Zürcher Food-Bloggerin

16. März 2017 05:48; Akt: 16.03.2017 10:29 Print

Würden Sie das essen?

Herz, Lunge, Hoden: Eine junge Zürcherin kreiert Menüs aus Schlachtnebenprodukten. 20 Minuten hat ihre Kreationen getestet.

Herz, Lunge und Hoden: Food-Bloggerin Nicole Hasler tischt ungewöhnliche Kreationen auf. (Video: ced)
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Ein Food-Blog, betrieben von einer jungen Stadtzürcherin, ist an sich nichts Spezielles. Jener von Nicole Hasler (32) hebt sich jedoch von der Menge ab – und das stellt die Doktorandin der Volkswirtschaft gleich selber klar: «Modewörter wie Superfood und Cleaneating sucht man auf meinem Blog vergeblich.»

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Ganz ohne Modebegriffe geht es dann aber doch nicht: «Nose to Tail» steht für die Verwertung des ganzen Tiers, also von der Nasen- bis zur Schwanzspitze, und fasst Haslers Beiträge über Innereien, Hirnwurst oder Euter-Carpaccio zusammen. «Das ist für mich kein Trend, sondern eine Frage des gesunden Menschenverstandes», sagt die Hobbyköchin dazu.

Hoden schmecken «wie Chicken-Nuggets»

Durchschnittlich rund 51 Kilogramm Fleisch vertilgten Schweizerinnen und Schweizer laut dem Bundesamt für Statistik im Jahr 2015 – hauptsächlich edle Stücke wie Steaks, Filets und Entrecôtes. «Diese Rechnung geht einfach nicht auf», sagt Hasler. Ihr Ziel: «Mir geht es darum, den Tieren mehr Respekt zu zollen und Lebensmittelabfälle so weit wie möglich zu vermeiden.»

Doch wie schmeckt etwa ein Herz oder eine Lunge? «Bereitet man die Stücke richtig zu, stehen sie herkömmlichen Gerichten in nichts nach», sagt Hasler. Das bestätigen auch diverse 20-Minuten-Mitarbeiter, die drei Eigenkreationen der Food-Bloggerin testen konnten: Ziegenherz auf Bulgur-Salat, Pâté aus Ziegenlunge und gebratene Stier-Hoden.

«Die Hoden haben erstaunlich gut geschmeckt», sagt Praktikant Adrian Schawalder. «Wie Chicken-Nuggets», ergänzt Praktikantin Henrike Beckmann. Ihr Favorit: das Herz-Carpaccio. «Das war megazart.» Reporterin Jennifer Furer brauchte etwas mehr Überwindung: «Die Vorstellung, gerade eine Lunge oder ein Herz zu essen, ist echt komisch.»

Das ganze Testessen sehen Sie im Video.

(ced)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eibeler8 am 16.03.2017 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Das funktioniert in unserem Nachbarland Österreich ganz gut. Dort gibt es Beuschl (Lunge und Herz) mit Semmelknödel, Kalbsbries (Hirn), Leber auch als Schnitzel etc sogar in Restaurants. Der feine knusprige Kümmelbraten ist Bauchfleisch samt Schwarte und so weiter. Das hat aber mit Tradition zu tun. Hier kennt man das alles halt nicht und deshalb können diesbezügliche Rezepte auch nicht der jungen Generation weitergegeben werden. Ist übrigens auch ein Mitgrund für die bei uns hohen Fleischpreise da nicht alles verkauft werden kann.

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  • Peter M. am 16.03.2017 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Weg

    Wenn man schon Fleisch isst, soll man wenigstens auch alles verwerten. Ich esse selber gerne Fleisch und auch gerne Innereien. Ich kann leute nicht verstehen, die nur Filet essen. Ein Tier hat viel schmackhAftere Fleischstücke zu bieten.

  • jens am 16.03.2017 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DDR Standard

    ich bin in der ehemaligen ddr aufgewachsen...euter lunge niere gab es regelmässig...und es war lecker...es ist einfach aufwändig sowas in der schweiz zu kaufen

Die neusten Leser-Kommentare

  • R.Saubermann am 17.03.2017 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt es doch, nur nicht mehr zu kaufe

    In ein echtes Züriche Geschnetzeltes gehört zum Beispiel Nieren. Ich glaube das gibt es nicht einmal mehr in Zürich. Ich liebe Leber, aber nur wenn ich weiss das sie frisch ist.

  • Nancy am 17.03.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gefällt mir!

    Lunge und Hirn finde ich eher wegen der Konsistenz nicht so einen Hit. Hirn fühlt sich an wie Pudding und den hab ich lieber in Form von Vanille und Co. Lunge das selbe. Herz und " spanische Nierli" finde sehr gut! Ich finde es wichtig, dass das auch wieder kaufbar wird! Im Ausland ist das in der Auslage der Metzgereien, hier muss es speziell bestellt werden.

  • TOCA am 17.03.2017 05:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sagt es mir bitte nicht...

    Nein ich würde das nicht (bewusst) essen aber auf der anderen Seite,,weiss ich ich auch nicht, was alles in den Würsten beigemischt wird. Und bitte sagt es mir nicht, denn ich liebe Würste. Meine Frau ist eh der Meinung, dass ich Zuviel Fleisch esse und ja sie hat ja recht und jetzt kommt wieder die Grill- Saison,,wir müssen da ein Kompromiss schliessen und 1 - 3 Tage die Woche Fleischlos einplanen, werde ja nicht daran sterben, hoffe ich wenigstens. Schönen Tag allen...

  • gruschu am 16.03.2017 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gruschu

    Super,es wird langsam Zeit das wir verwöhnten Schweizer wieder lernen alles zu verwerten was wir an uns reissen. Tolle Sache.

  • se am 16.03.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man sollte das ganze tier schätzen...

    barfe meine hunde und versuchte deshalb von den regionalen metzgern und beim schlachthof schlachtabfälle zu beziehen. hätte auch gerne einen gerechten preis bezahlt. hat mich jedoch sehr nachdenklich gemacht, da es schier unmöglich war - damit kann man halt nichts verdienen und würde nur aufwand bedeuten.... hätte gerne regionales fleisch bezogen, das man sowieso entsorgt. entäuschend!