Zürich Hardturm

15. Mai 2018 09:59; Akt: 15.05.2018 09:59 Print

SP will Türme beim neuen Stadion verhindern

Brisanter Vorschlag von der SP beim geplanten Hardturm-Stadion: Die Partei will die zwei Hochhäuser streichen. Ansonsten scheitere das Projekt durch Rekurse.

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Blick auf das künftige Hardturm-Areal mit den beiden Hochhäusern. Die HRS Investment AG und Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse realisieren hier ein neues Stadion und zwei Wohn- und Geschäftshochhäuser. Das Team hat den Investorenwettbewerb mit dem Projekt Ensemble gewonnen. Die Architekten sind Pool Architekten (ZH), Caruso St John Architects (London) und Boltshauser (ZH). Die beiden Hochhäuser werden 137 Meter hoch ... ... und damit elf Meter höher als der 126 Meter hohe Prime Tower – aktuell das höchste Gebäude der Stadt. Aber zurück zum Hardturm-Projekt: Hier eine Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her. Der Platz vor dem Stadion als Begegnungszone. Blick unter die (obere) Tribüne ... ... und ins Stadioninnere. In diesen Häusern werden die Genossenschaftswohnungen realisiert – und zwar von der Allgemeinen Baugenossenschaft (ABZ). Die Wettbewerbsprojekte aller fünf Bieterteams sind vom 13. bis 23. Juli 2016 in den Wettbewerbsräumen des Amts für Hochbauten im Pavillon Werd, Morgartenstrasse 40 in Zürich, ausgestellt. Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 16 bis 20 Uhr; Sa und So, 14 bis 18 Uhr; 13. Juli 2016 nur von 18 bis 20 Uhr. Nun folgen die vier unterlegenen Projekte: Zwei Hochhäuser hatte auch das Projekt Portal Hardturm Team 1, PSP Swiss Property AG mit den Architekten Adrian Streich (ZH), Bob Gysin (ZH) sowie Burkard und Meyer (Baden). Letztere hatten bereits das 2013 abgelehnte Stadion entworfen. Es sieht denn auch bei der Neuauflage ziemlich ähnlich aus. Das Mi-ca-do-Kollektiv (Team 3) begnügte sich mit einem Turm, der dafür 150 Meter hoch geworden wäre. Dahinter stecken die Anlagestiftung Turidomus/Anlagestiftung Adimora vertreten durch Pensimo Management AG mit den Architekten Baumschlager Eberle (ZH), Chabanne (Lyon) und BIG Group aus Dänemark. Weit weniger hoch wäre das Projekt Jalkapallo (Team 4) der Schweizerischen Lebensversicherungsgesellschaft AG geworden. Entworfen hatten dieses die Architekten Theo Hotz Partner (ZH), Burkhalter Sumi (ZH) und Philippe Cabane (BS). Und so hätte dieses Projekt von oben ausgesehen. Schliesslich noch das vierte Projekt, das unterlegen ist. Es heisst Blau Weiss (Team 5) und stammt vom Konsortium Helvetic/Berninvest AG mit den Architekten Huggenbergfries (Limmat-Tower Dietikon), Schwaar + Partner sowie Maier Hess. Im obersten Stockwerk des höchsten Hochhauses war eine Sky-Bar eingezeichnet. Fast so imposant wie die beiden geplanten Hochhäuser beim Zürcher Stadion war der Aufmarsch der Redner anlässlich der Medienkonferenz am 12. Juli 2016, bei der die Stadt das Ergebnis des Investorenwettbewerbs präsentiert hat. Es sprachen Zürichs Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) ... ... Hochbauvorstand André Odermatt (SP) ... ... Stadtrat Gerold Lauber (CVP) als Schul- und Sportvorsteher ... ... Stadtbaumeister Patrick Gmür ... ... GC-Präsident Stephan Anliker ... ... und FCZ-Geschäftsführer Thomas Schönenberger. Vorderhand bleibt das Hardturm-Areal aber eine Brache. Wann das Stadion und die Hochhäuser gebaut werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Sicher ist: Das Stadtparlament muss sich auch noch damit befassen – und ziemlich sicher auch das Stimmvolk. Und eben genau an der Urne war das vorherige Stadionprojekt am 22. September 2013 gescheitert. Diese Miniausgabe in Tortenform, am selben Tag vor dem Match GC – Thun im Letzigrund präsentiert, konnte das Nein nicht abwenden. Das waren noch Zeiten: Blick ins Hardturm-Stadion während des spektakulären Meisterschaftsfinales gegen Sion am 8. Juni 1991. 3:2 gewannen die Grasshoppers und konnten damit eine Runde vor dem Meisterschaftsende den Pokal entgegennehmen. Sie wurden damit zum 22. Mal Schweizer Meister. Zwei Hochhäuser sind übrigens auch das Markenzeichen des Luzerner Fussballstadions.

