Bezirksgericht Kulm

19. Mai 2017 11:36; Akt: 19.05.2017 11:36 Print

Tiere vernachlässigt — Bauer kassiert Busse

Ein 51-Jähriger stand unter anderem wegen vorsätzlicher Vernachlässigung von Tieren vor dem Bezirksgericht Kulm. Sieben seiner Tiere mussten notgeschlachtet oder eingeschläfert werden.

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Mehrere verletzte Kühe, Kälber oder Schweine, abgemagerte Tiere und verschimmelte Futtertröge: Ein 51-Jähriger musste sich am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Kulm unter anderem wegen vorsätzlicher Vernachlässigung von Tieren verantworten. Sieben Tiere – drei Schweine, drei Kühe und ein Jungrind – mussten notgeschlachtet oder eingeschläfert werden, berichtet die «Aargauer Zeitung».

Bereits im Oktober 2014 musste der Mann wegen ähnlicher Vorfälle vor demselben Gericht erscheinen und wurde zu einer bedingten Geldstrafe und Busse verurteilt.

«Die Kontrollen waren sehr pingelig»

Während der Verhandlung am Donnerstag erzählte der 51-Jährige, dass die Arbeitsbelastung gestiegen sei, seit er und seine Frau sich praktisch allein um den Hof kümmern müssten, schreibt die «Aargauer Zeitung». Zudem hätten die Kontrollen des Veterinärdienstes zu ungünstigen Zeiten stattgefunden.

Auch der Anwalt des Angeklagten, Pius Koller, sagte zu Tele M1: «Die Kontrollen waren sehr pingelig. Man hat regelrecht nach Fehlern gesucht.»

«Die Tiere sind seine Lebensgrundlage»

Die Staatsanwaltschaft forderte eine unbedingte Geldstrafe von 14'000 Franken und eine Busse von 2000 Franken. Zudem sollte die bedingte Geldstrafe des ersten Verfahrens widerrufen werden.

Der Verteidiger hingegen forderte eine unbedingte Geldstrafe von 3000 Franken und eine Busse von 1000 Franken. Er argumentierte, dass eine vorsätzliche Gefährdung der Tiere durch seinen Mandanten abwegig sei: «Die Tiere sind seine Lebensgrundlage», sagte er in seinem Plädoyer.

3000 Franken Geldstrafe und 1200 Franken Busse

Das Bezirksgericht blieb unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft und legte dem 51-Jährigen eine unbedingte Geldstrafe von 3000 Franken und eine Busse von 1200 Franken auf. Die bedingte Geldstrafe aus dem Jahr 2014 muss der Bauer nicht bezahlen.

Der Gerichtspräsident begründete das Urteil damit, dass der 51-Jährige Lehren aus dem Fall gezogen, den Schweinestall aufgegeben und die verlangten Sofortmassnahmen umgesetzt habe. Bei den letzten Kontrollen habe es nichts mehr zu beanstanden gegeben.

Der Anwalt des Bauern war nach dem Urteil erleichtert: «Wir konnten einige Vorwürfe entkräften. Das Urteil entspricht unseren Forderungen», sagte er. Ob die Staatsanwaltschaft den Fall weiterzieht, ist unklar.


(jen)