Zürich

20. Dezember 2016 09:20; Akt: 20.12.2016 22:26 Print

Schüsse in Moschee – Toter ist der Täter

Der Tote, der nach den Schüssen in einer Zürcher Moschee in der Nähe gefunden worden ist, ist der mutmassliche Täter. Die Polizei hat die Fahndung eingestellt.

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Die Polizei hat das Gebiet um die Eisgasse am Montagabend, 19. Dezember 2016, abgesperrt. In einem muslimischen Gebetszentrum ist es zu einer Schiesserei gekommen. Der mutmassliche Täter war zu jenem Zeitpunkt auf der Flucht. Das Gebetszentrum befindet sich unweit der Europaallee und des Hauptbahnhofs. Der zu jenem Zeitpunkt unbekannte Täter hatte im Gebetsraum auf die Gläubigen geschossen - drei Männer wurden dabei zum Teil schwer verletzt. Um den Täter zu finden, setzte die Polizei auch Spürhunde ein... ...und durchsuchte die Umgebung des Gebetszentrums. Unter anderem wurde das Kasernenareal inspiziert. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Das Gebetszentrum wird von Menschen vor allem aus Somalia frequentiert. Normalerweise sind an einem Montag zwischen 10 und 15 Gläubige anwesend. Kurz vor 20 Uhr riegelte die Polizei die Gessnerbrücke über die Sihl teilweise ab. Dort, unterhalb der Rio-Bar, fand die Polizei eine leblose Person. Neben dem Toten unterhalb der Gessnerbrücke lag eine Pistole. Die Polizisten spannten ein weisses Tuch auf... Kurz darauf folgte das weisse Zelt. Wie die Justizbehörden am Dienstagmorgen bekanntgaben, steht der Tote in Zusammenhang mit den Schüssen. Die Fahndung nach dem Täter wurde eingestellt. Damit dürfte der tote Mann der mutmassliche Täter sein - und sich wohl selber gerichtet haben. Die Polizei war auch am späteren Abend noch im Einsatz. Am Dienstagnachmittag informierten die Justizbehörden über den Fall. Staatsanwältin Françoise Stadelmann (links), Chefin der Kriminalpolizei Christiane Lentjes Meili (Mitte) und Werner Schaub, Sprecher der Kantonspolizei. Der Täter ist ein 24-jähriger Schweizer mit ghanaischen Wurzel. Er tötete bereits einen Bekannten am Sonntag in Schwamendingen (20 Minuten berichtete). Der Täter stand dem Okkultismus nahe. «Es gibt Keinerlei Hinweise auf ein terroristisches Motiv oder eine islamistische Radikalisierung», sagt Meili, Chefin der Kriminalpolizei (Mitte), gegenüber den Medien.

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Der Schütze, der am Montagabend in einem Islamischen Zentrum in Zürich drei Männer teilweise schwer verletzt hat, ist tot. Die Polizei stellte die Fahndung ein, nachdem ein in der der Nähe des Tatorts gefundener Toter mit der Tat in Verbindung gebracht werden konnte.


Der Täter hatte gegen 17.30 Uhr den Gebetsraum des Islamzentrums in der Eisgasse im Zürcher Kreis 4 betreten und wahllos auf die Betenden geschossen. Dabei wurden drei Männer im Alter von 30, 35 und 56 Jahren teilweise schwer verletzt. Nach der Tat floh der Schütze und die Polizei leitete eine Grossfahndung ein.

Einige Stunden später wurde nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt an der Sihl in der Nähe der Gessnerallee ein Toter gefunden. Zunächst war unklar, ob er in Zusammenhang mit der Schiesserei im Islamischen Zentrum steht. Am Dienstagmorgen stand fest: Die Fahnder gehen davon aus, dass die tote Person der Täter ist, wie die Kantonspolizei mitteilte.

Am Nachmittag wird informiert

Zu den Hintergründen der Tat gab die Polizei noch nichts bekannt. Es gebe jedoch keine Hinweise auf Verbindung des Täters zum IS, twitterte die Kantonspolizei. Am Nachmittag findet eine Medienkonferenz statt, auf der Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei über den bisherigen Kenntnisstand orientieren wollen.


Die wichtigsten Eckpunkte zur Tat im Zürcher Islam-Zentrum. (Video: Reuters)


Stadtpolizei-Sprecher Marco Bisa informierte über die bisherigen Erkenntnisse der Polizei zur Schiesserei. (Video: jen/wed)

Laut Augenzeugen befinden sich im Schnitt zehn Menschen im Gebäude des somalisch-islamischen Zentrums, das vor allem von Personen aus dem Maghreb, Somalia und Eritrea besucht wird.


Ein Somalier spricht darüber, dass sein Freund im Spital ist. (Video: jen/wed)


Unterhalb der Rio-Bar bei der Gessnerbrücke wurde der tote Täter gefunden. (Video: jen)


Die Polizei rückte mit mehreren Patrouillen zum Fundort der Leiche des Täters an. (Video: jen)

(20M/sda)