«Schwerterträger»

09. November 2017 15:19; Akt: 09.11.2017 16:31 Print

Wieder taucht Nazi-Heft an Zürcher Kiosk auf

Trotz einer Rückrufaktion wurde der «Schwerterträger» wieder in einem Kiosk gesichtet. Wie kam das Heft mit fragwürdigen Inhalten dort hin?

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Der Zürcher Christian Althaus wollte an der Tramhaltestelle Schmiede Wiedikon eigentlich nur Panini-Bilder für die Kinder kaufen. Aber dann entdeckte er in der Auslage des Kiosks den«Schwerterträger» – jenes Magazin, das vor gut zwei Wochen schon an einem anderen Zürcher Kiosk für Empörung gesorgt hat.

Die Publikation feiert in ihrer aktuellen Ausgabe den SS-Offizier Hans Dorr. Etwas weiter unten tauchen die drei Buchstaben DMZ auf: Es ist die Abkürzung der «Deutschen Militärzeitschrift», die nach Einschätzung der deutschen Bundesregierung rechtsextremistischen Verlagen nahe steht und revisionistische Ansichten über den Zweiten Weltkrieg verbreitet.

Der «Schwerterträger» ist bereits im Oktober im Kiosk einer Coop-Filiale aufgetaucht. Der Grossverteiler versprach, dafür zu sorgen, dass es umgehend aus dem Sortiment entfernt wird. «Dieses Magazin gehört sicher nicht in unsere Kioske», sagte Mediensprecher Urs Meier. In 20 Filialen entdeckte man es schliesslich.


In 50 Valora-Kiosken angeboten

Das schreckte auch die Kioskbetreiberin Valora auf, denn sie bezieht ihre Zeitschriften wie Coop von der Firma 7 Days Media. Laut einem Mediensprecher, ohne die Auswahl selbst noch einmal zu überprüfen. Valora wies ihre Verkaufsstellen im Oktober an, das Sortiment zu prüfen und das Heft gegebenenfalls aus dem Verkauf zu nehmen. Etwa 50 Kioske haben das getan, nach Wiedikon aber scheint die Botschaft nicht durchgedrungen zu sein.

Warum 7 Days Media den «Schwerterträger» überhaupt in ihr Angebot aufgenommen hat, ist unklar. Die Medienstelle der Firma hat sich bislang nicht dazu geäussert.

Übernommen von Tagesanzeiger, bearbeitet von 20 Minuten.

(kaf)