Neue Massnahmen

10. Juli 2015 15:48; Akt: 10.07.2015 15:48 Print

Zürcher Fahrschüler brauchen mehr Lektionen

Wer im Kanton Zürich den Führerschein macht, greift tief in die Tasche: Wegen Massnahmen des Strassenverkehrsamts verlangen Lehrer mehr Stunden.

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Seit das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich wegen zu vielen negativ bewerteten Führerprüfungen im März 2012 neue Massnahmen vor der dritten Autoprüfung eingeführt hat, ist laut Strassenverkehrsamt die Erfolgsquote bei den Autoprüfungen wieder deutlich angestiegen: Von 64 im Jahr 2012 auf 70 Prozent im Jahr 2014. Damit sind die Prüflinge in Zürich endlich wieder erfolgreicher als der nationale Durchschnitt, der 2014 bei 67,5 Prozent lag. Noch 2012 erreichten die Zürcher mit 64 Prozent eine tiefere Quote als der Schweizer Durchschnitt von über 65 Prozent.

Der Erfolg hat jedoch einen hohen Preis: Laut einer Befragung unter mehreren Fahrlehrern im Kanton Zürich besuchen deren Fahrschüler im Schnitt 30 bis 40 Fahrstunden, bevor sie zur Prüfung angemeldet werden. In der restlichen Deutschschweiz sind es hingegen 27 bis 29, wie eine Erhebung des Schweizerischen Fahrlehrerverbands zeigt.

Nicht immer dieselben Fahrlehrer

Auch Roger Volgger, Chefexperte Führerprüfungen beim Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, nimmt an, dass seit der Änderung mehr Lektionen erteilt werden «und zwar nicht nur für die erste, sondern auch für die zweite Führerprüfung». Seit März 2012 müssen Fahrlehrer und Schüler bei Nichtbestehen der ersten zwei Prüfungen zu einem Gespräch aufs Strassenverkehrsamt.

Dabei würden der Ausbildungsverlauf und die ersten beiden praktischen Führerprüfungen besprochen und analysiert. «Es wird nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht.» Die Tendenz, dass es oft dieselben Fahrlehrer seien, deren Schüler nicht bestehen, ist laut Volgger «nicht eindeutig feststellbar».

In Zürich kostet eine Fahrausbildung etwa 4500 Franken

Das sieht Willi Wismer, Präsident des Zürcher Fahrlehrerverbandes anders. «Es gab ein paar schwarze Schafe, die sich von ihren Schülern unter Druck setzen liessen und diese zu schnell zur Prüfung anmeldeten.» Mit der neuen Massnahme seien aber auch Fahrlehrer, die kaum Probleme hätten, vorsichtiger geworden. «Sie warten lieber noch ein paar zusätzliche Fahrstunden ab, bevor sie ihre Schüler zur Prüfung anmelden», sagt Wismer.

In nackten Zahlen bedeutet das, dass bis zum Bestehen der praktischen Führerprüfung im Kanton Zürich rund 4500 Franken ausgegeben werden. «Die Ausbildung ist heute sicher teurer als früher», sagt Wismer. Dies hänge aber auch mit den Bedingungen zusammen. Der Verkehr sei heute viel dichter und darum komplexer und anstrengender geworden.

Fahrschüler können weniger mit Eltern üben

«Es ist zum Beispiel viel schwieriger, auf der Autobahn einen Spurwechsel zu machen, es braucht viel mehr Aufmerksamkeit.» Die Führerscheinprüfung sei entsprechend anspruchsvoller geworden.

«Man muss heute mehr können, um zu bestehen.» Ausserdem würden die Jungen weniger mit den Eltern fahren gehen, weil diese oft keine geschalteten Autos mehr hätten, «sie müssen dann mit dem Mobility-Auto üben oder nur mit dem Fahrlehrer».

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Laborant am 10.07.2015 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Offenes Geheimnis

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass durchfallquoten in ZH künstlich oben gehalten werden. Aus keinem anderen Kanton höre ich dermassen hanebüchene Durchfallgründe. Meinereiner fiel durch, weil er eine Autokolonne NICHT überholte. Das Argument, dass man nicht genügend weit nach vorn gesehen hätte und im Kolonnenverkehr der Platz eingehalten werden müsste, zog nicht. Stempel: Durchgefallen. Next try.

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  • Luca Schmid am 10.07.2015 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig viele Fahrstunden

    30-40 Fahrstunden... und im Militär absolviert man die Lastwagenprüfung mit Anhänger bis 40 Tonnen in ca. 10 Fahrstunden.

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  • Karl Rojo am 10.07.2015 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Verbot für Fahrer aus Nachbarkantonen

    Da es für Zürich scheinbar viel mehr braucht fordere ich, dass der BR sofort Fahrverbote für Lenker aus Nachbarkantonen erlässt, die dürfen ja nach Bestehen der Prüfung sofort auf Zürcher Strassen und können für uns eine Gefahr sein. Sofort ein Fahrverbot erlassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ar Govia am 11.07.2015 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruess aus dem Aargau

    Um die besten Autofahrer der Welt zu werden braucht es halt auch etwas mehr!

  • Toni am 11.07.2015 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich...

    Oh mein Gott hatte gerade mal 15 Fahrstunden und ich fand das waren schon zu viele...

  • Manfred am 11.07.2015 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in züri

    Nicht nur züricher.... Also bitte... Heute habe ich erst 2 unfälle verhindert, weil ich für andere mitdenken muss, also in der scheeiz auto fahren zu müssen gehört scho zu körperverletzung... Es ist unmöglich wie schweizer auto fahren und ich bin viel im ausland unterwegs, LA, barcelona, italien, abeer hier unmöglich ... I glaub ihr könnt den schein irgendwo bestellen

  • Marco Bo am 11.07.2015 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    10 Fahrstunden.

    Ich hatte 14 Lektionen und bin beim ersten Mal durchgekommen. Jedoch finde ich das man mind. 10 Lektionen nehmen muss bevor man zur Prüfung kann. Ich finde aber das die 0.0 Promille Grenze gut ist für Neulenker. Wer fahren will trinkt nicht. Sollte auch bei den Nicht Neulenker ein Thema werden.

  • Marcel Peyer am 11.07.2015 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Automaten-Prüfung

    Doppelkupplungsgetriebe setzen sich jedoch immer mehr durch. Deshalb empfiehlt es sich, für nicht "Schalt-Enthusiasten" lediglich die Automatenprüfung zu machen. Dann kann auch wieder mit den Eltern geübt werden.