Zürich Hardturm

30. Oktober 2014 07:57; Akt: 30.10.2014 08:15 Print

Stadtrat will Stadion nur mit Wohnsiedlung

Auch neben einem privat erstellten Zürcher Fussballstadion soll eine gemeinnützige Wohnsiedlung erstellt werden. Der Stadtrat soll diese Auflage in den Investorenwettbewerb einbeziehen.

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Vor dem Match GC - Thun am Sonntag, 22. September 2013 wurde das künftige Stadion in Tortenform präsentiert - gut eineinhalb Stunden später stand das Nein des Stimmvolks zum Projekt fest. So hätte sich das neue Fussballstadion von der Hardturmstrasse her präsentiert. Entworfen wurde es von Burkard Meyer Architekten aus Baden. Das Büro wird nun einen überarbeiteten Vorschlag einreichen. Schon lange warten die Zürcher Fussballklubs und ihre Fans auf ein reines Fussballstadion. 19'500 bzw. 16'000 Sitzplätze wären bei internationalen Partien zu vergeben gewesen. So präsentierte sich das ursprüngliche Projekt von aussen. Unter der Tribüne hätte es so ausgesehen. Für ein Ja legten sich Politiker wie SP-Gemeinderätin Gabriela Rothenfluh, CVP-Gemeinderat Markus Hungerbühler und SP-Hochbauvorstand André Odermatt am 2. September 2013 mächtig ins Zeug. Nur zwei Tage später warben FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) und GC-Präsident André Dosé zusammen mit den Junioren beider Klubs auf einem Marsch durch die City für ein Ja an der Urne. Auch Plakate fehlten auf dem ganzen Stadtgebiet nicht - alles vergebens. Zusätzlich wäre eine gemeinnützige Wohnüberbauung geplant gewesen. Bei einem neuen Stadionprojekt werden Wohnungen erneut zum Thema - denn es braucht zur Finanzierung eine Mantelnutzung. Das Modell des an der Urne gescheiterten Stadionprojekts mit Blick Richtung Norden. Blick auf das Hardturm-Areal im Modell mit dem Stadion (l.), der Überbauung Hard-Turm-Park (Mitte) und dem Toni-Areal. So hätte sich die Halter AG das Fussballstadion vorgestellt - zwischen Autobahn und SBB-Gleise, direkt neben der geplanten ZSC-Lions-Arena (unten rechts) in Altstetten. Das Stadion wäre mit Hunderten Wohnungen auf dem Hardturmareal quersubventioniert worden. Doch die Stadt wollte davon nichts wissen - zumal die Credit Suisse als wichtige Landbesitzerin hier ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat.

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Der Gemeinderat hat sich am Mittwochabend einen veritablen Glaubenskrieg darüber geliefert, ob diese Auflage einem privaten Investor zugemutet werden kann. Konkret ging es um eine von der SP beantragte Textänderung für ein dringliches Postulat der GLP.

Diese verlangte, den Wettbewerbsteilnehmern mehr Flexibilität zuzugestehen als der Stadtrat ursprünglich vorgesehen hatte. Die SP wollte im Postulat eine Wohnsiedlung als Projektbestandteil explizit festgehalten haben. Mit 76 zu 41 Stimmen überwies der Rat den ergänzten Vorstoss.

Fünf Projekte eingereicht

Am 22. September 2013 hatten die Stimmberechtigten ein 216-Millionen-Franken-Stadion auf Kosten der Stadt mit 50,8 Prozent abgelehnt, die gleich daneben geplante kommunale Wohnsiedlung jedoch mit einer 75-Prozent-Mehrheit gutgeheissen. Diese Siedlung will die Stadt denn auch weiterhin erstellen.

Nach der Abstimmung reichten Architekturbüros und Investoren insgesamt fünf Projektskizzen für ein privat finanziertes Stadion ein. Nun soll ein Investorenwettbewerb folgen. Er soll Auskunft geben über die Realisierbarkeit eines von Privaten gebauten und betriebenen Stadions.

«Todesstoss» für Stadion

SVP und FDP wehrten sich vehement gegen die Auflage einer kommunalen Wohnsiedlung. Eine derartige Forderung gebe jeglichem privat erstellten und betriebenen Stadion von vorneherein den Todesstoss. Ein privater Investor müsse frei sein und auch eine angemessene Rendite erwirtschaften können.

