Stadt vs. Schriftsteller

08. September 2014 18:55; Akt: 09.09.2014 09:02 Print

Zürich findet Amt für Ironie nicht lustig

Einem Zürcher Schriftsteller droht Ärger mit der Stadt Zürich. Er hat die Aufkleber der städtischen Dienstautos übernommen und auf eine lustige Weise abgeändert.

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Obwohl Ironie auf dem Aufkleber steht, ist der Stadt Zürich die Verwechslungsgefahr zu gross. (Bild: ZVG)

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Der Humor der Stadt Zürich wird derzeit auf die Probe gestellt: Seit geraumer Zeit fährt ein weisses Auto mit dem Aufkleber «Stadt Zürich – Amt für Ironie» durch die städtischen Strassen. Die Aufschrift sieht exakt gleich aus wie die Dienstautos der Stadt Zürich. Der Halter des Autos ist der Zürcher Schriftsteller Thomas Meyer, wie «Storyfilter» schreibt. «Ich sah überall Fahrzeuge von allen möglichen Ämtern und dachte eines Tages, es fehlt noch eines für Ironie», sagt Meyer auf Anfrage.

Doch nun droht ihm Ärger mit der Stadt Zürich: «Vor Kurzem ist mir ein Baum auf mein Auto gefallen. Die Polizistin, die den Fall aufgenommen hat, sagte mir dann, dass sich die Rechtsabteilung der Stadt bereits mit meinem Aufkleber beschäftigt», so Meyer. Er müsse nun die Aufschrift entfernen, sonst drohe ihm eine Anzeige.

Verstoss gegen Wappenschutzgesetz

Christina Stücheli, Leiterin Kommunikation der Stadtkanzlei, bestätigt dieses Vorgehen: «Diese perfekt nachgeahmte Aufschrift mit städtischem Emblem verstösst gegen das Wappenschutzgesetz und es besteht eine Verwechslungsgefahr, da es im ersten Moment nicht erkennbar ist, dass es sich um einen Witz handelt.» Normalerweise sei man sehr tolerant bei solchen Fällen, doch hier wurde man von vielen Seiten auf den Aufkleber aufmerksam gemacht.

Bei Thomas Meyer stösst dies nicht auf viel Verständnis: «Ich hätte etwas mehr Sinn für Ironie erwartet.» Schliesslich schade er ja niemandem und nutze es auch nicht kommerziell – «es steht ja sogar Ironie drauf». Ganz kampflos wolle er aber seinen Aufkleber nicht aufgeben: «Ich werde ein Logo entwerfen, dass rechtlich nicht belangbar sein wird.»

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wasja am 09.09.2014 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    positiv

    Im Gegensatz zur Stadt, hat der Mann Humor bewiesen. Es ist auxh positive Werbung. Nicht wie beim Hafenkran, der nichts bringt, doch 600'000 CHF kostet.

  • Leonard am 09.09.2014 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe ZH-Behörden

    Wie kommt Ihr nur auf die irrige Annahme, das Wappen sei EUER persönlicher Besitz? Das Wappen gehört der ZH-Bevölkerung und darf durchaus für solche Aktionen verwendet werden. Wenn Ihr nicht einmal mehr diesen Humor aufbringen könnt (jeder Normalbürger erkennt dies auf Anhieb ), dann steht es aber sehr schlecht um ZH. Die Entwürdigung des Wappens findet eher durch Euch statt, als durch den Aktivisten.

  • solala am 09.09.2014 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Ich finde es lustig, nehme an die Stadt Zürich auch. Aber verstehe auch, das die Stadt dies nicht einfach so akzeptieren kann. Finde hingegen komisch, das der Thomas Meyer kein Verständnis dafür hat. Wer ist nun sturer?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mario am 09.09.2014 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    In einer Stadt, wo der Wirt gebüsst wird, weil er den Tisch 1 cm über den gelben Strich aufstellt, muss man auch in diesem Fall keinen Humor erwarten. Sie finden's einfach nur witzig, wenn sie selber die Initiatoren sind (siehe Hafenkran und Friedhof Sihlfeld).

  • Zack am 09.09.2014 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Wappen

    Wieso macht er es nicht ohne Wappen?

  • Wasja am 09.09.2014 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    positiv

    Im Gegensatz zur Stadt, hat der Mann Humor bewiesen. Es ist auxh positive Werbung. Nicht wie beim Hafenkran, der nichts bringt, doch 600'000 CHF kostet.

  • Herr P.'s am 09.09.2014 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das schmerzt den Hand

    Ach, Hans Schmerz! Ist dies nun Guerilla-Plagiation statt -marketing ? ;-)

  • kein Künstler am 09.09.2014 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    merke

    Kunst welche zum Nachdenken anregen soll ist es nur, wenn es von einer städtischen Kommisssion bewilligt wird, einen Haufen Steuergelder kostet und für die städtische Politikprominenz Gelegneheit bietet mit dem Cüpli dem Künstlerteam zu gratulieren.