Stadt Zürich

12. März 2015 09:07; Akt: 12.03.2015 09:08 Print

Widerstand gegen Dauer-WLAN in Schulen

Sämtliche Stadtzürcher Schulen und Kindergärten sollen WLAN erhalten. Die Sender können nicht ausgeschaltet werden. Eltern fürchten nun um die Gesundheit der Kinder.

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Etwa die Hälfte der Zürcher Schulen und Kindergärten verfügt heute über ein WLAN. Dies soll sich bis 2017 ändern – die Stadt will die Sender auf 2000 verdoppeln – der Gemeinderat hatte bereits 2013 das flächendeckende WLAN im Rahmen des Projekts Kits 3 bewilligt. Das Vorhaben, das rund 5 Millionen Franken kostet, gefällt aber nicht allen.

Umfrage
Flächendeckendes Dauer-WLAN in Schulen: Ist das wirklich nötig?
31 %
30 %
39 %
Insgesamt 764 Teilnehmer

Kritisiert wird insbesondere, dass die Sender nicht ausgeschaltet werden können. Etwa die grüne Zürcher Gemeinderätin Karin Rykart Sutter, deren Kinder das Schulhaus Am Wasser besuchen. «Das Schul- und Sportdepartement nimmt die Auswirkungen von WLAN-Sendern in den Schulzimmern nicht ernst», sagt Rykart zum «Tages-Anzeiger». Wenn Kindergarten- und Primarschulkinder ständig den Strahlen ausgesetzt seien, «nehmen wir negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder in Kauf».

Hinweise, dass WLAN gesundheitsschädlich ist

Dies sieht auch ihre Parteikollegin und Nationalrätin Yvonne Gilli so. Laut der Ärztin und dem Mitglied in der Arbeitsgruppe Elektrosmog der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz verdichten sich die Hinweise, dass Funkstrahlung gesundheitsschädlich sei. Immer wieder würden Menschen plausibel über WLAN-Unverträglichkeit berichten. Symptome seien zum Beispiel Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen oder übermässige Müdigkeit. «Diese Beschwerden sind just für die Leistungsfähigkeit in der Schule relevant», so Gilli.

Das Zürcher Schul- und Sportdepartement hält hingegen am Projekt fest und spricht von einem risikoarmen Einsatz von drahtlosen Netzwerken. «Selbstverständlich ist der Stadt Zürich die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen, aber auch des Schulpersonals ein wichtiges Anliegen», sagt Sprecherin Regina Kesselring. «Aus diesem Grund setzen wir beim Einsatz von WLAN die Vorgaben des BAG konsequent um.» So müsse der Abstand etwa zu den Sendern mindestens einen Meter betragen und Notebooks sollen nicht auf Oberschenkel gelegt werden. Laut dem Schulamt ist es nicht sinnvoll, das WLAN auszuschalten. «Das führt unter Umständen dazu, dass sich die Sendeleistung noch erhöht.»

Stadtzürcher Lehrer sind kritisch

Anders sieht es das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Es hält in seinen Richtlinien zum Umgang mit WLAN fest, dass die Langzeitauswirkungen «ungenügend erforscht» seien und empfiehlt, die Sender bei Nichtgebrauch auszuschalten.

Auch sind viele Stadtzürcher Lehrer kritisch, wie Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands sagt: «Ein Drittel der Lehrerschaft benützt den Computer im Unterricht ungern.» Diese Lehrpersonen würden WLAN-Geräte im Unterricht zurückhaltend einsetzen und seien gegenüber der flächendeckenden Ausrüstung mit WLAN skeptisch. Sie sagt aber auch, dass die Geräte «nun mal nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sind».

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mark R. am 12.03.2015 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    und was ist mit den Natels?

    Dafür geben sie ihren Kinder ein Natel mit, das auch permanent Strahlen empfängt..

  • Elias Truttmann am 12.03.2015 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Haut raus die Steuergelder..

    2000 WLAN "Sender" kosten 5 Millionen Franken? 2500 Fr. pro Gerät? Sind die vergoldet? Wurde der Auftrag schon vergeben, oder darf ich noch eine Offerte für 2499 Fr / Gerät einreichen?

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  • Günther Struchen am 12.03.2015 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Strahlung überall

    WLAN-Netze findet heutzutage überall. Da macht es keinen Unterscheid ob in der Schule ein Netz verfügbar ist oder nicht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Z am 13.03.2015 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortungslos

    Es gibt keinen Grund, wieso das WLAN dauern eingeschaltet werden muss, das ist einfach verantwortungslos! Mehr unter

  • Dietrich Michael Weidmann am 13.03.2015 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eher unwahrscheinlich

    Dass ein oder auch mehrere WLANs die Gesundheit beeinträchtigen, hatte ich doch eher für wenig wahrscheinlich - Lärm, schlechte Luft, Mobbing und gestresste Lehrer dürften da wohl weitaus gewichtigere Leidensfaktoren sein

  • Markus Schneider am 13.03.2015 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich nötig?

    Ist W-LAN in den Schulen wirklich nötig? Ich bezweifle dies. In der Schule soll das Grundwerkzeug und Mathematik, Sprachen, Geschichte, Geographie und Naturwissenschaften ETC vermittelt werden. Wenn ich die jungen Menschen an der Lehrabschlussprüfung habe, sehe ich dass Sie den Weg über das Kürzen nicht kennen. Stattdessen Tippen Sie lieber lange Zahlenkombinationen in den Taschenrechner. Und falls Sie sich vertippen kommt ein falsches Resultat zu Stande. Oder die Menschen die Dank Dauerverbindung im Netz nicht mal mehr ohne Navi aus dem Haus gehen können, weil Sie sich dann sofort verlaufen.

  • Liliana am 13.03.2015 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zeit wird's zeigen

    Was ich nicht sehen kann tut mir auch nichts? Ich bin überzeugt das Elektrosmog, dem man ja permanent ausgesetzt ist, der Gesundheit bestimmt nicht förderlich ist.Es nützt aber leider nichts, sich darüber aufzuregen, da sich eh keiner mehr dagegen schützen kann.Das einzig machbare und noch mögliche hab ich schon vor Jahren getan: Sämtliche Geräte aus den Schlafzimmern entfernt, über Nacht wird alles ausgeschaltet auch keine Handy's am Bett. Selbst mein Sohn hat sich daran gewöhnt und übersteht die Internetfreie und Handylose Zeit mühelos.

  • Robert am 13.03.2015 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Internet

    das mit der Strahlung ist absoluter Quatsch. Jedoch würde ein Intranet genügen, ohne Zugriff auf das Internet. Die Schüler sollen normal lernen ohne Youtube und Facebook usw. Das darf auch mit modernen Tablets geschehen aber ohne Ablenkungen.