SBB drohen mit Polizei

11. Juni 2009 23:44; Akt: 12.06.2009 15:13 Print

Pornodreh in der S-Bahn

von David Torcasso - Stosszeit in der S-Bahn: Regelmässig dreht ein Schweizer Pornoproduzent Sexfilme in SBB-Waggons. Sehr zum Ärger der SBB, die mit Anzeigen drohen.

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Die Sitze in der S-Bahn werden nicht nur von Pendlern benutzt, sondern auch von Pornodarstellern. Michael Ryan, einer der bekanntesten Pornoproduzenten der Schweiz, dreht regelmässig Sexfilme in SBB-Waggons. «Ich habe bis jetzt vier Filme im Zug gedreht», sagt Ryan. Der 30-Jährige wohnt in ­Winterthur und dreht seine Filme meist in der S8 oder S7 nach Zürich oder im IC vom Flughafen nach Winterthur. «Wir drehen meist tagsüber in der 1. Klasse», sagt Ryan. Ob er und seine jeweilige Sexpartnerin dabei auch gesehen werden, kann er nicht sagen. In flagranti erwischt wurde er einmal im Zug: «Die Bahn­polizei nahm uns mit und
ich musste eine ziemlich hohe Busse bezahlen», erzählt ­Ryan.

SBB-Sprecher Roman Marti hat keine Freude: «Wir haben bisher keine entsprechenden Meldungen erhalten, weder von Kunden noch von Zugbegleitern oder der Bahnpolizei», sagt Marti. Die SBB toleriere das jedoch nicht: «Wer erwischt wird, wird des Zuges verwiesen und angezeigt», sagt Marti. Das schreckt Ryan aber nicht vom Weiterfilmen ab: Die Zug-Sexfilmchen werden im Netz dreimal mehr heruntergeladen als Bett-Drehs. «Die Filme sind beliebt, weil viele als Pendler unterwegs sind und die Si­tuation wiedererkennen – vor allem, weil man in den Filmen auch die typischen Durchsagen hört», sagt Ryan. Er selbst versteht sich als ÖV-Botschafter: «Ich mache schliesslich Werbung für den öffentlichen Verkehr.»