Zürcher Innenstadt

08. November 2012 14:21; Akt: 09.11.2012 11:36 Print

Schüler hielt Sondereinheit in Atem

Aufregung in der Zürcher Innenstadt: Vor dem Stadthaus hatte die Sondereinheit der Polizei Stellung bezogen. Grund war ein Mann, der mit einer Waffe herumfuchtelte. Am Schluss war alles ein grosses Missverständnis.

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Vielleicht wäre alles harmlos verlaufen, hätte nicht ausgerechnet heute vor dem Zürcher Stadthaus eine Gruppe Polizeiaspiranten eine Rettungsübung in der Limmat durchgeführt. Doch es kam alles ganz anders.

Heute Mittag halten in der Zürcher Innenstadt Reisebusse mit Schülern und Lehrern aus Moldawien. «Wir kommen von Spanien wo wir ein Tanzfestival besucht haben», erzählt die 22-jährige Alexandra, eine Teilnehmerin der Reisegruppe. Die Moldawier sind auf dem Weg nach Hause. Zürich ist nur ein Zwischenstopp.

Junger Mann fuchtelte mit Waffe herum

Die Schüler und Studenten im Alter zwischen 15 und 27 Jahren schlendern durch die Zürcher City. Gegen 14 Uhr kommen sie zu den Cars zurück. «Da war alles voller Polizei, Männer in schwarzen Anzügen mit Helmen und Schusswesten», erzählt Alexandra.

Grund für den Grosseinsatz der Sondereinheit Skorpion: Ein Schüler aus der Reisegruppe holte eine Waffe aus seinem Gepäck und fuchtelte damit herum, in und vor dem moldawischen Reisecar.

Unmittelbar neben den Bussen führen Polizeiaspiranten der Stadtpolizei Zürich eine Übung durch. Als sie von einer Passantin auf den Mann mit der Waffe aufmerksam gemacht werden, geht alles blitzschnell: Die Aspiranten glauben, eine Geiselnahme zu sehen – und rufen die «richtige» Polizei. Die zögert keinen Moment und schickt die Sondereinheit. «Unsere Kollegen sind total erschrocken, plötzlich war alles voller Polizei», erzählt die Moldawierin Alexandra.

Moldawier entsetzt über Einsatz

Schnell füllte sich der abgesperrte Platz neben dem Stadthaus auch mit zahlreichen Medienschaffenden. Eine knappe halbe Stunde später dann die Entwarnung: Der vermeintliche Geiselnehmer entpuppt sich als Schüler mit einer Softair-Gun - einer Waffe die täuschend echt aussieht. «Er hatte mit der Plastik-Waffe gespielt und wollte sich so die Zeit bis zur Weiterreise vertreiben. Er hatte keine Ahnung, dass das hier verboten ist», erzählt Alexandra.

So ernst die Lage aussah, so glimpflich ging alles aus - auch für den 16-Jährigen. Da er ohne «deliktische Absicht» handelte, darf der Jugendliche die Reise mit der Gruppe fortsetzen. Laut den Verantwortlichen der Reisegruppe soll er zuvor auf dem Posten noch eine Zahlung von 120 Euro geleistet haben. Gemäss einer Mitteilung der Stadtpolizei muss er zudem wegen unerlaubten Waffentragens mit einem Verfahren der Jugendanwaltschaft rechnen.

Die Moldawier waren geschockt über den Einsatz. «Das ist doch nur eine Plastikwaffe», sagte ein Mann der Gruppe, «ganz harmlos.» Die Waffe habe der Schüler in Spanien in einem Laden gekauft. Es sei doch alles nur ein Spiel gewesen, betonen sie.

(meg/gux/ann)

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