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Zwei 137 Meter hohe Hochhäuser sollen zum neuen Hardturmstadion gehören. Die Türme sollen dieses querfinanzieren. Die Stadt müsste somit für das Stadion kaum mehr etwas zahlen. Eine bürgerlich geprägte Bürgerinitiative aus Höngg stört sich allerdings an den Hochhäusern und will diese auf juristischem Weg verhindern. Um dies zu erreichen, wollen sie laut eigenen Angaben bis vor Bundesgericht gehen.

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Soll das Stadion ohne die Türme gebaut werden?

Die SP fürchtet nun, dass durch die Rekurse das ganze Stadionprojekt scheitern wird, und will darum die Hochhäuser laut dem «Tages-Anzeiger» streichen. Allerdings fiele dann die Quersubventionierung weg, die Stadt müsste dann 85 Millionen Franken für das Stadion selber zahlen.

Andere Parteien sind skeptisch

Die Credit Suisse soll die Türme einst besitzen. Sie erhält das Land zu vorteilhaften Bedingungen, im Gegenzug soll sie das Stadion subventionieren. Doch dieser Handel lohnt sich laut SP nicht. Sie möchte die Parzelle lieber an eine Genossenschaft im Baurecht abgeben. Die Stadt spare so rund eine Milliarde Franken auf 92 Jahre gerechnet, heisst es bei der Partei.

Zurzeit berät die Kommission des Stadtparlaments das Stadionprojekt. Ob der Antrag der SP durchkommt, ist unklar. AL und Grüne, die traditionellen Verbündeten der Partei, sind laut der Zeitung skeptisch. Die SP überlegt sich bei einem Scheitern eine Volksinitiative. Dann müssten die Zürcher über zwei Stadionprojekte abstimmen.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mamo am 15.05.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    In die Höhe

    Bauland auf Stadtgebiet ist rar. Also ist nach oben bauen. absolut richtig!

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  • L.P. am 15.05.2018 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baut die Türme

    Die Querfinanzierung ist doch die optimale Lösung. Die SP will den Stadtzürcher wieder Geld aus der Tasche ziehen.

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  • Ruedi am 15.05.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    ach so....

    die SP hätte lieber nie zugelassen, dass die seelenlose Europaallee gebaut wird und der hässliche Neuanbau ans Landesmuseum. Die beiden Türme sind noch das schönste verglichen zu den beiden anderen Sachen....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rennat am 16.05.2018 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Wer soll das bezahlen? Nur so wird es möglich, dieses Stadion zu finanzieren. Von den Sozis wird es nicht bezahlt! Es ist aber eine Frage, ob man noch solche Stadien bauen soll. Schade für den Sport, aber diese Fussball-Chaoten machen es immer schwieriger, Spiele live anschauen zu gehen. Das muss mal überdacht werden!

  • Marco am 16.05.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist einfach nicht zu Glauben..

    Liebe Damen und Herrn schaut euch mal die Umfrage an und dann ist doch eigentlich klar, dass das Projekt nur so umgesetzt werden soll. Einmal mehr versucht eine kleine Minderheit die Mehrheit der Bevölkerung zu bevormunden. Die Rot/Grüne Regierung wird dann schon wieder schauen, dass nicht gebaut wird. es ist einfach nur eine Schande für Zürich und auch für unser Land. Macht nur weiter so und dann stehen wir mal alle auf der Strasse...

  • Paule am 16.05.2018 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo SP

    Für einmal unterstütze ich die SP. Hoffentlich können sie sich durchsetzen!

  • Edi am 16.05.2018 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kevin Stadion, keine Türme bauen.

    Mein Stadion, keine Holligans, keine Gewalt. Keine Gewaltopfer, kein Trauma, kein Lärm, kein Stress, kein Littering. Besser Genossenschaftswohnungen bauen und den Community Garten erhalten.

    • Werni am 16.05.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Edi

      Bravo. Das finde ich auch. Es braucht weder das Stadion noch die Hochhäuser (Türme). Die Stadt sollte an dieser Stelle günstige, bezahlbare Wohnungen bauen, mit einer offenen Grünanlage, hässliche Betonklötze hat es schon mehr als genug in Zürich.

    • bürgerin am 16.05.2018 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Edi

      und in diesen genossi wohnungen nur gewisse gruppierungen anziehen.

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  • Yoqueni am 16.05.2018 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mieser Charakter

    Wendehälse wie die SP, die Höngger. Vor dem Stadionprojekt noch die Zustimmung gegeben, nun will man es verhindern. Schäbige Charakter, sehr ultra schäbig. Ich hoffe die CS klatscht dann ein paar Hochhäuser drauf.