Pride Festival Zürich

16. Juni 2018 22:37; Akt: 19.06.2018 08:09 Print

«Gott scheint der LGBT-Community ins Gesicht»

Mit dem Demonstrationsumzug erreichte die Pride Zürich ihren vorläufigen Höhepunkt. Schrille Diven und farbige Paradiesvögel zogen durch die Stadt.

Schwule, Lesben und die Trans-Community fordern mehr Akzeptanz und Gleichstellung. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)
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Seit einer Woche finden unter dem Motto «same love - same rights» in der ganzen Schweiz Veranstaltungen im Rahmen der Pride Zürich statt. Die gleichgeschlechtliche Ehe steht dabei im Zentrum. In 25 Ländern (darunter 17 europäischen) wird sie anerkannt, nicht aber in der Schweiz.

Tausende gehen für die Homo-Ehe auf die Strasse

Das geltende Partnerschaftsgesetz kenne zur Ehe über 20 Unterschiede und sei kein Ersatz für sie, hatten die Pride-Organisatoren im Vorfeld betont. Die Ungleichbehandlung lasse sich in keiner Art und Weise rechtfertigen. «Wir wollen mit den genau gleichen Rechten und Pflichten heiraten können», hiess es denn am Umzug auch auf Plakaten.

Transmenschen sollen unterstützt werden

Tausende bunt gekleidete Menschen hatten sich an diesem heissen Mittag auf dem Zürcher Helvetiaplatz versammelt. Bevor der Demonstrationsumzug losging, appellierte der Aargauer SP-Grossrat an die Menge, sich auch für die Transmenschen stark zu machen und erntete dafür einen riesigen Applaus.


Florian Vock, Vorstandsmitglied von Pinkcross, dem Dachverband der schwulen und bi Männer, redete auf dem Helvetiaplatz. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)

Und Jessica Zuber, Geschäftsführerin der Alliance F, des Bundes der schweizerischen Frauenorganisationen, sagte vor dem Umzug:
«Die Protestanten haben gewartet, bis sie Katholiken heiraten durften, Bürgerliche bis sie Adelige heiraten durften – jetzt ist es Zeit, dass auch die Menschen der LGBT-Community heiraten dürfen»


Auch Jessica Zuber, Geschäftsführerin der Alliance F, des Bundes der schweizerischen Frauenorganisationen, sprach vor Umzug. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)

So viele Gruppen wie noch nie

Gegen 13.30 Uhr war es dann soweit: Unter lauter Musik und begleitet von unzähligen farbigen Fahnen und Ballonen setzte sich der Umzug der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen und Transgender-Community schliesslich in Bewegung. Er führte in diesem Jahr vom Helvetiaplatz in die Zürcher Innenstadt, über die Bahnhofstrasse und wieder zurück.

So viele Gruppen wie noch nie – Mitglieder von LGBT-Organisationen und ihre Sympathisanten – nahmen daran teil. Mit 60 Organisationen waren es zehn mehr als im Vorjahr. Aufwändig herausgeputzte Diven, schrille Paradiesvögel, leicht bekleidete Muskelprotze und auch viele Familien mit Kindern zogen durch die Stadt.

Die Pride zog die unterschiedlichsten Leute an. «Ich bin vor allem wegen meinen schwulen Freunden hier», sagte eine junge Frau zu 20 Minuten. Sie stellt fest, dass immer gutes Wetter an der Pride herrsche: «Gott scheint der LGTB-Community ins Gesicht.» Für andere war es die erste Gay Pride, an der sie teilnahmen.


Steffi (links, 29), Vale (mitte, 25) und Ramona (rechts, 24) forderten die gleichen Rechte für alle. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)


Für Vanessa La Wasch bedeutet «same love – same rights» die Öffnung der Ehe. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)


Amy Amnesty lief für Queeramnesty. (Video: 20 Minuten/ qll/wsa)


Daniel Dumont (59) reiste aus dem Ausland an, um die LGTB-Community in der Schweiz zu unterstützen. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)


Die Trommelband Borumbaia aus Zürich sorgte für die richtige Stimmung, kurz bevor die Reden starteten. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)


Pride-Präsidentin Lea Herzig begrüsste um 13 Uhr alle auf dem Helvetiaplatz. (Video: 20 Minuten/qll/wsa)


Anna Rosenwasser, Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS), begrüsste die Teilnehmer der Pride mit «Ihr seid so, so, schön.» (Video: 20 Minuten/qll/wsa)

(20M/sda)