Neue Initiative

26. Februar 2015 16:19; Akt: 26.02.2015 16:19 Print

Zürcher Lehrer wollen nur noch eine Fremdsprache

Entweder Französisch oder Englisch sollen die Primarschüler im Kanton Zürich erlernen. Eine der beiden Fremdsprachen soll gestrichen werden, fordert eine Gruppe Lehrpersonen.

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Lernen Zürcher Primarschüler bald nur noch eine Fremdsprache? (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Eine Gruppe von Lehrpersonen und Politikern lanciert im Kanton Zürich eine kantonale Initiative für nur eine Fremdsprache an der Primarschule. Mit der Unterschriftensammlung soll Anfang Juni begonnen werden, wie das Komitee am Donnerstag in Zürich bekannt gab.

Ziel der Initiative sei es, die Einführung der zweiten Fremdsprache besser zu staffeln und diese mit hoher Lektionendichte erst auf der Oberstufe einzuführen, hiess es an der Medienkonferenz. Welche Fremdsprache an der Primarschule unterrichtet werden soll, lässt die Initiative offen. Ob Französisch oder Englisch gestrichen würde, müsste der Regierungsrat entscheiden.

2006 für Französisch entschieden

Aufgegleist hat die Fremdspracheninitiative eine Gruppierung von Lehrern um den ehemaligen Bildungsrat und Sekundarlehrer Hanspeter Amstutz. Unterstützt wird das Begehren von den bildungspolitisch konservativen Gruppierungen Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM), Forum Kindgerechte Schule und der Gruppe Schule mit Zukunft.

Letztere hat 2006 im Kanton Zürich eine Abstimmung über das Frühfranzösisch erzwungen. Damals sprachen sich 60 Prozent der Stimmenden für Französisch an der Primarschule aus. Heute wird an den Zürcher Primarschulen Englisch ab der zweiten Klasse und Französisch ab der fünften Klasse unterrichtet.

Nach Ansicht des Initiativkomitees gelinge frühes Sprachenlernen nur unter ganz spezifischen Voraussetzungen. Und diese könne die Primarschule bei einem noch vertretbaren Aufwand nicht bieten. Viele Schülerinnen und Schüler kämen mit nur zwei Lektionen pro Woche und Fremdsprache auf keinen grünen Zweig. Sie verlören die Freude am Sprachenlernen und seien schon vor dem Übertritt in die Oberstufe demotiviert.

Erfolg wird überschätzt

Untersuchungen zeigten, dass der frühe Fremdsprachenunterricht, wie er heute stattfindet, nur sehr bescheidene Resultate bringe. Der Erfolg stehe in keinem Verhältnis zum geleisteten pädagogischen und finanziellen Aufwand. Der Vorsprung von Schülern mit Frühenglisch könne von Mitschülern ohne Englischvorkenntnisse innert weniger Monate auf der Oberstufe vollumfänglich aufgeholt werden.

Die Initianten fordern deshalb, eine stärkere Förderung im Fach Deutsch mit «modernem Realienunterricht» auf der Primarstufe. Mittelstufenkinder seien an spannenden und sprachlich bereichernden Themen aus Geschichte, Geografie und Naturwissenschaften weit mehr interessiert als am Lernen von zwei Fremdsprachen.

Eine ähnliche Initiative kommt im Kanton Nidwalden zur Abstimmung. Dort entscheiden die Stimmberechtigten am 8. März darüber, ob die Primarschüler neben Englisch weiterhin Französisch lernen sollen. Lanciert hatte die Initiative die SVP.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hübi am 26.02.2015 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die welt spricht englisch

    Für unser aller bestes wäre es, wenn wir englisch lernen. Wo liegt das problem, wenn unsere kinder aus den vier verschiedenen sprachregionen künftig miteinander englisch sprechen.

  • Fritz am 26.02.2015 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Fremdsprache

    Natürlich nur eine "Fremd"-sprache und zwar Englisch. Französisch ist keine Fremd-, sondern eine Landessprache! Ich hatte nie Probleme mit dem Sprachunterricht. Franz. ab der Mittelstufe und Engl. in der Oberstufe sollten doch kein Problem sein. Englisch hat man extrem schnell gelernt, das sollte keinen Deutschsprachigen überfordern.

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  • Marcel am 26.02.2015 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HarmoS- nein danke

    Bravo - das einzig richtige wenn man den Lernerfolg der Kinder ins Zentrum stellt. Im Kanton st. Gallen müssen wir zuerst das HarmoS-konkordat beerdigen, bevor das umsetzen können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gymnasiastin am 27.02.2015 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    französisch statt englisch

    Ich finde sie sollten Französch in der Primarstufe lassen denn; 1. Französisch ist eine sehr anspruchsvolle Sprache und auch schwieriger als Englisch. 2. mit den modernen Medien ( Youtube, Musik, Filme etc) lernen die Kinder eh schon sehr schnell Englisch. Daher sehe ich kein Problem, wenn man EN erst in der 7. Klasse einführt 3. Ist FR eine Landessprache und wenn die Kinder diese Sprache nicht mehr sprechen, erweitert sich der Röstigraben nur noch mehr.

  • Hans am 27.02.2015 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltsprache

    Hört das Gejammer denn nie auf es geht immer nur um das Französisch und Englisch. Das Französisch wegen der Westschweiz es gibt aber in der Schweiz noch italienischen und romanisch. Sind diese Sprachen denn weniger Wert. Die meisten Westschweizer können auch kein Deutsch. Ich würde Spanisch und Englisch den Vorzug geben denn das sind die Weltsprachen.

  • star am 27.02.2015 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine interesse

    ich finde das die kinder selber entscheiden sollen welch fächer sie nehmen sollen. was nützt das wen mein kind keine interessen daran hat sprachen zu lernen und seine noten gar schlecht sind nur wegen english und franz? lieber währe mir wen sie das kochen oder die gesetzbächer lernen. für sprachen kann man auch den kurs bessuchen. er giebt andere wichtige sachen im leben.

  • Savas Oez am 27.02.2015 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig?

    wieso sollte man bitte französisch lernen, bei englisch ist es ja klar aber ich sehe wirklich absolut keinen grund das man auch französisch lernen soll auch wenn es eine landessprache der Schweiz ist, ich habe diese sprache noch NIE aber wirklich NIE gebraucht vorallem auch weil die leute englisch können, seit ich aus der schule bin hab ich kein wort mehr französisch gebraucht das heisst es war nur unnötiger stress in der schule der manchen schülern auch die eine oder andere schlechte note gebracht hat wodurch sie auch manchmal sogar sitzengeblieben sind

  • fröschli am 27.02.2015 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfache Logik

    ganz bestimmt: Englisch MUSS bleiben. Bei den vielen Auslandreisen, Kontakten, Berufen ect. kann einer mit Französisch nichts anfangen! Eigentlich recht unüberlegte Fragen!!!