Zürcher Wahlen

08. Februar 2018 19:28; Akt: 08.02.2018 22:32 Print

SP gibt ihren vierten Stadtratssitz auf

Zum ersten Mal seit 20 Jahren verliert die SP einen Sitz in der Zürcher Stadtregierung. Die Partei verzichtet auf einen Ersatzkandidaten für Claudia Nielsen.

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Gehen für die SP ins Rennen: André Odermatt, Corine Mauch, Raphael Golta ohne Claudia Nielsen. (Bild: SP Stadt Zürich)

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Es war ein überraschender Knall am Mittwoch. Stadträtin Claudia Nielsen gab ihren Rücktritt bekannt und zog auch ihre Kandidatur für den Stadtrat zurück – knapp vier Wochen vor den Zürcher Stadtratswahlen.

«Seit Mittwoch haben wir intensiv diskutiert und viele Gespräche geführt», sagt Gabriela Rothenfluh, Co-Präsidentin der Stadtzürcher SP. «Für uns war klar, dass eine weitere Kandidatur nur dann Sinn macht, wenn die Kandidatin nicht nur das Zeug zu einer guten Stadträtin, sondern auch bereits die entsprechende Bekanntheit mitbringt», so Rothenfluh.

Zwei Kandidaten seien dann zum Thema geworden: Die Nationalrätinnen Jacqueline Badran und Min Li Marti. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Kandidatur jedoch für keine der beiden eine Option», so Rothenfluh. Die Stadtzürcher SP verliert nun ihren ersten Sitz seit 20 Jahren.

«Man kann nicht einfach aus der eigenen Firma rausspazieren»

«Ich habe mich schweren Herzens gegen eine Kandidatur entschieden», erklärte Jacqueline Badran ihren Entscheid. Es hätte sie sehr gereizt, sich in der Stadtregierung für ein noch lebenswerteres Zürich für alle einzusetzen. «Doch es gibt in Bern noch einiges, das ich bewegen muss. Zudem habe ich eine Unternehmung. Da spaziert man nicht einfach raus und sagt seinen 30 Mitarbeitenden mal eben adieu», so Badran.

Hätte die Situation aber so ausgesehen, dass die linke Mehrheit im Stadtrat in Gefahr gewesen wäre, hätte die Entscheidung womöglich anders ausgesehen. «Momentan sieht es aber nach einem sechs zu drei oder sieben zu zwei Verhältnis aus», sagt die Nationalrätin.

Somit bleibt es bei drei SP-Kandidaten: Corine Mauch, André Odermatt und Raphael Golta. Zudem unterstütze man die Kandidatur von Karin Rykart und Daniel Leupi (beide Grüne) sowie die von Richard Wolff (AL).

(wed)