«Ich dachte, ich verblute»

25. Mai 2018 10:20; Akt: 25.05.2018 10:43 Print

Patientin muss im Spital den Notruf wählen

Nach einer Operation treten bei einer jungen Patientin im Unispital Zürich mitten in der Nacht starke Blutungen auf. Sie drückt auf den Notfallknopf – doch niemand reagiert.

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Eine 23-jährige Zürcherin musste wegen einer Mandeloperation ins Universitätsspital Zürich. Nach der Operation traten bei der jungen Patientin mitten in der Nacht starke Blutungen auf, wie «Watson» berichtet. Sie drückte mehrmals den Notfallknopf, allerdings vergeblich. Zu «Watson» sagte sie: «Ich dachte, ich verblute. Es lief mir ein ganzer Schwall aus dem Mund heraus.»

Nach einer halben Stunde versuchte die Zürcherin selbst Hilfe zu holen. Doch auf der Station war keine Pflegeperson anwesend, niemand hörte sie rufen. In ihrer Not wählte die junge Frau schliesslich die Notfallnummer 144 – obwohl sie ja eigentlich schon im Spital war. «Es war für mich die einzige Möglichkeit, Hilfe zu holen.»

«Ich war völlig verloren»

Rund zehn Minuten später dann die Erlösung: Dank dem Notfalldienst wurde eine Pflegeperson alarmiert, die die Patientin zu einer Ärztin bringt. Die Blutung konnte gestoppt werden. Dennoch ist die 23-Jährige noch immer geschockt. «An dem Ort, wo ich mich am sichersten fühlten sollte, war ich völlig verloren. Das darf nicht sein.»

Laut dem Universitätsspital Zürich ist es zu einer «unglücklichen Verkettung verschiedener Umstände» gekommen, die zu diesem «bedauerlichen Vorfall» geführt hätten. Die Pflegefachperson, die für die Station verantwortlich war, musste aufgrund eines Notfalls an einem anderen Ort aushelfen. Weiter habe die Rufanlage nicht funktioniert, weshalb der Patientenalarm nicht ins Stationszimmer geleitet worden sei. Schuld daran sei ein technischer Defekt gewesen, der mittlerweile behoben sei.

(sil)