Für die links-grüne Ratsseite dagegen war die Wohnsiedlung unabdingbar, auch im Hinblick auf eine Volksabstimmung. Der CVP waren beide Varianten recht. Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) erinnerte daran, dass für die Stadtzürcher Stimmberechtigten der kommunale Wohnungsbau einen sehr hohen Stellenwert habe.

Zustimmung zum Schluss

Der Postulant stimmte schliesslich der Textänderung zu. Angesichts des aktuellen Stimmenverhältnisses im Rat wäre das Postulat sonst gefährdet. Der Stadtrat werde nun diese Forderung in ihre Verhandlungen einbringen. Wie sie umgesetzt werde, sei offen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ökonome und -loge am 30.10.2014 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    warum nicht bei den Wolkenkratzern?

    Die Linken sind einfach phantasielose Menschen. Gescheiter wäre bei den Hochhäusern zur Pflicht gemacht worden, 5 Stockwerke zu max. 200.-/m2 zu vermieten. Also 100m2 Wohnung für 20'000.- pro Jahr oder 1'666.- pro Monat. Jetzt stehen massenweise Wohnungen zu horrenden Mietpreisen leer. Das ganze mit einem Stadion zu verbinden ist doch völliger Unsinn und nicht nachvollziehbar.

  • Fcz-Fan am 30.10.2014 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich braucht ein Fussballstadion!

    Das Projekt der Halter AG die ein Stadion direkt neben dem geplanten ZSC Stadion bauen will, finde ich mit Abstand das beste Projekt. Es steht auf "neutralem" Boden, somit würde es Zustimmung aus beiden Fanlagern (FCZ & GC) geben und es ist optimal für die Zuschauer erreichbar, sowohl mit der ÖV als auch mit dem Auto.

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  • plus am 30.10.2014 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnuglng von der Sache

    Da gibts nichts darüber abzustimmen. Das Stadion wird nun so oder so privat investiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • flo am 30.10.2014 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    züri ist bodenständig

    Problem Sport Fussball. Sorry, aber da zahlen wir Steuerzahler schon genug.

    • Karl Marx am 31.10.2014 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wieviele Mio jährlich.....

      ...........müssen wir Steuerzahler in die verordnete Kultur buttern? Mit wieviel Steuerfranken wird jedes Ticket im Opernhaus (nur z.B.) subventioniert. Was hat die ""Hochschule der Künste"" gekostet. Man kann in guten Treuen für oder gegen ein Stadion sein, mit ähnlichen Ellen sollte man aber messen. Und die neun Figuren vom Stadthaus sollen das Maul halten

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  • Sämi am 30.10.2014 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Letzi-Stadion genügt vollkommen

    Es braucht kein anderes, teures Stadion, weder von der Stadt noch von Privat-Abzocker-Investoren, welche nur auf Abzockerei-Gewinn aus sind - das Volk müsste einmal mehr bluten, und das Bad der Politiker ausfressen - darum NEIN - NEIN - NEIN UND NOCHMALS NEIN

    • Bewohner am 31.10.2014 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lachhaft

      Haha, die ganze Schweiz lacht über die " Weltstadt" Zürich ohne Fußballstadion !

    • Fredy am 31.10.2014 14:05 Report Diesen Beitrag melden

      ja und

      Vllig egal. Was ist schon Fussball, schaut doch mal die Fans an das sagt schon alles

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  • Reini Styger am 30.10.2014 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stadien Zürich

    Weltstadt Stockholm: Eishockey u.a.m. 14000 Globen 10000 Johannesov Fussball 50000 Friends Arena 30000 Stockolm Stadion Zürich???...

    • flo am 30.10.2014 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      züri ist bodenständig

      Ja und alle stehen meist leer und kosten ein schweinegeld. Und genau wie die schweiz hat schweden dieses geld auch nicht, bzw wuerde es gescheiter für besseres verwenden.

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  • Maxim am 30.10.2014 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Alles ist schön das Stadium und das Haus

  • Hafenkranführer Silvio am 30.10.2014 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    wie schön.

    Der Stadtrat sagt auch etwas dazu, wie schön.