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28. Oktober 2014 08:44; Akt: 28.10.2014 08:44 Print

Volk soll in Zürich über den Lehrplan 21 abstimmen

Vertreter der SVP, EVP und EDU sowie Lehrer und Eltern wollen eine kantonale Initiative gegen den Lehrplan 21 lancieren. Das Volk habe das Recht, darüber zu entscheiden.

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Schüler in der ganzen Deutschschweiz sollen künftig einheitliche Ziele haben. Dagegen formiert sich nun Widerstand. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Alle Kinder in der Deutschschweiz sollen einheitliche Lernziele haben. Das ist das Ziel des Lehrplans 21. In den nächsten Tagen werden die Deutschschweizer Erziehungs­direktoren die überarbeitete Version verabschieden und zur Umsetzung freigeben. In Zürich formiert sich nun aber der Widerstand gegen diesen Lehrplan. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, lanciert die SVP-Kantonsrätin Anita Borer mit Verbündeten eine kantonale Volks­initiative gegen das Werk. Die Verbündeten bestehen aus Politikern der SVP, EVP und EDU sowie Lehrern und Eltern.

Der EVP-Kantonsrat und Lehrer Hans­peter Amstutz ist ebenfalls Teil des Komitees: «Das Stimmvolk hat das Recht, über eine so wichtige Veränderung in der Volksschule zu entscheiden.» Er sei nicht dagegen, dass die Kantone ihre Bildungssysteme einander angleichen. «Dafür hätte man einfach die besten kantonalen Lehrpläne nehmen und zusammenfassen sollen», so Amstutz. Mit dem aktuellen Lehrplan befürchtet er, dass die Lerninhalte, das Wissen, auf der Strecke bleiben.

«Lehrverbände stehen hinter dem Lehrplan 21»

Doch nicht nur in Zürich stösst der Lehrplan auf Kritik. Auch in anderen Kantonen formierten sich in den letzten Monaten Allianzen aus Kreisen der SVP, EVP, EDU und Grünen sowie Lehrkräfte und Eltern. Für die Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands, Lilo Lätzsch, zeigt die wachsende Opposition vor allem eines: «Damit der Lehrplan 21 breit akzeptiert wird, braucht es eine gute Umsetzung.» Es sei genügend Geld für Lehrmittel und Weiterbildungen der Lehrkräfte nötig. Zudem sei eine Volks­initiative gegen den Lehrplan 21 nicht hilfreich. «Die Lehrerverbände stehen bis auf punktuelle Kritik hinter dem Lehrplan 21», so Lätzsch.

Eine Umfrage des Lehrverbands zeigte, dass von rund 279 Lehrern 26 Prozent den Lehrplan ablehnen. Die Mehrheit (54 Prozent) will dem Lehrplan noch eine Chance geben und nun zuerst die überarbeitete Fassung abwarten.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • abc123 am 28.10.2014 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Stoppt die Reformen

    Der Lehrerverband steht hinter dem Lehrplan 21. Gleichzeitig will er Massnahmen ergreifen, damit Lehrpersonen vor Burnout geschützt werden. Vorschlag: Stoppt diese unsäglichen, nichts bringenden, Kosten fressenden Reformen und lasst die Lehrpersonen wieder ihr Kerngeschäft ausüben, nämlich das Unterrichten.

  • Stimmbürger am 28.10.2014 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre in der EU durchgewunken worden

    Hoffentlich kann man hier darüber abstimmen. Die Schule muss, wie alles, was der Staat macht, demokratisch kontrolliert werden (trifft auch auf Armee, Geheimdienst, AKWs und Nationalbank zu).

  • T.A. Limmattal am 28.10.2014 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkt jemand an die Kinder?

    Wenn ein Kind, wie es bei uns infolge des Berufes meines Vaters unerlässlich war, den Kanton mehrmals zu wechseln, merkt es schon in jungen Jahren, dass Föderalismus nicht überall den angeblichen Hochgesang verdient. Die Mühen und der teilweise harte Kampf, jeweils mit dem Lehrstoff in der neuen Umgebung mitzukommen, oder aber schon weiter zu sein, machte uns viele Probleme. Warum verhindert die Engstirnigkeit gewisser Politiker/innen einen gesamtschweizerischen Lehrstoff, mit gleichem Stoff? Darüber abstimmen.... wer hat schon genügend Info, ausser den Involvierten?

Die neusten Leser-Kommentare

  • David Meier am 29.10.2014 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Fachleute sollen es Regeln

    Ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist, das wir einfachen Leute über einen Lehrplan bestimmen. Seit euch im Klaren: Wir haben doch nur zu ca. 33% eine Ahnung wie so ein Schulalltag wirklich aussieht. Für Schüler sowie für Lehrer. Lasst die Bildung doch in der Hand von Leuten, die wissen was sie tun. Danke

  • Nadja Peter am 28.10.2014 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrperson spricht

    1. Wir haben bereits in der Abstimmung zu Harmos dem Lehrplan 21 zugestimmt! 2. Weshalb sollten die bisherigen Investionen und Zeitaufwände einfach verworfen werden? 3. Es arbeiten Lehrpersonen aus der direkten Praxis mit, welche ihre Erfahrungen vom schulischen Alltag einbringen! 4. Bei den Lernzielen sind im Lehrplan 21 nicht nur noch Wissen, sondern auch Fähigkeiten und Fertigkeiten beinhaltet. Das nützt ebenfalls schwächeren Schülern und bietet ihnen mehr Chancen in der schulischen Karriere! Laien aus der Politik sollen ihre Finger aus den Bildungsthemen lassen!

  • Seraina am 28.10.2014 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Vorgespielt

    Ein typisches Scheingefecht. Nur ganz ganz wenige Personen haben den Lehrplan 21 bisher überhaupt gesehen. - Die überarbeitete Version noch überhaupt niemand. Und trotzdem setzt man schon alle Hebel in Bewegung, um den Lehrplan abzuschiessen... Das ist doch absolut durchsichtig. Auch die Herkunft der Gegner macht die Sache schnell klar: Religiöse Fundis stören sich einmal mehr an der Sexualkunde und wollen deswegen unbedingt verhindern, dass Sexualkunde zum Lehrplan gehört... Alles andere ist mehr oder weniger vorgeschoben. Eigentlich geht es um den Kulturkampf gegen die moderne Welt.

  • Leerer Planer am 28.10.2014 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zürcher Alleingang natürlich - wie immer

    Bravo - und wie ich die Zürcher kenne, werden sie einen eigenen Zürcher LP 21 kreieren, nach den sich die ganze restliche CH zu richten haben wird...

  • Fredy am 28.10.2014 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Lehrplan 21 überarbeiten

    Es geht den Initianten (und den Gegnern des Lehrplans 21) nicht darum, die Vereinheitlichung zwischen den Kantonen zu verhindern, sondern die mangelhaften Inhalte des Lehrplans zu stoppen. Also Lehrplan 21 sinnvoll und zweckmässig überarbeiten und dann ist die Sache i.O. Scheinreformen, die viel Aufwand aber keine Verbesserung (oder sogar eine Verschlechterung), bewirken, brauchen wir nicht.

    • Manz am 28.10.2014 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sicher?

      Fredy, du hast den Lehrplan 21 sicher schon eingehend geprüft und kannst so auch sagen was denn nicht gut ist oder?

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