein Wissensbetrieb. Die Wasserversorgung habe nicht das Recht Gebührengelder dafür zu verwenden, weiter fehlten die personellen Ressourcen.

SVP, FDP, GLP und CVP teilten Türlers Meinung, unterlagen aber knapp gegen die Stimmen von SP, Grüne und AL.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fcbfcb am 11.06.2014 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr spannend

    Was gibt es wichtigeres?

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  • Toni B am 11.06.2014 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    So en seich

    Ich arbeite selber bei der Stadt und da gibt es seit ich angefangen habe nur Hahnenwasser. Somit verstehe ich die "Panikmacherei" der Medien nicht Schön wäre es, wenn wir was anderes bekämen.

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  • Sandra Basilea am 11.06.2014 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu verwöhnt, was?

    Pffff..wie dekadent sich darüber zu beschweren, dass man Hahnenburger trinken muss!! Ich glaube, manche Menschen vergessen von Zeit zu Zeit, wie glücklich wir darüber sein können, in der Schweiz zu leben, wo alle sauberes Trinkwasser beziehen können!! Gibt es etwas wertvolleres, da lebenswichtigeres als sauberes Wasser?!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 12.06.2014 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Destillieren und schon wird der Dreck sichtbar...

    Leider ist die Liste zu lang um alle Schad- und Fremdstoffe unseres Trinkwassers/Mineralwasser aufzuzählen. Wen überhaupt trinken wir only Mineralwasser aus Glasflaschen! Wenn es interessieren sollte, unabhängige Wasseranalysen studieren;) Wer schon mal Wasser gesäubert hat, weiss wie hoch der Dreck steht. Für zu Hause: Einfach 5 Liter Wasser in einen Topf geben und verdunsten...schon wird die bräunliche Schlacke sichtbar;) Wir haben eine 8fach Umkehrosmose Anlage mit Minealisierung. Kann ich nur empfehlen..seit dem geht es uns um Welten besser!

  • Haimax am 12.06.2014 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Prost Spinnerei

    Wir bekommen auch gratis Mineralwasser, solte diese Spinnerei auch bei uns Einzug halten, bring ich halt meine eigenen Flaschen mit! Prost.

  • Tino E. am 12.06.2014 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bern ist nicht Hauptstadt

    Kleines Detail: Bern ist nicht die Hauptstadt der Schweiz. Unser Land hat keine Hauptstadt - nur eine Bundesstadt als Sitz der Regierung.

  • Wolfram Barren am 12.06.2014 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist aber seeeehhhhr schlecht für

    Nestle und Peter Brabeck hat an solchen Entscheiden keine Freude. Ein Wohl auf Leitungswasser. Hoffe es bleibt sauber.... nicht dass man dann doch zurückkrebst....

  • Roger Baumann am 12.06.2014 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Abfall produzieren für Wasser...?

    Es ist sowieso hirnrissig, wie die Menschen tagfürtag literweise Mineralwasser (mit und OHNE) nach Hause schleppen, viel Geld bezahlen, viel PET und Abfall produzieren obwohl das Wasser aus unseren Hähnen zu den saubersten und besten gehört...!!! Ich hab mir zu Hause noch nen "Revitalisierer" eingebaut, hohlt aus dem Leitungswasser noch mehr raus (Vitalisierung, "wie Quellwasser", weniger Kalk usw...)