Wildschwein-Attacke

14. Februar 2018 17:47; Akt: 15.02.2018 07:30 Print

«Mein armer Schatz hatte tiefe Wunden»

Ein Wildschwein hat in Kloten einen Hund angegriffen und schwer verletzt: Labrador Retriever Blue musste operiert werden.

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«Wir waren gerade auf dem Rückweg von unserem täglichen Spaziergang und schon fast beim Auto, da griff das Wildschwein meinen Blue an», sagt Veronica W. «Es ging alles ganz schnell. Das Wildschwein stand plötzlich da und sein Fell sträubte sich im Nacken.»

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Wussten Sie, dass Wildschweine aggressiv reagieren können?

W. musste am Montag im Eigental bei Kloten ZH hilflos mit ansehen, wie ihr zweijähriger Hund durch die Luft geschleudert wurde. Das Wildschwein machte sich danach wieder aus dem Staub. Blue hatte keine Chance: «Das Wildschwein war sicher knapp einen Meter hoch», sagt W.

Es hatte überall Blut auf dem Boden

«Ich hatte Angst und war schockiert. Ich wollte nur noch weg», sagt die Hundebesitzerin. Sie wusste nicht genau, was sie machen sollte. «Ich hatte eine Panikattacke – und auch Blue war ganz komisch», erklärt W.

Sie habe erst zu Hause gemerkt, dass der Hund verletzt war, als ihr Sohn auf das Blut am Boden zeigte. Die schockierte Frau bat ihren Nachbarn, sie zum Tierarzt zu fahren. «Mein armer Schatz hatte tiefe Wunden und musste operiert werden», sagt W.

Blue hatte tiefe Wunden

Dem zweijährigen Labrador geht es mittlerweile besser. Er konnte am Dienstag das Tierspital verlassen. Nun wird Blue zu Hause gesund gepflegt. W. ist erleichtert: «Er ist so ein toller Hund –
er ist wie mein zweites Kind.»

Das schreckliche Erlebnis habe sie zum Nachdenken gebracht: «Ich wusste nicht, dass wir hier in Kloten Wildschweine haben, sonst hätte ich den Wald gemieden.» Sie schlägt vor, dass man Warntafeln aufstellt. «Viele Menschen wissen ja nicht, welche Gefahr von einem Wildschwein ausgeht. Da wäre es doch hilfreich, wenn man darauf hinweist», sagt W.

«Wildschweine gibt es im ganzen Kanton Zürich»

Bruno Heinzelmann, Obmann der Jagdgesellschaft Kloten Ost, sagt: «Wildschweine gibt es im ganzen Kanton Zürich – sie wandern und verbleiben nicht am gleichen Ort.» Warntafeln seien daher keine Option. «Sonst müsste man im ganzen Kanton Warntafeln aufstellen», sagt er. Heinzelmann würde es sinnvoller finden, wenn man öffentlich auf die Gefahren durch ein Wildtier hinweist und damit die Menschen sensibilisiert.

«Wald-Spaziergänger sollen ein paar Regeln befolgen. Zu gewissen Zeiten sollen sie Hunde an die Leine nehmen und am besten auf dem Waldweg bleiben.» Denn abseits könnte es verletzte oder trächtige Tiere geben, die sich bedroht fühlen. «Man darf nicht vergessen: Ein Wildtier ist und bleibt ein Wildtier», erklärt Heinzelmann. Falls man aber dennoch einem Wildtier begegnet, «soll man ruhig bleiben und sich langsam entfernen».

Jäger halten Ausschau nach dem Wildschwein

Angriffe durch Wildschweine seien aber sehr selten: «Mir ist schweizweit kein Fall bekannt, bei dem ein Wildschwein einen Hund angegriffen hat», sagt Heinzelmann.

Wie es genau zum Angriff kam, weiss Heinzelmann nicht: «Der Angriff ereignete sich am Montag gegen 15 Uhr, ich wurde aber erst gegen 18 Uhr informiert.» Als der Obmann an der betroffenen Waldstelle ankam, waren aufgrund des zwischenzeitlichen Schneefalls viele Spuren weg. «Ich habe aber meine Jäger aufgeboten und ihnen gesagt, dass sie die betroffene Region beobachten sollen.»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Naturbursche am 14.02.2018 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Natur pur

    Ja was wollt ihr Städter denn eigentlich? Das ist eben die Natur, da geht es eben oftmals recht hart zu und her. Immer rummotzen wenn verärgerte Alphirten den Abschuss bspw von Wölfen fordern aber dann geschockt reagieren, wenn es euch mal ein bisschen betrifft.

  • bmf 66 am 14.02.2018 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorgeschmack

    Falls die Jagd im Kanton Zürich wirklich abgeschafft wird, werden sich solche Vorfälle wohl häufen. Die Natur ist eben kein Ponyhof. Vielen Menschen ist nicht bewusst, das die Natur nicht harmlos ist. Verletzte oder führende Wildschweine können auch für Menschen gefährlich werden.

  • Jäger am 14.02.2018 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Das ist Natur. Vielleicht beisst das nächste Mal ein Wolf einem Hündli ins Füdli.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Demi am 15.02.2018 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Glückspilz

    Trotz dem hatte der Hund Glück,das er noch lebt

  • Naturfreund am 15.02.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Gut zu wissen, dass die lokal verankerten Jäger zur Stelle sind und sich der Sache verantwortungsvoll annehmen können. Ein Lob und Dank auch an alle Hundehalter, die ihr Tier pflichtbewusst führen können und mit ihrem Hund auf den Waldwegen bleiben. Für den Hund tut es mir leid - ich wünsche gute Besserung.

  • Kevin Roth am 15.02.2018 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wildschweine

    Es ist hinlänglich bekannt, vor allem in Rösseler- und Hündelerkreisen, dass es in praktisch jedem Wald im Kanton Wildschweine gibt und sie sehr aggressiv reagieren können. In der Hundeschule wird man darauf hingewiesen und ist entsprechend vorbereitet.

  • Felix am 14.02.2018 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leinenpflicht im Wald

    War der Hund an der Leine als der Angriff passiert ist. Glaube wohl kaum.

  • Glückssäuli am 14.02.2018 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat es Bobo gemacht?

    Erst zu Hause gemerkt, dass er verletzt ist? Dann kann es ja nicht so schlimm gewesen sein.