Stadt Zürich

05. Dezember 2017 16:38; Akt: 05.12.2017 17:54 Print

Sex-Wäldli auf Werdinsel wird ausgelichtet

Kein Sex mehr im Freien, FKK bleibt aber erlaubt - und für Hündeler im Sommer Leinenzwang: Die Stadt Zürich hat ein neues Nutzungskonzept für die Werdinsel erlassen.

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Es gebe schon länger den Ruf, hier endlich zum Rechten zu sehen, sagte Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) am Dienstag vor den Medien. Das vorliegende Nutzungskonzept, das ab 2018 gilt, verfolge nun den Ansatz «einfache Spielregeln, hohe Eigenverantwortung».

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Das Nacktbaden am Inselspitz bleibt auch mit dem neuen Nutzungskonzept unbestritten. Was die Stadt jedoch nicht mehr will, sind sexuelle Handlungen. Aus diesem Grund werden Schwulenorganisationen in der kommenden Saison Flyer verteilen, die auf das Verbot aufmerksam machen. Zudem werden Plakate aufgestellt.

Als weitere Massnahme wird die Stadt den Hotspot für sexuelle Handlungen, «das Wäldchen», auslichten, also den Unterwuchs entfernen. Hinter dem Gebüsch zu verschwinden, wird somit schwierig.

Eine Änderung gibt es auch bei der FKK-Zone am Inselspitz: Künftig gibt es neben dem gemischten Bereich auch eine explizite Nacktbade-Zone, in der Badekleider nicht gerne gesehen sind. Grund dafür ist, dass es im bisherigen gemischten Bereich öfters Spanner gab, die selber aber in Badehosen dasassen.

50 Bäume weg für Badestrecke

Auch für Hundehalter hat das neue Nutzungskonzept Folgen: Während der Badesaison zwischen April bis September gilt künftig auf der ganzen Insel Leinenpflicht. Entlang des Naturschutzbereichs muss der Vierbeiner zudem während des ganzen Jahres angeleint werden. An der Böschung und im Wasser können die Hunde hingegen freigelassen werden.

Für die Badenden bringt das neue Konzept einen Angebotsausbau: Die Badestrecke bei der Badi Au-Höngg wird verlängert. Die Ein- und Ausstiege werden dabei verbreitert, damit es nicht mehr so häufig zu Stau und heiklen Situationen kommt. Geplant ist auch eine zusätzliche Liegewiese.

Der Wermutstropfen dieses Ausbaus: Rund 50 Bäume entlang des Ufers werden gefällt. Sie müssen weichen, damit die Badegäste während der Strecke aus- und einsteigen können und der Bademeister die Übersicht behält.

Wie viel der Ausbau der Bade-Infrastruktur kostet, ist gemäss Leutenegger noch unklar. Es dürften aber über zwei Millionen Franken werden. Somit müsste der Gemeinderat noch darüber entscheiden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JoSiffert am 05.12.2017 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegenofferte?

    Liebe Stadt. Ich entferne die Büsche (werden wohl kaum mehr als 100 Stück sein, oder?) im Winter auch für 100'000.-. Wann kann ich damit beginnen?

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  • Klugs am 05.12.2017 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach dem rechten zu schauen 

    Als wäre Sex was unrechtes.

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  • Peter Rottmann am 05.12.2017 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonst nichts zu tun?

    Hat die Stadt Zürich sonst nichts zu tun ? Es hat jahrelang niemanden gestört. Jedem war die Werdinsel als das bekannt was die ist. Wenn sich irgendwelche Spiesser daran stören sollen sie doch entweder wegbleiben oder in eine andere Badi gehen. Und auch nicht angeleinte Hunde waren nie ein Problem. Mein Hund hört besser als manches Kind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Claudia am 06.12.2017 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Roden wegen ein paar unverbesserlichen?

    Wegen ein paar unverbesserlichen Leuten muss gerodet werden???? Wo bleiben da die Naturschutzorganisationen? Ich wohne schon seit über 20 Jahren in der Nähe und finde es einfach nur traurig, dass diese Insel nicht besser geschützt wird.

  • Waldkind am 06.12.2017 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Bäume fällen. Schweizweit.

    Finde nur konsequent, dass hier jetzt die Arbeit der Forstwirtschaft fortgesetzt wird. In ca. 99% aller Wälder, Wegränder, Parks, Baumansammlungen, etc. wird auch fleissig "ausgedünnt" und gefällt. Mir zerreists bei fast jedem Wald- und Landspaziergang das Herz. Und muss jetzt keiner kommen mit: "die Waldfläche steigt aber an laut Statistik". Seis drum, wir sollten endlich alle Bäume, etc. komplett fällen, denn dann kann man sich auch nicht mehr dahinter verstecken. Weder "unzüchtige" Menschen, noch Tiere, noch Pilze. Let's go und machen wir die Forstwirtschaft sogar noch einträglicher!

  • jane marple am 06.12.2017 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn der letzte baum gefällt ist,..

    ... merken hoffentlichbdie fans der frotgrünnen midchpoke im stadthaus, dass das definitiv die falschen leute sind! nur, dann ist es zu spät. wer hier noch bäume retten will, soll sich überlegen, wem er im märz seine stimme gibt.

  • Walter Sturm-Drang am 06.12.2017 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    die Politik auslichten

    Als weitere Massnahme wird die Stadt den Hotspot für sexuelle Handlungen, «das Wäldchen», auslichten, also den Unterwuchs entfernen. Hinter dem Gebüsch zu verschwinden, wird somit schwierig./ Also das Wäldchen haben die meisten schon lange ausgelichtet, "hinter seinem Gebüsch versteckt sich schon lange keiner mehr". Und "was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen", das vertritt ja auch die FDP. Da sollte in der Politik mal jemand nach dem Rechten sehen, da gibt es auch schon länger den Ruf nach dem Auslichten. Ein bisschen Spass muss sein.

  • Ichfassesnöd am 06.12.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Und im März dafür Steuern zahlen?

    2 Millionen !!!! Gehts noch??? Lasst die Bäume und das Unterholz in Ruhe und kümmert euch lieber um echte Verbrechen in der Stadt... dafür 2 Mio auszugeben ist ein Verbrechen, das sollte eher verhindert werden!