Für sieben Jahre

05. Dezember 2012 13:56; Akt: 05.12.2012 14:09 Print

Urteil gegen Amok-Fahrer vom 1. Mai bestätigt

Nun hat auch das Bundesgericht gegen den Amok-Fahrer vom 1. Mai 2008 in Zürich entschieden. Der Mann muss für sieben Jahre hinter Gitter.

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Die Amokfahrt in Zürich vom 1. Mai 2008. Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Der Autofahrer, der am 1. Mai 2008 in Zürich mit seinem Wagen in eine Menschenmenge gefahren ist, muss definitiv für sieben Jahre ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat sowohl seine Beschwerde als auch diejenige der Oberstaatsanwaltschaft abgewiesen.

Der Autofahrer hatte am 1. Mai 2008 die unbewilligte Nachdemonstration im Zürcher Stadtkreis 4 beobachtet. Er beschloss, seinen in der Nähe parkierten Wagen wegzufahren. Bei der Kreuzung Dienerstrasse/Langstrasse fuhr er in eine dicht gedrängte Menschenmenge und beschleunigte kontinuierlich.

78 Meter mitgeschleift

Dabei erfasste er mindestens drei Personen, wobei ein 17-Jähriger unter das Auto geriet, 78 Meter mitgeschleift und dabei schwer verletzt wurde. Das Zürcher Geschworenengericht sprach den Autolenker im Juni 2010 der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung und der mehrfachen Gefährdung des Lebens schuldig.

Es verhängte dafür eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Nach dem Zürcher Kassationsgericht hat nun auch das Bundesgericht das Urteil bestätigt. Die Richter in Lausanne haben dabei sowohl die Beschwerde des Verurteilten als auch diejenige der Oberstaatsanwaltschaft abgewiesen.

Der Betroffene hatte für sich eine Verurteilung bloss wegen fahrlässiger Körperverletzung und wegen Verkehrsdelikten verlangt, wofür eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 27 Monaten auszusprechen sei. Laut Bundesgericht ist das Verdikt des Geschworenengerichts jedoch nicht zu beanstanden.

Tötung in Kauf genommen

Insbesondere sei es zu Recht davon ausgegangen, dass der Verurteilte den Tod von Personen in Kauf genommen habe. Eine kontinuierlich beschleunigte Fahrt durch eine dicht gedrängte Menschenmenge berge für eine unbestimmte Zahl von Personen die Gefahr von schweren, allenfalls tödlichen Verletzungen.

Diese Möglichkeit habe sich dem Betroffenen als geradezu wahrscheinliche Folge seines Handelns aufdrängen müssen. Dennoch habe er es darauf ankommen lassen. Dass letztlich niemand gestorben sei, sei lediglich dem Zufall zu verdanken. Korrekt ist laut Bundesgericht auch das Strafmass ausgefallen.

Dass der Verurteilte im Verlauf seiner Fahrt in eine Angstsituation geraten sei, habe sich zu seinen Gunsten mit mehreren Jahren auf das Strafmass niedergeschlagen. Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft sei das Urteil auch nicht unzulässig milde.

(Urteile 6B_260/2012 und 6B_496/2011 vom 19.11.2012)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karin Müller am 05.12.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliches Urteil!

    Das Urteil ist einfach nur lächerlich! Die Person (und auch weitere) hätten tot sein können!

  • Manu am 05.12.2012 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum dauerte das Verfahren solange und warum kriegt er nur sieben Jahre??

    einklappen einklappen
  • L.w. am 05.12.2012 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Strafe ist hoch aber fair! Anscheinend gibt es immer noch Leute, die das Autoüber ein menschen Leben stellen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • L.w. am 05.12.2012 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Strafe ist hoch aber fair! Anscheinend gibt es immer noch Leute, die das Autoüber ein menschen Leben stellen!

  • Karin Müller am 05.12.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliches Urteil!

    Das Urteil ist einfach nur lächerlich! Die Person (und auch weitere) hätten tot sein können!

  • Peschä am 05.12.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Panik?

    Der Mann wollte vermutlich sein Eigentum, das möglicherweise nicht gegen Vandalismus versichert war, vor der Zerstörung schützen, allerdings war er mit dem Auto in der Klemme - die Strasse war in beiden Richtungen blockiert. Dadurch ist es gut möglich, dass der "in die Enge getriebene" Mann in Panik geraten ist und deshalb den fatalen Fehler gemacht hat, einfach durch die Menge zu fahren. Womöglich hat er auch noch die Möglichkeit der Leute, dem Auto Platz zu machen falsch eingeschätzt. Im Vergleich zu den Strafen für Räuber, Schläger und Vergewaltiger ist seine Strafe äusserst hart.

    • Risi am 05.12.2012 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Päsche

      Jeder der damals dabei war der weis, dass er sicher NICHT in die enge getrieben war und bevor überhaupt jemand Platz machen konnte gab er Gas. Ich finde die Straffe sehr knaapp bemessen.

    • Benno am 05.12.2012 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Witz

      Ihre Aussage ist ein schlechter Witz oder?

    • Günther Strack am 05.12.2012 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      verrückt?

      spätestens wenn die Leute stürzen hätte er anhalten müssen!

    • CK am 05.12.2012 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hart

      Hart? Definitiv nicht!

    • Chris am 05.12.2012 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      genau

      bin deiner Meinung!

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  • Michael am 05.12.2012 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke an die Richter  

    Absolut kein Verständnis! Bei solchen Bildern wird mir übel.

  • Manu am 05.12.2012 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum dauerte das Verfahren solange und warum kriegt er nur sieben Jahre??

    • Ellen am 05.12.2012 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Manu

      Weil bei uns statt Justiz gekuschelt wird.

    • maria kaltbach am 05.12.2012 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Zu niedrige Strafen 

      Die Schweiz hat kein vernünftiges Strafsystem. Man sollte bei kriminellen Handlungen schneller und härter durchgreifen.

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