Zürcher Wahlen

09. April 2018 11:57; Akt: 09.04.2018 11:57 Print

Keine Nachzählung für abgewählten SVPler

Im Kreis 11 war bei den Stadt- und Gemeinderatswahlen fast jeder dritte Wahlzettel ungültig. Ein abgewählter SVP-Gemeinderat fordert deshalb eine Nachzählung.

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Bei den Zürcher Gemeinderatswahlen gab es viele ungültige Stimmzettel. 26 Prozent aller eingeworfenen Zettel zählten am 4. März nicht. Im Kreis 11 war es fast ein Drittel der eingelegten Wahlzetteln, wie SVP-Gemeinderat Roberto Bertozzi, der bei den Wahlen knapp abgewählt wurde, schreibt: «Viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Quartier fühlten sich deshalb in ihrem Wählerwillen nicht respektiert.»

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Deshalb habe er beim Bezirksrat Zürich Rekurs gegen die amtlichen Resultate der Gemeinderatswahlen eingelegt. Bertozzi fordert eine Nachzählung im Wahlkreis 11 durch die Stadt, um die zu Unrecht als ungültig definierten Wählerstimmen zu identifizieren.

Nur ein Rekurs

Die ihm zugewiesenen Stimmen seien mit 2646 äusserst knapp gewesen: «Das bedeutet für mich eine Abwahl wegen 16 Stimmen, wenn das Resultat korrekt ist.» Die Erfahrung aus der Stadt Winterthur, wo brieflich eingegangene Wahlzettel vergessen worden seien mitzuzählen, zeige, dass dort eine Kandidatin zu Unrecht nicht in den Gemeinderat gewählt worden sei.

Der Bezirksrat Zürich wies den Stimmrechtsrekurs Anfang April zurück. Der Unterschied von 16 Stimmen bei der vorliegenden Proporzwahl sei kein knappes Resultat, das eine Nachzählung erfordere. Ebenfalls kein Grund für eine Nachzählung sei die hohe Anzahl an ungültig eingelegten Wahllisten. Diese ist in allen Wahlkreisen darauf zurückzuführen, dass brieflich abstimmende Stimmberechtigte statt einer Wahlliste mehrere Wahllisten ins Abstimmungscouvert legten.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ch. Ferdinand Schlossherr vn Putz am 19.03.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte lesen und schreiben können!

    Leider gibt es sehr viele Leute, die nicht mehr einen Text lesen und verstehen können. Schreiben ist ohnehin problematisch. Diese Leute sollten den Mut aufbringen und Schreib- und Lesekurse besuchen. Ob es in Zürich auch Leute gibt, die nicht zählen können weiss ich nicht. Vielleicht schafft eine Studie Klarheit.

  • Stimmenzähler am 19.03.2018 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nach dem "Volkswillen" kommt nun ...

    ... der "Wählerwille". Neu scheinen gewisse Leute der Meinung zu sein, dass Wahlen nicht mehr abgehalten werden müssen, weil das Resultat den auf der Strasse in Erfahrung gebrachte "Wählerwillen" verletzen könnte. Und der ist glasklar: Bertozzi muss gemäss diesem "Wählerwillen" gewählt werden und da spielt die Gültigkeit der Zettel keine Rolle. Alles andere ist vermutlich eine Trickserei der Linken oder eine Verschwörung. Kann das Niveau noch tiefer sinken? Ich bin sicher, dass das geht und zeitnah demonstriert werden wird.

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  • BZ am 19.03.2018 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Déjà-vu

    wie war das noch mit walliser-svp Freysinger? hat auch von Wahlbetrug und Verschwörung gewettert gegen ihn. Was kam heraus? er hatte noch krasser verloren als vor der korrekten Auszählung, jetzt faltet er seine Rechsflagge ohne Staatsgelder.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Miro am 09.04.2018 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Sollte froh sein

    Er sollte froh sein, dass man auf das Nachzählen verzichtet, denn jedes Mal wenn Rechte das verlangen, schaut es nachher für sie noch schlechter aus als vorher.

  • Franz Ruh am 09.04.2018 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachzählen wäre hier in Ordnung

    Bei weniger als einem Prozent wird es kritisch - als Stimmenzähler kann ich diesen Sachverhalt sehr gut beurteilen. Aus diesem Grund würde ich als Behörde die Stimmen nochmals auszählen. Rein allein um Sicher zu sein. Sonst sieht dies als mauschelei aus...

  • besorgter Bürger am 09.04.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    politisierte Richter

    16 Stimmen sind kein knappes Resultat? Schade werden die Gerichte immer politisierter.

  • Ephraim Lercher am 19.03.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    höhöhö

    Ein schlechter Verlierer ist ein Gewinner. Heute aber nicht.

  • Franky am 19.03.2018 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe Verständnis

    Also ich bin wirklich kein SVP Fan, aber wenn er wegen 16 Stimmen seinen Sitz verliert und gleichzeitig hunderte ungültige Stimmen verzeichnet werden, dann habe ich gewisses Verständnis, dass er dies nachprüfen lassen will.

    • Thomas 73 am 09.04.2018 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franky

      Ich kann den Entscheid zwar akzeptieren aber sicher nicht verstehen. Möglicherweise hätten ihm dann noch mehr Stimmen gefehlt oder eben auch nicht. Egal, eine linke Stadt geht lieber auf Nummer sicher und überlässt es nicht den Wählern ;-)

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