Ringelnatter

25. September 2017 05:50; Akt: 25.09.2017 05:50 Print

Ungiftige Schlange hält Zürcher Polizei auf Trab

Weil viele Spaziergänger nicht wissen, ob die gesichtete Schlange gefährlich ist oder nicht, rufen sie die Kantonspolizei Zürich. Giftig sind die Tiere aber in den seltensten Fällen.

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102-mal mussten die Reptilien- und Gifttierspezialisten der Kantonspolizei Zürich im vergangenen Jahr ausrücken. Grund dafür war aber im seltensten Fall ein gefährliches Tier. «Mehr als die Hälfte unserer Einsätze betreffen einheimische, ungiftige Ringelnattern», so der Kantonspolizei-Sprecher Ralph Hirt, der selbst einer der Spezialisten ist.

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Da sich Ringelnattern nach einer Mahlzeit bei schönem Wetter gern auf einen warmen Stein legen, würden sie oft von Spaziergängern gesehen, die deshalb die Polizei rufen. «Das ist auch gut so, denn wenn man nicht weiss, um was für ein Tier es sich handelt, soll man sich bei uns melden», sagt Hirt.

Laut Hirt ist es für Laien kaum möglich zu erkennen, ob Schlangen giftig sind oder nicht: «Viele sagen, wenn eine Schlange runde Pupillen hat, sei sie ungefährlich.» Darauf sei aber schlicht kein Verlass. Überhaupt, so Hirt: «Wenn man sich einer Schlange so weit nähert, dass man sogar die Form ihrer Pupille erkennen kann, ist die Chance gross, dass man gebissen wird. Unbekannte Schlangen sollten immer mit der nötigen Distanz beobachtet werden.»

«Ringelnatter besonders gefährdet»

Die Ringelnatter ist die verbreitetste Schlangenart in der Schweiz, und sie fühlt sich in der Nähe von Gewässern sehr wohl. Hirt: «Deshalb sind zum Beispiel auch viele erstaunt, wenn eine Ringelnatter im eigenen Biotop auftaucht. Hat jemand aber Angst vor Schlangen, dann fangen wir diese ein und setzen sie in einem geeigneten und sicheren Biotop wieder aus.»

Wenn man in der Schweiz eine Schlange sehe, soll man sie in Ruhe lassen. Denn: «Schlangen und Amphibien sind in der Schweiz geschützt. Und Ringelnattern sind sogar auf der Roten Liste. Sie sind also besonders gefährdet», sagte der Schlangenexperte Jürg Meier in einem früheren Bericht zu 20 Minuten.

«Ausgebrochenes Krokodil war ein prominenter Fall»

Die Spezialisten mussten aber nicht nur wegen Ringelnattern ausrücken: Im vergangenen Jahr gab es auch Fälle, in denen Exoten wie Königspythons oder Königsnattern ausgebrochen sind, wie Erich Hausammann, Leiter der Reptilien- und Gifttierspezialisten der Kantonspolizei Zürich, sagt.

Und es geht längst nicht nur um Schlangen. So musste Hausammann mit seinem Team einmal ausrücken, weil zwei grüne Leguane aus ihrem Terrarium ausgebüxt waren und er diese mit der Feuerwehrleiter auf einem Baum einfangen musste. «Doch das wohl prominenteste Beispiel, bei dem wir im vergangenen Jahr involviert waren, war jenes, als in Rümlang ein Krokodil ausgebrochen war», sagt Hausammann.

(tür)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ulla am 25.09.2017 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Museum

    Statt in der Schule immer mehr auf neue Medien zu setzen, wäre vielleicht wieder einmal ein Besuch in einem Naturkundemuseum angezeigt, wo die Schüler die heimischen Tiere sehen und ihre Merkmale studieren können,

  • Sein am 25.09.2017 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    natur

    ich hab als junge ringelnattern gefangen und wieder frei gelassen. war jetzt nicht unbedingt hochintelligent aber wir wussten noch was eine ringelnatter ist....

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  • Luna am 25.09.2017 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie schön

    solche schöne Tiere kommen ab und zu in mein Teich. Jedesmal ein Erlebnis!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ramona Weder am 25.09.2017 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Streicheltier

    Wenn ich eine Schlange sehe, freue ich mich und lasse sie in Ruhe. Ist sie auf einer Strasse, schaue ich, dass sie nicht überfahren wird. Die Pupillen betrachte ich lieber aus einer gewissen Distanz... Trotz mehr Biotopen überall hat es nicht mehr Reptilien.

  • Stimme fürs VOLK am 25.09.2017 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lautlos angeschlichen

    Ein spezielles Wunder der Natur, geräuschlos nähern sie sie sich ihrer Beute, und schwups, weg ist die Maus!

  • Reptilologe am 25.09.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    auf Exoten ist besser aufzupassen

    Das Problem sind - einmal mehr - nicht die einheimischen Arten, die hier hingehören und nützlich sind, sondern die eingeführten, die hier nicht hingehören. Wenn man einer Schlange begegnet, weiss man nun nicht mehr, ob sie friedlich-einheimisch oder hochgefährlich ist. Diejenigen Leute, welche gefährliche Schlangen einschleppen und hier betreuen, wissen offenbar vielfach nicht, was sie machen und welchen Schaden sie anrichten, wenn sie nicht aufpassen - und sollten sich ein anderes Hobby zutun.

  • Ratmal Werwol am 25.09.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Beruhigend zu wissen

    Falls einem ein Krokodil begegnet, keine Angst, Krokodile sind nie giftig.

    • Amina123 am 25.09.2017 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ratmal Werwol

      schmunzel...aber wahr..davor hätte ich aber angst ;)

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  • Peter Koller am 25.09.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Gaht's no?

    Ohne wenn und aber eine Ringelnater ist ungiftig! Lexikon gibt Auskunft. Man sollte die hiesige Natur nicht neu definieren.