Stadt Zürich

29. Januar 2018 11:46; Akt: 29.01.2018 17:54 Print

Passagier greift Chauffeur mit Pfefferspray an

Ein 30-jähriger Mann hat am Sonntagmorgen einen VBZ-Tramchauffeur mit einem Pfefferspray angegriffen. Die Passagiere mussten das Tram verlassen.

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Der Tramchauffeur konnte die Fahrt nicht fortsetzen. Die Passagiere mussten aussteigen. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Ein Unbekannter hat am Sonntagmorgen in Zürich mehrere Stösse Pfefferspray in die Kabine eines Tramchauffeur gesprüht. Der Chauffeur wurde dabei derart beeinträchtigt, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Bleibende Schäden erlitt er beim Angriff nicht. Der Täter flüchtete.

Der etwa 30-jährige Mann fuhr gegen 6.45 Uhr vom Bahnhof Enge in Richtung Paradeplatz. Als er dort ausstieg, sprühte er unverhofft mehrmals in die Führerkabine, wie die Zürcher Stadtpolizei am Montag mitteilte. Weil der Tramchauffeur nicht mehr in der Lage war weiterzufahren, musste das Fahrzeug aus dem Verkehr genommen werden.

Eine ärztliche Behandlung pro Monat

VBZ-Mediensprecher Andreas Uhl sagt auf Anfrage von 20 Minuten: «Tätliche Angriffe auf Trampilotinnen und Piloten sind selten.» Anders verhalte es sich leider seit einigen Jahren bei Attacken durch Laserpointer.

Von den anderen Übergriffen ist laut Uhl vor allem das Personal betroffen, das die Fahrausweiskontrollen macht: «Bei rund 1600 Mitarbeitenden auf dem VBZ-Netz ereignet sich monatlich ein Fall, bei dem eine ärztliche Behandlung nötig wird.» Man müsse aber bedenken, «dass die Kriminalität innerhalb der Gesellschaft überall präsent ist, ausserhalb wie innerhalb der Fahrzeuge.»

Videoüberwachung und Sicherheitspersonal

Die VBZ unterstütze deshalb verschiedene Präventionsmassnahmen. Die wichtigste und wirksamste zeigt sich laut Uhl in der Videoüberwachung: Der Täter würde mit grösserer Wahrscheinlichkeit und schneller gefasst. Zudem würden potentielle Täter vor zukünftigen Angriffen abgeschreckt. Und wenn nächtliche Einsätze wie bei den Nachtbussen heikel seien – «werden die VBZ-Mitarbeiter von Sicherheitspersonal begleitet.»

Auch die Schulung des Personals ist wichtig: «Wir führen Deeskalations-Schulungen durch.» Aber diese seien nutzlos bei überraschenden Angriffen, wie dem Pfefferspray-Vorfall vom Sonntag: «Dieser ereignete sich ohne jegliche Vorwarnung», sagt Uhl.

(sda)