Uni Zürich

05. Dezember 2017 15:16; Akt: 05.12.2017 16:15 Print

Studenten-Stiftung pleite, 28 Leute verlieren Job

Die Zentralstelle der Studentenschaft hat Konkurs gemacht. Darum werden an der Uni Zürich die Studentenläden, Kioske und die Druckerei wohl bald eingestellt. 28 Mitarbeiter sind betroffen.

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Sie gehörten zur Uni wie die Mensen und Hörsäle – die Studentenläden, Kioske und Druckereien, die Produkte und Dienstleistungen für die Studenten zu vorteilhaften Preisen anboten.

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Betrieben wurde sie von der Zentralstelle der Studentenschaft der Universität Zürich (ZSUZ), über die 100 Jahre nach ihrer Gründung am Montag der Konkurs eröffnet wurde. Laut Mitteilung sind 28 Mitarbeiter betroffen. Zudem sei davon auszugehen, dass das Konkursamt die Angebote der ZSUZ wie die zwei Studentenläden, die zwei Kioske und die Druckerei im Zentrum und am Irchel, die Multifunktionsgeräte zum Scannen, Kopieren und Drucken sowie die Karriere-Plattform Campus Career bald einstellen wird.

Digitalisierung machte viele Geschäftsfelder überflüssig

Wie die ZSUZ auf ihrer Website schreibt, waren sämtliche Segmente des Betriebs im letzten Jahrzehnt stark unter Druck geraten. Der technologische Wandel, insbesondere die Digitalisierung hätten viele der Dienstleistungen der ZSUZ überflüssig werden lassen. «Sämtliche Mitarbeitende haben in den letzten Jahren mit viel Herzblut für den Fortbestand des Betriebs gekämpft», heisst es. Neue Geschäftsfelder seien erschlossen und neue Bereiche aufgebaut worden.

Den Konkurs bedauert gemäss Mitteilung auch die Universitätsleitung. Die Universität Zürich (UZH) habe eine mögliche Unterstützung der ZSUZ geprüft, sie könne jedoch den Betrieb einer unabhängigen Stiftung nicht sanieren: «Die UZH klärt nun, welche der bisherigen Dienstleistungen für ein Studium benötigt werden, und wie diese weiterhin angeboten werden können.»

Insbesondere will man rasch eine Lösung anbieten, damit die Multifunktionsgeräte zum Scannen, Kopieren und Drucken weiterhin genutzt werden können. Auch für den Kauf von Skripts und Prüfungsblöcken werden Alternativen gesucht. Für Druckaufträge oder den Kauf von Kiosk- und Papeterieartikel sollen sich die Studenten jedoch vorerst an andere Anbieter wenden.

(som)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Grosspapi am 05.12.2017 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Digitalisierung verpennt?

    Man staunt. Sämtliche Segmente seien im letzten Jahrzehnt stark unter Druck geraten, aber offenbar hat es keiner der Verantwortlichen für notwendig befunden, den Laden neu auszurichten oder dann geordnet zu liquidieren, sondern er wird einfach in den Konkurs geritten. Die 28 Angestellten und die Gläubiger tun mir leid.

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  • Snack am 05.12.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Digitaler Kiosk?

    Dass sich die Medien digitalisiert haben, ist nichts neues. Darum braucht es wohl weniger Dienstleistungen auf Papierbasis. Aber kann mir jemand sagen, wie ein Sandwich, Schokolade, Energy-Drink oder ein Glace durch die Digitalisierung abgelöst werden könnten?

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  • UZH Student am 05.12.2017 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Teure Dienstleistung

    Wer 11 Rappen pro Seite dafür verlangt das man an einem Multifunktions-Drucker seine Dokumente (selbst!) Scannen und auf einem USB-Stick speichern darf, hat den Sprung ins digitale Zeitalter verpasst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tjor am 07.12.2017 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne Moos nix los

    Studis sind heute sehr bequem und orientierungslos gegenüber früheren Zeiten.

  • Adamowitsch Sesslovic am 06.12.2017 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten Nutzen Richtig so

    Sesselhocker ade,wurd Zeit ,diesem Sinnlose tun ein Ende zu machen

  • Mimi am 06.12.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder eigentlich.

    Klar hat es auch unschuldige Leute getroffen. Aber einige scheinen auf diesen Misserfolg lange gearbeitet zu haben. Nach dem Einführen der 11 Rp pro gescannte Seite war klar, dass das Rettungskonzept ziemlich naiv ist. Mit den neuen Kopiegeräten konnte man die meisten Bücher sowieso nicht vernünftig Scannen (Einstellungen manuell ändern/raten, welchen von den zu Auswahl stehenden, meistens unpassenden Formaten man wählen soll), sondern musste für das Experimentieren mit Formaten Geld und Zeit verlieren. Klar findet man dann schnell Alternativen.

  • B. Troffener am 05.12.2017 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gratis

    Die Preise waren fair und vernünftig. Unsere Beratungen wurden rege benützt und sehr geschätzt. Nebst dem schwierigen Wirtschaftsumfeld waren sicher auch Naivität und Unfähigkeit der Geschäftsleitung und des Stiftungsrates schuld. Schade nützt uns die hohe Wertschöpfung der UZH (News von heute) nicht mehr und klingt wie ein Hohn für die neusten Arbeitslosen.

  • nerd am 05.12.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    survival of the fittest

    Das Angebot im Eth store ist sowieso besser.

    • St. Euerzahler am 05.12.2017 18:57 Report Diesen Beitrag melden

      @nerd

      Die ETH(richtige Schreibweise)-Druckerei wird ja auch vom Steuerzahler bezahlt resp. unterstützt.

    • S. Teuer am 06.12.2017 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @St. Euerzahler

      Frechheit. Als ob der Markt hier nicht spielen würde.

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