Gericht Winterthur

09. November 2012 12:28; Akt: 09.11.2012 13:02 Print

Pädo-Götti muss ins Gefängnis

Ein psychisch gestörter Mann wurde vom Bezirksgericht Winterthur zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt, weil er sein dreijähriges Patenkind mehrfach missbraucht hat.

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Wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern und weiterer Delikte hat das Bezirksgericht Winterthur am Freitag einen 50-jährigen Mann zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Er hatte während Jahren Übergriffe auf seine Patentochter verübt.

Ausser wegen mehrfacher sexueller Handlungen verurteilte das Gericht den Mann auch wegen mehrfacher Pornographie mit pädophilen und gewalttätigen Darstellungen. Von den 30 Monaten muss er 12 Monate in Halbgefangenschaft absitzen. Das heisst, er kann tagsüber normal arbeiten gehen, muss den Abend und die Nacht aber hinter Gittern verbringen.

Die restlichen 18 Monate werden mit einer Probezeit von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Dies entspricht genau dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Zusätzlich muss der Mann auf unbestimmte Zeit einmal pro Woche in die Psychotherapie und darf mit seinem Göttimädchen während drei Jahren nicht in Kontakt treten.

Teil des noch nicht rechtskräftigen Urteils ist auch, dass ein vorzeitig gelöschter Strafregisterauszug aus dem Jahr 2005 wegen Pornographie wieder eingetragen wird. Der Mann hortete zu diesem Zeitpunkt fast 180 000 Kinderporno-Dateien. Er liess sich von der verhängten Geldstrafe offensichtlich nicht beeindrucken und sammelte weiter.

Gemäss Gutachten wenig Rückfallgefahr

Die Übergriffe auf seine Patentochter begannen, als das Mädchen drei Jahre alt war. Es habe «ein kindliches Interesse» an seinem Penis gezeigt, sagte der Beschuldigte in den Befragungen. Die Handlungen seien geprägt gewesen von natürlichem Spielverhalten.

Er habe mit seinen Taten aber auch verhindern wollen, dass das Mädchen sexuell so verklemmt werde wie er selbst. In den Befragungen zeigte er sich jedoch erleichtert darüber, dass es nur zum «Dökterlispielen» und Betasten kam, und er «nicht zu schlimmeren Taten herausgefordert wurde».

Ein Gutachten attestiert ihm keine schwere psychische Störung und prognostiziert wenig Rückfallgefahr, sofern er wöchentlich in die Therapie gehe. Der Verurteilte erschien am Freitag nicht vor Gericht. Wegen dringender Termine liess er sich von seinem Anwalt vertreten. Auch das Opfer, heute 14 Jahre alt, blieb der Urteilseröffnung fern.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • raw raw am 09.11.2012 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    JaJa..

    von wegen!! wie naiv muss man sein, wenn man denkt dass der nicht rückfällig wird wenn er ja schonmal wegen 180'000 pornos verurteilt wurde und danach munter weiter gesammelt hat. Echt fragwürdig...

  • ein Vater ohne vertrauen in die Justiz am 09.11.2012 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    was ist nur los?

    unfassbar!!! Schweizer Kuscheljustiz! Das schlimmste dabei, dass dieser Typ tagsüber frei umher gehen kann! Ich denke, dass Psychologen und Richter in einer Scheinwelt leben! Was gibt es schlimmeres als ein Kind zu missbrauchen? Ich kann mir nichts vorstellen. Richter und Psychologen empfinden dies wohl als nicht so schlimm!

  • Blublu am 09.11.2012 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Wieso dauert das so lange? Und schon die Sammlung an Kinderpornographie wäre Grund genug für eine Gefängnisstrafe! Teilbedingt; er kann ja praktisch sein normales Leben weiterführen. Und wegen guter Führung kommt er dann noch eher raus. Solche Täter werden viel zu milde bestraft. Und die Opfer leiden dann ein ganzes Leben darunter...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Unfassbar am 09.11.2012 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber echt

    Ich verstehe die Welt nicht mehr.... Für kleinigkeiten & "alltägliche" verbrechen wird man mit aller härte bestraft. Bei so schlimmen sachen ist man unzurechnungsfähig und bekommt eine art freispruch Traurige welt

  • Fassungslos am 09.11.2012 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo???

    Und das soll seine Strafe sein? Ich finde es ist höchste Zeit unser Strafgesetz anzupassen!

  • Frei Markuzs am 09.11.2012 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Und wenn man 10 Km/h zu schnell fährt, wird man als grösster Dieb dargestellt.

  • lirumlarum am 09.11.2012 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Enttäuschend

    Zum Ausrasten.. Solche Urteile kann ich nicht im geringsten verstehen. Ich frage mich, was es für einen logischen, objektiven Grund gibt, dass Sexualstraftäter so locker bestraft werden. Vor allem wenn man das ins Verhältnis mit Wirtschaftsdelikten stellt, finde ich das unfassbar. Wenn es da nicht mehr zur Anzeige kommt, und die Dunkelziffer der Missbrauchsopfer ins unermessliche steigt, wundere ich mich nicht mehr. Einfach nur traurig.

  • Schockiert am 09.11.2012 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Das soll eine gerechte Strafe sein?

    Wenn das eine angemessene Strafe sein soll für solche Untaten, fordert unser System Pädophile ja geradezu heraus, ihren Trieben freien Lauf zu lassen. Übergriffe an Kindern sollten als die Schwerstverbrechen behandelt werden, die sie auch sind. Solche Widerlinge zerstören ganze Leben!

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