Komplizierte Panne

20. März 2017 17:34; Akt: 21.03.2017 10:05 Print

Stadt Zürich und Spitäler kämpfen mit IT-Problemen

Sämtliche Seiten der Stadt Zürich im Internet sind zurzeit nicht verfügbar. Auch die internen Systeme der Spitäler sind betroffen.

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Die Website der Stadt Zürich ist zurzeit offline. Laut der Stadtpolizei funktionieren aber die internen Systeme. (Bild: 20M)

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Kein guter Start in die Arbeitswoche für die IT-Angestellten der Stadt Zürich: Kurz nach 10.30 Uhr meldete sich ein Leser-Reporter, der sagte, dass alle Websites der Stadt Zürich offline seien.

Alles, was mit der URL www.stadt-zuerich.ch zu tun habe, sei derzeit offline: «www.stadt-zuerich.ch ist zurzeit nicht verfügbar. Wir bitten um Verständnis und freuen uns auf Ihren nächsten Besuch», heisst es, wenn man die Seiten aufrufen will.

Patientendaten in den Spitälern sind nicht verfügbar

Auch die Systeme der Spitäler haben Probleme. «Im Spital hatten sie heute keinerlei Informationen über die Patienten im System – es herrschte Chaos», so ein weiterer Leser-Reporter.

Man habe nichts über Patientendaten, Termine oder Verletzungen abrufen können. «Anhand meiner Verletzung wurde dann gerätselt, wo und bei wem ich einen Termin habe», so der Leser- Reporter.

«Hacker-Angriff kann ausgeschlossen werden»

Martin Otzenberger, Sprecher für Organisation und Informatik der Stadt Zürich (OIZ), bestätigt auf Anfrage, dass alle städtischen Websites sowie die Applikation für Patienteninformationen in den Spitälern und auch mehrere Computer-Arbeitsplätze betroffen seien. «Grund dafür ist der Defekt einer zentralen Hardwarekomponente im Rechenzentrum Hagenholz», so Otzenberger. Ein Hacker-Angriff könne ausgeschlossen werden und die Datensicherheit sei gewährleistet.

Man arbeite nun intensiv an zwei Strategien: «Zuerst wollen wir den Defekt über ein anderes Rechenzentrum umgehen und anschliessend natürlich auch die Ursachen aufdecken», sagt Otzenberger. Erste Erfolge könne man bereits verzeichnen. «Die Computer-Arbeitsplätze laufen seit Montagmittag grössenteils wieder und die Patienteninformationen sind für die Spitäler seit dem Nachmittag wieder abrufbar», so Otzenberger. Dort müsse man nun aber noch die ganzen Informationen des Tages nachtragen, die man aufgrund des Ausfalls manuell notieren musste.

Blaulichtorganisationen und ÖV waren nicht betroffen

Weiterhin komplett offline sind die Websites der Stadt Zürich. «Die involvierten Teams arbeiten mit Hochdruck rund um die Uhr, damit alle Systeme so schnell wie möglich wieder funktionieren», sagt Otzenberger. Wichtig sei noch zu erwähnen, dass die Störungen nie einen Einfluss auf die kritischen Anwendungen der Blaulichtorganisationen hatten – auch der öffentliche Verkehr sei nicht betroffen gewesen. «Alle Stadt-Angestellten konnten zudem stets die Mail-Applikation und das Telefon benutzen», so Otzenberger.


(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kei ner am 20.03.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wers glaubt

    Datensicherheit gewährleistet das ich nicht lache wie wollt ihr das wissen, wenn alles abgestürzt ist?

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  • Böse Zunge am 20.03.2017 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was...

    Als ich vor ein paar Monaten genau hier davor warnte, wurde ich als Spinner abgestempelt. Es bleibt nur noch zu hoffen, dass dadurch keine Patienten gefährdet werden, bzw. kein Hackerangriff vorliegt...

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  • abc am 20.03.2017 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inkompetenz

    Sicher ein Inkompenter an der Arbeit. Normalerweise gibt es Redundanzen und Strategien für Ausfallsicherheit. Wozu hat das OIZ zwei unabhängige Gebäude? Ebenfalls haben auch Banken DNS-Probleme. War wohl der Günstigste, und nicht der Beste dran.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Faktenguru am 22.03.2017 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politisches Missmanagement

    Die OIZ ist ein Laden voller Externer. Kein Wunder wenn der Gemeinderat keine Stellen freigibt für die Informatik. Dumm nur dass dem neuen Direktor solche Dinge egal sind, während sich intern jedermann über das verschwendete Geld aufregt, das dann bei Security fehlt.

  • Daniel am 21.03.2017 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Russen waren es

    Das müssen sicher wieder die Russen gewesen sein!!

  • songoku am 21.03.2017 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SPOF

    ..abkürzung für "single point of failure". und das in einer so wichtigen umgebung. fehlplanung oder am falschen ort gespart? ob daraus die notwendigen lehren gezogen werden? nicht dass ich dran glaube. aber hoffen darf man ja.

  • Externer am 21.03.2017 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betreiber

    Wenn für den Betrieb der IT-Infrastruktur der Stadt Zürich die gleiche Firma zuständig ist wie beim Kanton war dieser Ausfall und das Versagen der Redundanz vorhersehbar.

  • Beobachter am 21.03.2017 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logo

    Was beim Bund nicht geht geht auch in Zürich (oder anderswo) nicht. Solange die IT von inkompetenten Finänzlern geführt wird, solange die Interaktion zwischen Softwarehersteller und Anwender nicht funktionieren darf, solange wird es nicht gehen. Und es darf nicht funktionieren damit die Vergaben u d das pricing 'freundesgerecht' weitergeführt werden kann.