«Modellbauer»aus Wil

11. Februar 2013 18:58; Akt: 11.02.2013 23:46 Print

Toter von Kloten betrieb eine Indoor-Hanfanlage

Beim Todesopfer von Kloten soll es sich um einen 28-jährigen Mann aus Wil handeln. Den Nachbarn stellte er sich als passionierter Bastler vor - eigentlich betrieb er in seinem Todesraum aber eine Hanfplantage.

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Den Mitarbeitern von Feuerwehr und Polizei bot sich ein Bild des Grauens, als sie am vergangenen Freitag die Gewerberäume in Kloten ZH aufbrachen: Aus dem Raum drang Rauch. Im Innern stiessen die Ermittler auf die Leiche eines 28-jährigen Schweizers asiatischer Herkunft. Unbestätigten Meldungen zufolge hing die Leiche im Raum, an den Händen gefesselt. Wie lange schon, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Gemäss Recherchen von 20 Minuten stammte der Mann ursprünglich aus China und lebte in Wil. Bei den Mitarbeitern der benachbarten Betriebe stellte er sich vor einigen Monaten in breitem Ostschweizer Dialekt als neuer Mieter der drei Gewerberäume vor. «Er sagte, er brauche Platz für sein Hobby, das Modellbauen», erzählt ein Nachbar. «Da er noch anderswo arbeite, sei er vor allem abends und an den Wochenenden hier.»

In der Tat wurde der Mann in der Folge nur noch selten werktags in Kloten gesehen. Wie sich nun zeigt, scheint der 28-Jährige den Raum nicht fürs Modellbauen, sondern vielmehr als Indoor-Anlage für den Hanfanbau benutzt zu haben. Handelt es sich bei dem Fall um eine brutale Abrechnung im Drogenmilieu? Sollte mit dem Brand ein Mord vertuscht werden? Die zuständigen Zürcher Untersuchungsbehörden wollen sich aus «ermittlungstaktischen Gründen» vorerst nicht zu Details äussern. Die Staatsanwaltschaft will in den nächsten Tagen informieren

(ann)