Proteste vor Auftritt in Zürich

06. März 2018 20:26; Akt: 06.03.2018 23:25 Print

«Bannon, hau ab!»

Steve Bannon, Ex-Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, referierte auf Einladung der «Weltwoche» in Zürich. Vor seinem Auftritt kam es in Oerlikon zu Protesten.

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Demonstranten ziehen gegen Steve Bannons Auftritt durch Zürich-Oerlikon. (6. März 2018) Die Protestierenden wollen ein Zeichen gegen Rassismus, Sexismus und Ausbeutung setzen. Bannon habe als Wahlkampfleiter von Donald Trump dafür gesorgt, dass dessen rassistische, sexistische und nationalistische Präsidentschaftskampagne erfolgreich war. Und als Chefstratege der Trump-Administration sei er für die übelsten rassistischen Entgleisungen der US-Regierung mitverantwortlich gewesen. Polizisten waren zunächst keine vor Ort, auch wenn die Stadtpolizei Zürich über die Demonstration im Bild war. Der Auftritt von Steve Bannon in Zürich-Oerlikon hat wie erwartet auch für etwas Protest gesorgt. (6. März 2018) Rund 100 Personen versammelten sich am Dienstagabend zu einer unbewilligten Demonstration gegen den Besuch des Ex-Strategen von US-Präsident Donald Trump. Protestierende halten in Zürich Plakate in die Luft. Zur Protestaktion hatte die Bewegung für den Sozialismus (BFS) aufgerufen. Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon referiert in der Halle 622 in Zürich vor über 1500 «Weltwoche»-Abonnenten. Er folgte einer Einladung der «Weltwoche» von SVP-Nationalrat Roger Köppel. Bannon ist in Europa, um ein Netzwerk populistischer Bewegungen zu knüpfen. Er sieht Europa als neue Wiege dieser politischen Strömung. Sein Ziel ist letztlich die Zerstörung des Staates, wie er es nach seiner Ernennung zum Chef von Trumps Wahlkampfteam gesagt hatte. Die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, hat sich am Dienstag in Zürich zu einem Gedankenaustausch mit Steve Bannon getroffen. Aus Weidels Büro hiess es, für sie seien besonders Bannons Erfahrungen mit politischer Kommunikation und alternativen Medien interessant gewesen. Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso, ärgert sich über Bannons Besuch. Nach Bannons herablassenden Aussagen über Trumps Familie im Buch «Fire and Fury» brach der US-Präsident auch privat mit seinem einstigen Vertrauten.

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Der Auftritt von Steve Bannon in Zürich-Oerlikon hat wie erwartet auch für Proteste gesorgt. Rund 100 Personen versammelten sich am Dienstagabend zu einer unbewilligten Demonstration gegen den Besuch des Ex-Strategen von US-Präsident Donald Trump.

Zur Protestaktion auf dem Marktplatz hatte die Bewegung für den Sozialismus (BFS) aufgerufen, um ein Zeichen gegen Rassismus, Sexismus und Ausbeutung zu setzen.

Friedliche Kundgebung

Es gebe viele Gründe gegen Bannon zu protestieren, teilte BFS im Vorfeld mit. Er habe als Wahlkampfleiter von Donald Trump dafür gesorgt, dass dessen rassistische, sexistische und nationalistische Präsidentschaftskampagne erfolgreich war. Anschliessend sei er als Chefstratege der Trump-Administration für die übelsten rassistischen Entgleisungen der US-Regierung mitverantwortlich gewesen.


(Video: 20 Minuten)

Dem Aufruf folgten rund 100 Personen. Die Stimmung war sehr friedlich; es wurden Bannon-kritische Reden gehalten und Plakate hochgehalten. Polizisten waren zunächst keine vor Ort, auch wenn die Stadtpolizei Zürich über die Demonstration im Bilde war.


Erster Europa-Auftritt

Bannon weilte auf Einladung der «Weltwoche» in Zürich und spricht zum Thema «Die populistische Revolte und ihre globalen Auswirkungen für die Schweiz, Europa und Amerika». Laut «Weltwoche» war es Bannons erster Auftritt im Ausland seit seinem Abschied aus dem Weissen Haus und der erste öffentliche Auftritt in Europa überhaupt.

Trump hatte seinen umstrittenen rechten Chefstrategen im August 2017 entlassen. Bannon hatte massgeblichen Anteil am Wahlsieg von Trump: Er war ab August 2016 Chef von Trumps Wahlkampfteam. Davor leitete er das rechte Nachrichtenportal «Breitbart News», wohin er nach seiner Entlassung für kurze Zeit zurückkehrte.

(bee/sda)