VBZ-Chauffeure gesucht

19. Februar 2018 05:50; Akt: 19.02.2018 05:50 Print

«Fahrer in Deutschland zu rekrutieren, bringt nichts»

Den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) fehlen Chauffeure. Es wird nun eine Auslands-Rekrutierung ins Auge gefasst. Nur gibt es dort ebenfalls zu wenige Bus- und Tramfahrer.

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Die VBZ haben einen Mitarbeiter-Mangel – Ende letzten Jahres fehlten ihnen 15 Bus- und Tramchauffeure. Bis jetzt hat sich nicht viel geändert: Laut den Zürcher Regionalmedien sind immer noch gleich viele Stellen unbesetzt.

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Darüber ist Duri Beer besorgt: «Wir wissen nicht genau, wie die VBZ-Personalrekrutierung im Detail aussieht», sagt der Sekretär der Gewerkschaft des Personals öffentlicher Dienste Sektion Zürich VPOD: «Wir haben aber mitbekommen, dass die VBZ Auslandsrekrutierungen vornehmen will – so etwa in Deutschland.» Dort bringe dies aber nichts, da die deutschen Verkehrsbetriebe selbst mit Personalproblemen zu kämpften hätten.

Beer sieht das Problem vor allem bei der Bezahlung: «Der Lohn ist nicht übermässig hoch, obwohl die psychische wie auch physische Belastung in diesem Beruf sehr gross ist» – die vielen und unregelmässigen Einsatzzeiten bei der Schichtarbeit sowie Überstunden machen den Chauffeuren zu schaffen. Dementsprechend ist die Fluktuation bei der VBZ relativ hoch: «Es gibt zahlreiche Kündigungen in den ersten fünf Jahren.»

VBZ will Stellen so rasch wie möglich besetzen

Weniger drastisch sieht das VBZ-Sprecher Andreas Uhl: «Die Löhne der VBZ richten sich nach dem Personalrecht der Stadt Zürich und dem Rahmen-Gesamtarbeitsvertrag.» Im Branchenvergleich seien sie am oberen Ende.

Auch die 15 freien Stellen muss man laut Uhl in Relation zum Personalbestand sehen: «Sie machen einen Prozent auf das gesamte Fahrpersonal aus.» Man möchte aber die leeren Stellen dennoch rasch besetzen und bald zusätzlich aufstocken: «Es gibt schon gegen Ende Jahr wieder eine Menge Mehrleistungen zu erbringen, da der Fahrplan ausgebaut wird.» Eine Auslandsrekrutierung sei eine Option: «Wir erhalten laufend Bewerbungen aus dem Ausland, dem Internet sei Dank.» Eine aktive Rekrutierung würde über dortige Portale und Inserate laufen.

Für die Fluktuation gebe es Gründe: «Gegen Jahresende haben noch viele Mitarbeitende von einer Frühpensionierungslösung profitiert und sind ausgetreten. Es gibt auch immer wieder Abgänge bei weniger Langjährigen », sagt Uhl. Dies liege daran, «dass einzelne Mitarbeiter mit der Schichtarbeit nicht klarkommen oder den Job als Zwischenlösung machen.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter M. am 19.02.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe VBZ...

    Und was ist mit den unmöglichen Arbeitszeiten? Um 8 Uhr ins Depot, von 12-16 Uhr Pause und dann von 16 - 20 Uhr weiterarbeiten. Kann mir keiner sagen, dass er diese ewige Pause gut findet. Dazu die ständige Konzentration bei einem so langen Arbeitstag.

  • ÖV Bern am 19.02.2018 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unpassende Behandlung

    Zahlt anständige Löhne und geht mit dem Personal besser um! In allen Öv Betrieben das selbe...

    einklappen einklappen
  • Mark Suter am 19.02.2018 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Nein

    Zum Glück haben wir nicht 140000 Arbeitslose in der Schweiz. Oh nein wie schrecklich falls die VBZ noch jemandem die Ausbildung finanzieren muss? Mit einem guten Salär lassen sich bestimmt auch Schweizer für diesen Job begeistern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nationless am 19.02.2018 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VBZ umgestalten

    Die Arbeitsbedingungen müssen wie mit mehr Pausen und Dienst nach Wunschzeiten verbessert werden, auch zu Ungunsten der ÖV Benutzer und des ZVV. Das wäre nicht in Form von mehr Lohn sondern mehr Freizeit. Der Stress, das strikte Einhalten des Fahrplans soll gelockert werden. Der Fahrplandruck auf Kosten der Sicherheit dritter und Gesundheit der Fahrer, Fahren nach strickten Fahrplan wie auch die Uniform soll abgeschafft werden. Wenn man in ziviler Kleidung ein Tram lenken kann, könnten auch mehr Junge angelockt werden. Der Herr Wolff soll die VBZ revolutionieren.

  • Erich Fuchs am 19.02.2018 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmerisch denken!

    Also mich verwundert wie manche Menschen nicht weissen wie ein Unternehmen zu führen ist! Sie verlangen höhere Löhne bei den Angestellten (Ausgaben), tiefere Tiketspreise!(Einnahmen) Im 1. Jahr kann es ja noch funktionieren, aber irgend wann werden die Jahresverluste so hoch, dass ein Unternehmen Konkurs geht. Von den Chefetagen und deren Löhne müssen wir jetzt nicht Sprechen, den zum Teil sind die viel zu hoch!

  • Wuscheli13 am 19.02.2018 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anders umgehen mit den Bestehenden!

    Ist ja kein Wunder: Bis zu 14 Stunden present pro Tag und seit 7 Jahren keine Lohnerhöhung mehr.... Aber an Stelle von sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt rum schauen einmal die Schweizer berücksichtigen. Es gibt genug arbeitslose Schweizer über 50 und unter 60, welche diesen Job gerne machen würden. Aber vor allem etwas marktgerechtere Löhne wären angesagt!

  • zuuum am 19.02.2018 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine langfristige Zukunft

    Wer will schon einen Job, welcher in 10-15 Jahren automatisiert wird und dann die Arbeitslosigkeit grüsst? Ebenso wie andere automatisierbare Fahrtätigkeiten wie Taxi / LKW ist VBZ Chauffeur ein Job ohne langfristige Zukunft.

  • sarahrita81 am 19.02.2018 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VBZ Bewerbung

    Ich kenne eine Person im näheren Umfeld, die sich immer wieder bei den VBZ auf eine Stelle bewirbt. Leider wird die Bewerbung immer wieder retourniert. So schade...