Falsche Rechnung

03. Dezember 2015 05:48; Akt: 03.12.2015 05:48 Print

Wirt sollte 29,5 Millionen Franken Steuern zahlen

Schreck für den Zürcher Crazy-Cow-Wirt Reto Mettier, als er seine Steuerrechnung sah: 29,5 Millionen Franken sollte er überweisen – ein Fehler, heisst es beim zuständigen Amt.

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Noch bevor Reto Mettier seinen Morgenkaffee trank, öffnete er am Dienstag seine Rechnung vom kantonalen Steueramt. «Im ersten Moment bekam ich fast einen einen Herzinfarkt, als ich den Betrag sah», erzählt der Geschäftsführer des Restaurants Crazy Cow im Zürcher Kreis 6.

Denn er sollte für sein Lokal 29,5 Millionen Franken Bundessteuern zahlen – laut der Rechnung betrug zudem sein versteuerbarer Reingewinn für das Jahr 2013 satte 2,1 Milliarden Franken. Ein Anruf beim kantonalen Steueramt brachte rasch Klarheit, so Mettier: «Es ist ein Fehler passiert.» Die richtige Steuerrechnung sei bereits unterwegs – mit einem viel tieferen Betrag. «Das trifft leider auch auf meinen Reingewinn zu», sagt Mettier schmunzelnd.

Einmaliger Fehler

Roger Keller, Sprecher der Zürcher Finanzdirektion, bestätigt den Vorfall: «Es handelt sich um einen einmaligen Fehler beim Erfassen der Betrages.» Niemand sonst sei betroffen: «Wir haben es selbst gemerkt, dummerweise war die Rechnung dann schon draussen.»

Wirt Mettier nimmt es nach dem ersten Schreck mit Humor: «Wo gehobelt wird, fallen Späne.» Zudem hätten sich die Verantwortlichen bei ihm freundlich entschuldigt. Eigentlich würde er mit seiner Schweizer Küche gern so viel verdienen, wie auf seiner Steuerrechnung steht: «Aber das schafft in der Gastronomie wohl kaum einer.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Denker am 03.12.2015 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gratiswerbung

    Zu den Medien gehen wäre nicht notwendig, aber wer verzichtet schon auf Gratiswerbung :-)

  • Bettina am 03.12.2015 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsorgfältige & sture Beamte

    Ich hatte 2014 die selbe Erfahrung gemacht mit dem kantonalen Steueramt. Der Todestag meiner Frau wurde als Kapitalfluss berechnet, obwohl ich erst 3 Monate später das Todesfallkapital erhielt. Ich rief die Sachbearbeiterin an und wies Sie darauf hin. Ihre Antwort: "wollen Sie mir sagen wie ich meine Arbeit machen soll?". Mit Ihrem Vorgesetzten wollte Sie mich nicht verbinden. Ich erhob Einsprache und 10 Tage später erhielt ich Eingeschrieben eine neue Abrechnung. Ohne Entschuldigung! Nein, ich musste sogar meine Einsprache schriftlich zurücknehmen. Traurig...

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  • Anni-Lyn am 03.12.2015 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Anruf vielleicht?

    Vor vielen Jahren habe ich an einem Gericht gearbeitet. Irgendwann (das war noch zu Schreibmaschinen-Zeiten) tippte ich auf eine Vorladung zwei Ziffern falsch, was den Streitwert enorm erhöhte. Ich merkte es auch erst, nachdem der Brief schon weg war. Also? Chef informieren und Parteien anrufen. Dann gibt's auch keine Herzinfarkte. Dann Korrektur senden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 03.12.2015 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An wen?

    An wohl sollte diese Rechnung den eigentlich gehen ?

  • B21 am 03.12.2015 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr Mettier es ist möglich...

    auch wenn wahrscheinlich nicht ganz legal, aber die Shishabar in Olten hinter dem McDonalds verdient satte 1,3 Millionen aber verkauft einen Chevas Regal 4cl für 5-8CHF. soll mir mal einer sagen das funktioniert nur mit Tabak umd getränke. jeder weiss dass der Chef nicht ganz sauber ist, sage nur Drogengeschäfte und Prostituion. Aber sehen will es ja nie jemand.

  • Schweizer Bürger am 03.12.2015 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwann Realität...

    ...wenn es nach den Staatsleuten geht. Wenn die schweizer Politik so weitermacht ist der Betrag schon bald nicht mehr so überraschend! Und bezahlen müssen die, die noch ehrliche Arbeit leisten:/

  • Anna am 03.12.2015 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kenn ich

    Hab auch eine viel zu hohe Rechnung bekommen. Da weiss der eine nicht was der andere tun muss. Ewige Telefonate, und keiner weiss was zu tun ist. Habe einen Verdienst von knapp 14'000 im Jahr und sollte fast 6'000 steuern zahlen. Gerade dort sollte man sich mit Zahlen doch besser auskennen. Als ich dann eine Dame am Hörer hatte die sich die Mühe machte im Systeme alles nachzuprüfen, war der Vorfall nach 5 Minuten erledigt und eine neue Rechnung 2 Tage später in der Post.

    • Guschti am 03.12.2015 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ist doch schön...

      Ist doch schön dass es auch bei den Amtsinsassen noch Leute mit Köpfchen gibt - andere hat es genug.

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  • Leo am 03.12.2015 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und.....

    was wäre nun passiert er wäre in den ferien gewesen und die 30 tägige einsprache nicht einreichen können?