«Meh Glacé für Züri»

17. Juli 2017 16:34; Akt: 17.07.2017 16:36 Print

Stadt erstattet Anzeige wegen Guerilla-Aktion

Die Guerilla-Aktion «Meh Glacé für Züri» der Jungfreisinnigen hat ein juristisches Nachspiel: Grün Stadt Zürich reicht Anzeige ein wegen der hohen Reinigungskosten.

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Auf einer Länge von mehreren hundert Metern zogen die Jungfreisinnigen in der Nacht auf Samstag beim Hafen Enge einen rund einen Meter breiten, hellblauen Farbstreifen auf den Weg entlang der Seepromenade. In grossen Lettern machten sie mehrfach auf ihr Anliegen «Meh Glacé für Züri» aufmerksam.

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Brauchts mehr Glacé- oder/und Food-Stände rund ums Zürcher Seebecken?

Nun hat die Aktion, die von der Polizei gestoppt worden war, ein juristisches Nachspiel. «Grün Stadt Zürich wird Anzeige erstatten», sagte Pio Sulzer, Sprecher des Stadtzürcher Tiefbau- und Entsorgungsdepartements (TED) am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Kosten für die Entfernung der Farbspur dürften sich gemäss Sulzer im vierstelligen Bereich bewegen.

Davon überrascht zeigte sich die Präsidentin der Jungfreisinnigen, Bettina Fahrni: «Wir sind nicht der Meinung, dass wir etwas Verbotenes gemacht haben.» Bei der Farbe handle es sich um umweltverträgliche Rasenmalfarbe, «Kreidepulver in Wasser aufgelöst». «Wenn es das nächste Mal regnet, ist alles weg», sagte Fahrni.

Ölspurbeseitigungsfahrzeug kommt zum Einsatz

«Unsere Leute sind da zu einer anderen Einschätzung gekommen», sagte TED-Sprecher Sulzer. Neben der Arbeit von Entsorgung + Recycling (ERZ) müsse nämlich auch ein Ölspurbeseitigungsfahrzeug der Feuerwehr für die Reinigung eingesetzt werden. Wie hoch der Sachschaden genau ist, wird noch ermittelt.

Der Anzeige schauen die Jungpolitiker gelassen entgegen. Man solle lieber einmal härter durchgreifen, wenn linke Chaoten das Rathaus oder andere wichtige Gebäude mit wasserfester Farbe besprayten, sagte Fahrni.

Mit ihrer Aktion wollte die Jungpartei auf eine Petition aufmerksam machen. Konkret stört sie sich nämlich daran, dass rund um das Seebecken - zwischen China- und Rentenwiese - nur 13 Stände dank einer Bewilligung Glace verkaufen dürfen. Das Angebot sei zu knapp, die Warteschlangen würden deshalb oft endlos.

«Kein Wunsch nach mehr Bewilligungen»

Diese Bewilligungen werden durch die Stadtpolizei Zürich vergeben. Laut Sprecher Marco Bisa ist mit den 13 Bewilligungen das Bedürfnis nach Glaceständen rund ums Seebecken gedeckt: «Bis jetzt gab es keinen expliziten Wunsch nach zusätzlichen Ständen respektive Verkaufszonen.» Zum Kritikpunkt der Jungfreisinnigen, wonach die Bewilligungen unbefristet gültig seien, sagt Bisa: «Polizeibewilligungen für die gewerbliche Nutzung des öffentlichen Grundes sind in der Regel unbefristet.»

(sda/rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny Bravo am 17.07.2017 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    Echte sorgen

    Es gibt wichtigere Probleme als die Glace versorgung am Seebecken. Die Wohlstandskinder der jfdp wissen wohl nicht was echte Sorgen sind. Der Kater nach dem Sächsilüte ist auch kein Problem das den grossteil von Zürich betrifft.

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  • Röbi Röschti am 17.07.2017 06:15 Report Diesen Beitrag melden

    Zu brav?

    Jetzt ist also die bessere Partei jene, die am wenigsten "brav" ist? Muss man wirklich "Seich" machen, um eine "gute" Partei zu sein? Hmm...

  • Werner Tobler am 17.07.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    günstiger

    nicht mehr sondern günstiger..... die junge fdp schläft wieder ein mal

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 17.07.2017 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich....

    Erlaubt ist, was nicht stört, zumindest dann, wenn es die normalen Einwohner an den Kopf trifft. Ansonsten zeigt man halt wenig südländisches Gemüt.

  • Tina am 17.07.2017 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    voll daneben

    Benötigt sicher 5 Leute, um es zu reinigen! Wie wundersam ist dieser Apparatschik. Können noch mal Preise für die Reinigung nennen.

  • Anton Keller am 17.07.2017 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bei den Linken

    Bei den Linken hätte die Stadt Zürich noch den Künstler anständig entlöhnt für das Street-kunstwerk.

  • Thomas am 17.07.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Hält das vor Gericht stand?

    Bevor so ein teures Fahrzeug auf Kosten des Verursachers eingesetzt werden kann, muss da nicht ein unabhängiges Gutachten erstellt werden, damit das vor Gericht standhält? Die Stadt hat hier ja eine Schadenminderungspflicht und offenbar hätte ein Wasserschlauch gereicht?

  • Rechtsprecher am 17.07.2017 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in Zürich

    Haha die Hausbesetzer haben Hanfanlagen und besprayen die Liegenschaften, aber das Gekritzel mit wegwaschbarer Farbe wird zur Anzeige gebracht!

    • rike am 17.07.2017 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      Rechtsprecher

      genau auf den Kopf getroffen!!! Das ist halt so in Zürich, wo Rot- Grün regiert, wenn 2 das Gleichen machen, ist es noch lange nicht das Selbe!

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