Zwei Lektionen streichen

27. August 2012 17:54; Akt: 27.08.2012 17:54 Print

Zürcher Lehrer sollen weniger arbeiten

Der Zürcher Kantonsrat will die Lehrkräfte entlasten. Ein entsprechender Vorstoss sieht die Streichung von zwei Wochenlektionen vor.

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Weniger Pflichtlektionen: Die Zürcher Lehrer sollen entlastet werden. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Die Klassenlehrer der Zürcher Volksschule sollen entlastet werden. Der Zürcher Kantonsrat unterstützte einen entsprechenden Vorstoss am Montag vorläufig. Die Initianten wollen die Pflichtlektionen um zwei Wochenlektionen reduzieren.

Dass die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule stark belastet sind, war am Montag im Kantonsrat unbestritten. Wie dieses Problem gelöst werden soll, da gingen die Meinungen auseinander. EVP, SP und GLP forderten mit ihrer Parlamentarischen Initiative eine Reduktion der Pflichtlektionen.

Konkret soll für alle Stufen der Volksschule bei einem Vollpensum die maximale Lektionenzahl pro Woche 28 betragen. Für Lehrpersonen mit Klassenführungsverantwortung sollen die Pflichtlektionen um zwei Wochenlektionen reduziert werden. «Es braucht eine wirkungsvolle Entlastung der Lehrpersonen», sagte Johannes Zollinger (EVP, Wädenswil).

«Die Arbeitsbelastung der Lehrer ist zu hoch, vor allem jene der Klassenlehrer», sagte auch Moritz Spillmann (SP, Ottenbach). Dort müsse man ansetzen. «Wir müssen uns diesem Problem ernsthaft stellen.» Laut Stefan Hunger (BDP, Mönchaltorf) nehmen auch die Ansprüche der Eltern immer mehr zu.

Keine frustrierten Lehrer

«Die Klassenlehrer können sich heute nicht mehr gebührend auf das Kerngeschäft konzentrieren», sagte Christoph Ziegler (GLP, Elgg). Es brauche endlich griffige Massnahmen zur Entlastung. «Wir wollen den Kindern keine ausgelaugten und frustrierten Lehrer zumuten.»

Nicht einig waren sich die Kantonsräte darüber, welche qualitativen Einbussen eine Reduktion der Wochenlektionen für den Unterricht hätte. Die SVP warnte davor, dass die Schulbildung der Kinder darunter leiden würde. «Ausserdem hätte die PI Mehrkosten zu Folge», sagte Anita Borer (Uster).

CVP und FDP unterstützten den Vorstoss zwar vorläufig, wiesen aber ebenfalls auf die Qualität der Volksschule hin. Die CVP mache sich da ernsthafte Sorgen, sagte Corine Thomet (Kloten). Man müsse das Problem mit den Klassenlehrern über den Berufsauftrag lösen. Mit 89 Stimmen wurde der Vorstoss vorläufig unterstützt.

(sda)