26. Februar 2008 19:23; Akt: 26.02.2008 19:24 Print

Zuchthaus für Millionenbetrüger

Das Zürcher Obergericht hat am Dienstag die dreineinhalbjährige Zuchthausstrafe für einen Millionenbetrüger bestätigt.

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Anklage und Verteidigung hatten sich kurz zuvor auf einen Vergleich geeinigt. Der heute 30-jährige Neuseeländer hatte Investoren um insgesamt 27 Millionen Franken geprellt.

Der Kaufmann aus Neuseeland leitete zwischen Oktober 2003 und März 2004 in Zürich mit einem Geschäftspartner die «Banque Internationale Ltd.» und weitere Finanzinstitute. Dabei gab er sich als Spross einer hundertjährigen Bankiersdynastie aus und stellte diversen Investoren gewinnbringende Anlagegeschäfte in Aussicht. Über 20 Anleger überwiesen innert weniger Monate über zwölf Millionen Dollar sowie acht Millionen Euro auf Konten bei der Credit Suisse und der Clariden-Bank. Der Neuseeländer verwendete die Gelder allerdings vertragswidrig für sich selbst. Er wurde am 26. April 2004 verhaftet und sass danach für längere Zeit in Haft. Da er bereits vor Bezirksgericht im Sommer 2006 ein vollumfängliches Geständnis abgelegt hatte, setzte die erste Instanz eine verhältnismässig milde Zuchthausstrafe von dreieinhalb Jahren fest. Der Verurteilte wurde inzwischen aus der Haft entlassen und lebt in den USA. Vor Obergericht musste er nicht mehr persönlich erscheinen.

Er wurde nun auch in zweiter Instanz des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen Urkundenfälschung, Veruntreuung, sowie der mehrfachen Geldwäscherei für schuldig befunden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich kurz vor dem Appellationsprozess auf einen Vergleich und das bereits gesprochene Strafmass geeinigt. Offen blieben noch einige finanziellen Forderungen von Geschädigten, darunter der Credit Suisse, die 200.000 Euro Schadenersatz geltend macht. Über diesen Aspekt wird das Obergericht später entscheiden.

(ap)