Keine Sozialdetektive

04. April 2018 08:33; Akt: 04.04.2018 08:36 Print

Zürcher IV konnte weniger Missbräuche aufdecken

Die SVA Zürich hat 2017 mehr Fälle von möglichem Missbrauch bearbeitet, aber weniger Missbräuche festgestellt. Grund sei das Verbot von Observationen.

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Bisher hat die SVA Zürich jährlich in rund 30 Fällen mit Sozialdetektiven ermittelt. (Bild: Getty-Images/Andrey Popov)

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Über 700 Meldungen wegen möglichen Missbrauchs hat die Sozialversicherungsanstalt Zürich (SVA Zürich) im vergangenen Jahr bearbeitet. Das sind 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs ging die Zahl der festgestellten Missbräuche bei der IV um mehr als einen Drittel zurück.

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Verantwortlich dafür sei das Beobachtungsverbot, das für die IV seit August 2017 gelte, teilt die SVA Zürich mit. Weil eine gesetzliche Grundlage fehlte, rügte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Zürcher Versicherung für den Einsatz von Sozialdetektiven. Daraufhin wurden die Observationen gestoppt.

43 IV-Renten wurden aufgehoben

Die SVA Zürich hat 2017 insgesamt 57 Missbrauchsfälle aufgedeckt. 43 IV-Renten wurden in der Folge aufgehoben, 4 Renten herabgesetzt und 10 Anträge abgelehnt. Werden die aufgedeckten Fälle bis ins AHV-Alter hochgerechnet, konnten missbräuchliche Zahlungen in der Höhe von rund 20 Millionen Franken verhindert werden, wie die SVA Zürich schreibt.

Bisher hat die SVA Zürich jährlich rund 30 Aufträge für Überwachungen erteilt. Zum Einsatz seien die Sozialdetektive gekommen, wenn sich der Anfangsverdacht erhärtet hatte und Einsparungen von über 100'000 Franken zu erwarten waren. Zusammenfassend hält die Versicherung fest: «Der Wegfall der Möglichkeit der Observation ist einschneidend für die Missbrauchsbekämpfung.»

(tam)