Umbauten

14. September 2017 14:54; Akt: 14.09.2017 15:36 Print

Zürcher Mieter bekommen öfter die Kündigung

7000 Personen mussten ihre Wohnungen in den letzten Jahren verlassen, weil ihre Hauseigentümer umbauten. Das hat laut dem Mieterverband vor allem mit Profitgier zu tun.

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In der Stadt Zürich wurden seit dem Jahr 2000 jährlich 1,22 Prozent der Wohnungen erneuert. Entweder wurden die Arbeiten bei weiterlaufenden Mietverträgen oder bei Kündigungen aller Mietverträge, sogenannten Leerkündigungen, durchgeführt.

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Was halten Sie davon, dass immer mehr Stadtzürcher Ihre Wohnung wegen Umbauten verlassen müssen?
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Im Durchschnitt war gemäss Auswertung von Statistik Stadt Zürich von 2008 bis 2016 ein Drittel der Wohnungsumbauten von privaten Eigentümern mit einer Leerkündigung verbunden. Dabei war fast eine Verdoppelung von 25 Prozent in der Periode 2008-2010 auf 46 Prozent in den Jahren 2014-2016 zu verzeichnen.

Jeder dritte Betroffene verliess Zürich

Nach Umbauten gab es pro Gebäude durchschnittlich 0,85 Wohnungen mehr als vorher. Bei Leerkündigungen stieg die Wohnungszahl im Schnitt um 1,2, bei Umbauten mit weiterlaufenden Mietverträgen um 0,7. Nach Umbauten mit Leerkündigungen nahm vor allem die Zahl der 1- und 2-Zimmer-Wohnungen zu, ohne Leerkündigungen stieg die Zahl der 3- und 4-Zimmer-Wohnungen.

Rund 7000 Personen mussten seit 2008 ihre Wohnung aufgrund einer Leerkündigung verlassen. Von diesen Personen bezogen 15 Prozent im gleichen Stadtquartier und 62 Prozent in einem anderen Quartier eine neue Wohnung. 33 Prozent der Betroffenen verliessen Zürich.

«Katastrophale Entwicklung»

Für Walter Angst, Sprecher des Mieterverbandes, ist dies eine katastrophale Entwicklung und hat vor allem mit Profitgier zu tun. «Hauseigentümer werfen die bestehenden Mieter raus, weil sie sonst bei einer Sanierung die Mieten nur moderat erhöhen können.» Oft würden sie nach den Leerkündigungen nur kleinere Umbauarbeiten an den Häusern vornehmen und danach die Miete auf das Doppelte erhöhen.

Obwohl die Vermieter seit 2014 den alten Mietzins angeben müssen, wird der neue selten angefochten: «Dies führte in den letzten Jahren vor allem in den Innenstadt-Quartieren zu einer regelrechten Explosion der Wohnungskosten.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 14.09.2017 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    So gewollt in der Politik

    Naja, es ist doch Schizophren hier in der CH. Man geht der Politik bezüglich Energiewende auf den Leim, muss dann mit seinen Steuern diese Sanierungen mitfinanzieren und kann sich dann die Mieten nicht mehr leisten. Was für eine erbärmliche Politik!

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  • STefan Eich am 14.09.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Leider: Geld regiert die Welt.

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  • Tina am 14.09.2017 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit zu Handeln

    Die Stadt ist gefordert. Auflagen und Transparenz mit Massnahmen- und Bussenkatalog. Sozialer Wohnungsbau für Schweizer sind auch ein Thema.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepp Trub am 16.09.2017 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, es geht schon

    Als Hauseigentuemer will ich ja eine max. Rendite erzeugen. Wenn Sanierung es so bringt, ja, dann ist ja gut. Die Mietern koennen ja dann zurueck kommen wenn es Ihnen ja so sehr gefaellt, alles schoen neu. Einfach etwas mehr Miete, dann halt weniger Chaeffele und Uusgang.

  • Jussi Järvenpää am 14.09.2017 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keiner will

    Ich wollte eine 1000m2 Parzelle Bauland voll erschlossen mitten im Dorf, aber voll ruhig für 5000 Franken verkaufen. Bringe sie nicht los. Merke keine Altlasten, kein Haken.

  • Gekündigt am 14.09.2017 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles klar?

    Einheimische raus, "Gäste " rein, deren Miete zahlen wir Steuerzahler. Dafür hat es für uns (AHV) kein Geld mehr.

    • Marc am 15.09.2017 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      jetz handeln

      ja genau so sieht es aus. Die Schweizer sind zu NAIV. Die müssen aufhören zu schlafen und endlich handeln, bevor es zu spät ist. Wobei es ist langsam schon zu spät!!

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  • Susi F am 14.09.2017 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Es ist eine bodenlose Frechheit was sich die Vermieter alles leisten können,die Gier wird immer grösser,und keiner stopot sie.Wieso werden die Vermieter von unserer Regierung und unseren Politikern geschützt,das begreiffe ich nicht.In allen anderen Ländern wird den Mietern geholfen nur in der teuren Schweiz nicht da musst du selber schauen das es dir gut geht,komisch aber bei den Migranten da wird sofort ein Gratisanwalt zur verfügung gestellt wo gibts das schon.

    • Sparfuchs Aargau am 15.09.2017 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susi F

      In vielen anderen Ländern gibt es aufgrund der vielen Gesetze die Mieter schützen sollen kaum Mietwohnungen!

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  • Karl Marx am 14.09.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen?

    Fass einen nackten Mann in die Hosentasche.