Vogeldrohne

14. März 2018 10:57; Akt: 14.03.2018 10:57 Print

Vor diesem Fake-Falken fürchten sich die Vögel

von M. Djurdjevic - Der Robird sieht nicht nur täuschend echt aus, er fliegt und bewegt sich auch wie ein Falke. Im Herbst soll er deshalb die Zürcher Weinberge schützen.

Diesen Herbst soll der täuschend echte Vogel die Zürcher Trauben schützen.
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Ein täuschend echter Drohnen-Falke drehte am Dienstag hoch über einem Weinberg an der Zürcher Goldküste seine Runden, wo man den falschen Vogel für einen Moment nicht von den anderen Vögeln unterscheiden konnte. Nur die Tatsache, dass er nach zehn Minuten zum Akkuwechseln landen musste, verriet den Robotervogel.

«An Flughäfen wird diese Technologie bereits eingesetzt, um die Vögel zu vertreiben», sagt Marcel Maurer, der den Robird vermietet. «Wir möchten einen Versuch starten und den Robotervogel in Rebbergen einsetzen, wo unter anderem Stare und Amseln jedes Jahr grosse Schäden anrichten.»

Robird hilft in der Landwirtschaft

Diesen Herbst soll der täuschend echte Vogel die Zürcher Trauben schützen. «Vögel reagieren auf visuelle Reize», sagt Maurer. «Und da jeder Vogel weiss, dass der Falke ein Jäger ist, flüchten sie, sobald sie ihn entdecken.» Nach einer gewissen Zeit kehren sie zwar zurück – «ist der Falke immer noch da, verlassen sie das Gebiet und suchen sich einen neuen Lebensraum».

Genau dieses vogeltypische Lernverhalten mache man sich zunutze, um die Vogelpopulation in bestimmten Gebieten längerfristig zu reduzieren. Um den Vogel zu steuern, braucht es zwei Personen: einen Piloten, der ihn steuert, und einen Beobachter, der ihn startet und das Gebiet überwacht.

«Der Robird ist unverkäuflich»

Muss man nun Angst davor haben, dass die Drohne für Spionage-Zwecke verwendet wird? «Nein, da muss man sich keine Sorgen machen», sagt Maurer. Der Vogel habe keine Kamera und fliege innerhalb eines vorgegebenen Bereichs. Zudem sei der falsche Vogel unverkäuflich – man könne ihn bei Bedarf mieten. «So kommt er nicht in fremde Hände, wo man ihn zu missbräuchlichen Zwecken umbauen könnte.»

Ob der Robird die reifen Trauben vor Raubvögeln tatsächlich schützt, kann Michael Schaad, Sprecher der Vogelwarte Sempach, nicht sagen: «Es stimmt, dass Vögel Gebiete meiden, wenn sie dort mit einer Gefahr rechnen müssen.»

«Wichtig ist, dass keine Tiere zu Schaden kommen»

Ob die Vögel den Robird als Falken wahrnehmen und deshalb fliehen, bleibt offen: «Vielleicht fliegen sie auch nur weg, weil sie sich durch ein Flugobjekt gestört fühlen.» Die Methode sei an und für sich unproblematisch: «Wichtig ist, dass keine Tiere zu Schaden kommen, dann stellt der Robird für uns kein Problem dar.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DronePilot am 14.03.2018 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    Nimmt mich echt wunder, wann die Leute merken, dass Ausspionieren mit Handy oder Spiegelreflex stattfindet. Leise und unauffällig. Und sicher nicht mit einer lauten Drohne, die nach einer knappen Viertelstunde den Akku wechseln muss. Postet ihr lieber weiter Fotos live aus dem Urlaub, damit jeder Einbrecher weiss, wann er eintreten darf.

  • Online Shopper am 14.03.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    "unverkäuflich"

    Naja, so wahnsinnig schwierig ist es nicht an eine solche Drohne ranzukommen. Die Herstellerfirma aus den Niederlanden verkauft dir sicher eine...

  • Unterstädtler am 14.03.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gibts schon ohne Elektronik

    Eine solche "Installation" gebrauchen die Schaffhauser Munot-Rebbergler schon ewig. Allerdings wird in diesem Falle ein "Falke" an einem hohen Stecken mit einer Schnur befestigt und das falsche Tier umkreist dann diesen Stecken wie ein Vogel, der über den Reben kreist. Scheint zu reichen, die vögel nehmen ReisSaus und es braucht auch keine Elektronik dazu! Sehr wartungsarm und dauerndes menschliches Dazutun! Ich habe jahrelang das "Spektakel" Ende Sommer beobachten können, denn ich wohnte lange Zeit am Fusse dieses herrlichen Rebbergs.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mewo am 14.03.2018 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Marktwirtschaft Fail

    Sollte sich dieses Konzept bewähren, wird dieses Produkt schnell und kostenguenstig im Ausland hergestellt und auf den Markt gebracht. Diese kuenstliche Verknappung von Verfuegbarkeit (Miete) wird schlussentlich dieser Firma das Genick brechen.

  • Felix Vogelschützer! am 14.03.2018 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für was- gegen die Natur!

    Haben wir ein Problem mit unseren heimischen Vögel??? So ein quatsch!! Mischt euch doch bitte nicht noch ein in die bereits schwindende Vogelarten Welt!!

  • Paddy-Zé am 14.03.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Anstatt echte Tiere

    setzt man Robotertiere ein. Typisch, alles vergiften und automatisieren. Aber die Natur richtig pflegen, davon haben sie keine Ahnung...

  • DronePilot am 14.03.2018 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    Nimmt mich echt wunder, wann die Leute merken, dass Ausspionieren mit Handy oder Spiegelreflex stattfindet. Leise und unauffällig. Und sicher nicht mit einer lauten Drohne, die nach einer knappen Viertelstunde den Akku wechseln muss. Postet ihr lieber weiter Fotos live aus dem Urlaub, damit jeder Einbrecher weiss, wann er eintreten darf.

  • Online Shopper am 14.03.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    "unverkäuflich"

    Naja, so wahnsinnig schwierig ist es nicht an eine solche Drohne ranzukommen. Die Herstellerfirma aus den Niederlanden verkauft dir sicher eine...