«Geld und Huren»

08. Januar 2018 10:41; Akt: 08.01.2018 10:57 Print

Sexismus-Vorwürfe gegen Zürcher Studizeitung

Ärger an der Pädagogischen Hochschule Zürich: Die Studizeitung «RePHlex» sorgt mit zwei Beiträgen für Proteste und Kopfschütteln bei Studierenden.

storybild

«Geld und Huren»: Dieses Inserat der Studizeitung sowie ein Artikel in der Dezember-Ausgabe sorgen für Sexismus-Vorwürfe.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«We’ve got money & hoes» – auf Deutsch: «Wir haben Geld und Huren». So wirbt die Zürcher Studizeitung «RePHlex» um neue Redaktoren. Dazu ein Bild eines jungen Mannes, der breitbeinig auf dem Sofa sitzt mit zwei leicht bekleideten Frauen, die ins Foto eingefügt wurden. Dass die Werbung wohl nicht bei allen gut ankommen wird, ahnten die Verantwortlichen bereits. Laut dem «Tages-Anzeiger» heisst es weiter hinten «Exgüsi, dass unsere Werbung überhaupt nicht Gender equal ist».

Umfrage
Was halten Sie vom «RePHlex»-Inserat?

Damit aber nicht genug von der Zeitung, die von Studenten der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) veröffentlicht wird. In der Dezember-Ausgabe wird die Forschungsrichtung Gender Studies von einem Autor als «Glaubensgemeinschaften, die die Gleichheit der Geschlechter predigen» betitelt. Zudem würden Männer mehr Kaderstellen besetzen, weil sie aufgrund ihrer Hormone kompetitiver seien.

Petition fordert Entlassung des Autors

Für einige der Studierenden geht das zu weit. Sie fordern die Entlassung des Autors, der laut dem «Tages-Anzeiger» im Vorstand der SVP Zollikon ist. Noch vor Weihnachten wurde dafür eine Petition lanciert. Weitere Forderungen: ein Ethikgremium, eine Sensibilisierung und die Distanzierung. 55 Studenten und Dozenten haben die Petition bereits unterzeichnet. Es gehe darum, dass die Leitlinien der Pädagogischen Hochschule bezüglich Chancengleichheit und Schutz vor Diskriminierung eingehalten würden.

Auch bei der hausinternen Kommission der Hochschule prüft man nun, ob die Richtlinien mit diesen Inhalten verletzt wurden. Zudem distanziert man sich von den Beiträgen.

Inserat sollte provozieren

«RePHlex»-Chefredaktor Gabriel M. Sánchez zeigt sich überrascht über das Ausmass der Debatte. Das Inserat sei eine satirische Provokation gewesen. Ausserdem stehe er zu dem kritisierten Artikel. Doch: «Der Artikel widerspiegelt nicht die Meinung der Redaktion, steht aber stellvertretend für eine immer noch weitverbreitete Haltung innerhalb der Gesellschaft.» Die Forderungen der Petition lehnt die Redaktion ab – verspricht den Studierenden aber eine Replik auf besagten Artikel.

(20M)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Theist am 08.01.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sarkasmus

    Man nennt das Sarkasmus- und der darf bekanntlich alles. Einige Leute sollten echt versuchen, nicht überall ein Haar in der Suppe zu finden...

    einklappen einklappen
  • hitmarker am 08.01.2018 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und?

    Und was soll daran jetzt schlimm sein? Kann jeder machen wie er will. Der eine liebt eine frau, der andere bevorzugt money n hoes.. Thats life :) Ich bevorzuge aber ganz klar das erste.

  • Dosty am 08.01.2018 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja nur während des Studiums

    Bald unterrichten sie unsere Kinder und haben für solchen Blödsinn keine Zeit mehr übrig ;-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 08.01.2018 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Aline Müller am 08.01.2018 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humor geht anders

    Leuten mit solchem "Humor" würde ich meine Töchter jedenfalls nicht anvertrauen.

  • Frtz am 08.01.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Begrabt...

    ... die freie Meinungsäusserung doch direkt. Was in der westlichen Gesellschaft mit der political correctness abgeht, ist jenseits! Wieso nicht eine kritische Replik? Lieber gerade verbieten!

  • Bea am 08.01.2018 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprache und Gleichberechtigung

    Haben wirklich nur Studenten und Dozenten unterzeichnet oder waren ev. auch Studentinnen und Dozentinnen dabei?

  • Martin S. am 08.01.2018 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An der Pädagogische Hochschule?

    Vielleicht sollten die Macher des Magazins RePHlex mal über die Bücher! Mal ein bisschen reflektieren... Und dann ihre nächste Ausgabe RePHlekt nennen!