Fatalen Drink angeboten

03. Dezember 2012 19:06; Akt: 03.12.2012 21:43 Print

Student unschuldig an Drogen-Tod des Kollegen

von Attila Szenogrady - Ein Student bietet einem Schulkollegen GBL-Tropfen an. Der stirbt an einer Überdosis. Nun ist der Angeklagte in zweiter Instanz freigesprochen worden.

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Es war im Juli 2005, als der damals 19-jährige Beschuldigte aus dem Bezirk Uster zusammen mit anderen Studenten der «Zürich Business School» einen Englisch-Sprachkurs in Südengland besuchte. Am späten Abend vom 11. Juli feierten die KV-Schüler in einem Park in Bournemouth ein Fest. Der Angeschuldigte führte dabei ein Fläschchen mit der Partydroge GBL mit sich und bot die Tropfen mehreren Kollegen an. Er erklärte ihnen, dass der Stoff mit einem Joint vergleichbar sei und heiter mache. Allerdings dürfe man nicht zu viel davon konsumieren und die Flüssigkeit nicht mit Alkohol mischen.

Fest steht, dass der Beschuldigte die KO-Tropfen mit Fanta mischte und seinen Kollegen abgab. Darunter auch einem KV-Lehrling aus dem Bezirk Hinwil. Dieser war über die Wirkung der Drogen enttäuscht und nahm als einzige Person nach 15 Minuten eine zweite GBL-Portion ein. Mit fatalen Folgen. Der Geschädigte brach bald zusammen und verstarb wenige Stunden später in einem Spital. Laut Anklage an einer erheblichen Ueberdosis.

«Ich muss mit dem leben»

Ueber sieben Jahre nach der Tragödie musste sich der Besitzer der GBL-Tropfen am Montag vor dem Zürcher Obergericht verantworten. Er wehrte sich gegen einen Schuldspruch des Bezirksgerichts Uster. Dieses hatte den heutigen Wirtschaftsstudenten vor einem Jahr wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 60 Franken verurteilt. Das Landgericht vertrat dabei die Auffassung, dass der Beschuldigte seine Sorgfaltspflicht verletzt hatte. So habe er die Wirkung der Droge verharmlost. Er hätte deklarieren müssen, dass er selbst nichts Genaueres über die Wirkung der Dosierung gewusst habe.

«Ich muss mit dem heute leben», bedauerte der 26-jährige Beschuldigte aufrichtig das Unglück. Er hat sich inzwischen auch mit den Hinterbliebenen des Opfers auf eine hohe Abfindungssumme geeinigt. Trotzdem liess er seinen Verteidiger auf einen vollen Freispruch plädieren.

Vom Schuld- zum Freispruch

Mit Erfolg. So kam das Obergericht neu zu einem umfassenden Freispruch. Zentral war dabei, dass die Oberrichter die Voraussehbarkeit der tödlichen Folgen verneinten. Die Droge sei zum Tatzeitpunkt noch kein Thema gewesen, sagte der Vorsitzende. «Es war damals keineswegs allgemein bekannt, dass GBL so gefährlich sein konnte», ergänzte er. Der Beschuldigte habe zudem selbst eine starke Dosis genommen und sei hospitalisiert worden, rief der Präsident in Erinnerung. Bei aller Tragik des Falles könne dem Beschuldigten strafrechtlich nichts angelastet werden. Der Geschädigte habe die Drogen freiwillig zu sich genommen habe, lautete das Fazit für den Freispruch.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CHer am 04.12.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Student?

    Seit wann bezeichnet man einen KV-Schüler als Studenten? Es liegt wohl im Trend, in welchem die Berufslehre über- und akademische Bildung unterbewertet wird.

  • keili am 03.12.2012 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich auch 

    Hoffentlich auch nicht! Der Verstorbene hat selber entschieden zuzugreifen! abfindung finde ich persoenlich nicht i.o.!!!!!

  • Hai max am 04.12.2012 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    vergiften ist Straffrei!

    Also wer Gift verteilt ist Unschuldig wenn es zu Todesfällen kommt. So kann nur ein Jurist argumentieren!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Qushli am 04.12.2012 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Prävention / Aufklärung?

    Toll, wie unsere Prävention wirkt! Sind ja alle sooo aufgeklärt über Drogen. Bravo! Aber verteufeln wir doch weiterhin alle Drogen. Ist einfacher als an den Menschen zu appelieren...

  • Kevin B. am 04.12.2012 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gift für den Körper

    Trotzdem ist es unverständlich wie man eine Droge nehmen kann, ohne sich vorher zu Informieren.

  • A.M.A. am 04.12.2012 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Eine Person zu verlieren schmerzt. Doch es ist nicht fair nach Schuldigen zu suchen, wenn es keine Schuldigen gibt. Jeder trägt für seine Entscheidungen Eigenverantwortung.

    • Will Tell am 04.12.2012 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Deiner Meinung. Das Credo heisst Selbstverantwortung. Wie kommt er überhaupt auf die Idee der Familie eine Abfindung zu bezahlen... Geschweige denn sich ein schlechtes Gewissen zu machen? Er ist nicht schuldig und wollte mit den tröpfli seinem Kollegen eher eine Freude machen, als Ihm zu schaden. Wenn ein Diabetiker den angebotenen Kuchen isst ist er auch selber an den Konsequenzen schuld!

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  • CHer am 04.12.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Student?

    Seit wann bezeichnet man einen KV-Schüler als Studenten? Es liegt wohl im Trend, in welchem die Berufslehre über- und akademische Bildung unterbewertet wird.

  • Hai max am 04.12.2012 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    vergiften ist Straffrei!

    Also wer Gift verteilt ist Unschuldig wenn es zu Todesfällen kommt. So kann nur ein Jurist argumentieren!

    • S.K. am 04.12.2012 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      Gift

      Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist. Philippus Aureolus Theophrastus Paracelsus schweizerischer Arzt, Naturforscher und Philosoph (1493 - 1541)

    • Hannes am 04.12.2012 09:22 Report Diesen Beitrag melden

      Unschuldig

      Wenn du im Denner 2 Flaschen Vodka kaufst und dich zu Tode trinkst ist Denner auch unschuldig. Denn derjenige hat es zu verantworten, welcher von sich aus konsumiert. Man sollte sich eben zuerst informieren und schon gar nicht nachdosieren wenn man nicht weiss was man überhaupt nimmt.

    • Nina am 04.12.2012 09:24 Report Diesen Beitrag melden

      selbstverantwortung

      Wenn jemand Gift verteilt liegt es also nicht in der eigenen Verantwortung des Einzelnen ob er es konsumiert oder nicht - so kann nur ein Linker argumentieren!

    • PS:L am 04.12.2012 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      EIGENVERANTWORTUNG

      Wenn du es selber zu dir nimmst, hoffe ich doch, dass du auch selbst belangt wirst wenn was passiert! Jeder ist sich selbst am nächsten!

    • Straf Rechtler am 04.12.2012 09:48 Report Diesen Beitrag melden

      Stammtischgeschwätz

      Nicotin ist ein Nervengift und Alkohol ein toxischer Stoff, aber so lange der Mäxli seinen Stumpen zum Bier am Stammtisch trinken kann, ist die Welt in Ordnung, oder?

    • Stef am 04.12.2012 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Zwang

      Das Opfer hat das Gift ja freiwillig zu sich genommen.

    • Walter R am 04.12.2012 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      Warum konsumiert jemand Gift?

      Nicht das Verteilen und Anbieten von Gift ist Tödlich, sondern das KONSUMIEREN! Wenn jemand mit einem Auto in ein Hindernis fährt und stirbt ist auch nicht der Autohändler verantwortlich.

    • Chris am 04.12.2012 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      nicht vergiften

      So kann man das auch nicht sagen! Er hat es dem Opfer ja nicht untergejubelt. Das Opfer hat das Zeug freiwillig genommen und selbst nachgelegt. Ausserdem war er volljährig und da darf man an die Eigenverantwortung appellieren! Ich denke er ist genug gestraft mit dem Ereignis!

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